Dekton-Farben im Überblick: Kollektionen, Optiken, Oberflächen
Dekton-Farben und Kollektionen im Überblick: Marmor-, Beton-, Stein-, Metall- und Unioptiken, matte und polierte Oberflächen – und wie man im Schauraum auswählt.
Farben & Kollektionen · Dekton-Wissen · Stand 2026-11-04
Kurz gesagt: Dekton gibt es in rund 70 bis 80 Farben, die Cosentino in Kollektionen ordnet – von weißer und dunkler Marmoroptik über Beton-, Zement- und Stuckoptiken bis zu Travertin, Kalkstein, Schiefer, Granit, Holzoptik und ruhigen Unifarben. Dazu kommen vier Oberflächen: matt, samtig (Velvet), poliert (XGloss) und strukturiert. Welche Dekton-Farbe passt, entscheidet sich nicht am Bildschirm, sondern am großen Muster neben Front und Boden – bei uns in Münchendorf und Wien.
Ein Samstagvormittag in unserem Schauraum in Wien. Ein Paar steht vor der Wand mit den Dekton-Mustern, sie hat ein Foto einer hellen Marmorküche am Handy, er hält ein dunkles Betonmuster in der Hand und sagt, dass ihm das viel besser gefällt. Dreißig Muster, vier Oberflächen, ein halbes Dutzend Kollektionsnamen – und die ehrliche Frage, wie man da anfangen soll. Genau dafür ist diese Seite da. Sie ordnet die Dekton-Farben nach Optiken und Kollektionen, erklärt, was die Oberflächen voneinander unterscheidet, und zeigt, wie wir aus dreißig Mustern in einer guten Stunde zwei Favoriten machen.
Wie eine Dekton-Farbe entsteht – und warum das für die Auswahl wichtig ist
Dekton wird aus mehr als zwanzig mineralischen Rohstoffen gepresst und gesintert, die Farbe und das Dekor entstehen im Werk, nicht im Steinbruch. Das hat zwei Folgen, die man vor der Auswahl verstehen sollte. Erstens: Das Dekor ist reproduzierbar. Wer heute eine Platte in einer bestimmten Farbe bestellt und in drei Jahren eine Fensterbank im selben Dekor nachbestellt, bekommt dieselbe Farbe – mit kleinen Chargenabweichungen, aber ohne Überraschungen wie bei einem Naturstein-Block. Zweitens: Bei gemaserten Dekoren liegt das Muster auf der Oberfläche; die Kante zeigt den durchgefärbten Grundton, aber nicht die Ader. Unifarben und sehr feinkörnige Dekore wirken an der Kante deshalb besonders ruhig.
Für das Paar aus dem Schauraum heißt das: Die helle Marmoroptik am Handy sieht an einer sichtbaren Inselkante anders aus als auf der Fläche. Wir lösen das in der Werkstatt mit einer Gehrungskante, bei der die Oberfläche um die Ecke läuft, oder wir wählen bewusst ein Dekor, bei dem der Kantenton zur Fläche passt. Das ist kein Nachteil des Materials, aber ein Punkt, den man beim Blättern durch Farbkarten nicht sieht – und der am großen Muster im Schauraum sofort klar wird.
Cosentino weist außerdem darauf hin, dass nicht jede Farbe in jedem Markt verfügbar ist. Die Namen auf dieser Seite sind der Stand unserer Recherche auf der österreichischen Cosentino-Seite im Herbst 2026. Welche Farbe in welcher Stärke gerade lieferbar ist, klären wir beim Termin direkt mit dem Lieferanten, bevor ein Angebot entsteht.
Die fünf Optiken: Marmor, Beton, Stein, Uni und Holz
Am einfachsten sortiert man die Dekton-Farben nicht nach Kollektionsnamen, sondern nach dem, woran sie erinnern. Die größte Gruppe ist die Marmoroptik: weiße und cremefarbene Dekore mit grauer, goldener oder brauner Äderung, von zurückhaltend bis dramatisch, dazu dunkle Marmore mit hellen Linien. Die zweite Gruppe ist die Beton- und Zementoptik – gleichmäßige Grautöne, gespachtelte Strukturen, Stuck- und Putzcharakter, inzwischen auch warme, gebrochene Weißtöne, die weniger nach Industrie und mehr nach Lehmputz aussehen.
Die dritte Gruppe sind die Natursteinoptiken jenseits von Marmor: Travertin mit seinen gefüllten Poren, feinkörniger Kalkstein, Schiefer, Granit, der blaugraue Ceppo di Gré mit seinen eingebetteten Kieseln, Quarzit mit weichen Wolken. Vierte Gruppe: die Unifarben – reines und warmes Weiß, Graphitschwarz, ein Schwarz mit grünlichem Unterton. Und als fünfte, kleine Gruppe die Holzoptik der Amazonik-Linie, die Eiche nachbildet und vor allem für Fronten, Verkleidungen und Außenbereiche interessant ist.
Wer sich zwischen diesen fünf Gruppen entschieden hat, hat die Auswahl schon auf ein Fünftel reduziert. Deshalb beginnen wir im Schauraum nie mit der Frage „welche Farbe“, sondern mit der Frage „welche Optik“ – und legen dann je Gruppe nur zwei bis drei Muster auf den Tisch.
- Marmoroptik: hell mit grauer oder goldener Ader, oder dunkel mit hellen Linien
- Beton- und Zementoptik: Grau, Greige, Stuck und Putz, warm oder kühl
- Natursteinoptik: Travertin, Kalkstein, Schiefer, Granit, Ceppo, Quarzit
- Unifarben: Weiß in mehreren Tönen, Graphit, Schwarz
- Holzoptik: Eiche in warm und gebleicht (Amazonik)
Die Dekton-Kollektionen im Überblick
Cosentino fasst die Farben in Kollektionen zusammen, die sich teils nach Optik, teils nach Entstehungsjahr richten. Für die Marmoroptik sind das vor allem Silverkoast mit Marina, Salina, Laguna und Malibu – weiße Grundtöne mit grauen Adern in samtiger oder polierter Ausführung –, Onirika mit ausdrucksstarken Dekoren wie Awake, Lucid, Morpheus oder dem tiefschwarzen Somnia, sowie die polierte Stonika-Linie mit Helena, Khalo, Taga, Arga und Bergen, die Onyx, Granit und Quarzit sehr realistisch nachbildet. In der Natural Collection finden sich Klassiker wie Aura, Entzo, Rem, Kelya, Laurent und das beige Nara.
Für Beton und Putz steht die Industrial Collection mit Kreta, Lunar, Soke, Laos und Trilium, das laut Cosentino aus bis zu 80 Prozent recyceltem Material besteht. Kraftizen mit Albarium, Argentium, Nacre und Umber bildet handwerkliche Stuck- und Kalkputzflächen nach. Die neue Nomak-Linie mit Evok, Keena und Thala und die mikrotexturierte Nomak/02 mit Akara, Grekk und Talma gehen in Richtung ruhiger, warmer Erdtöne.
Die Natursteinoptiken sammeln sich in Pietra Kode – Nebbia, Avorio, Grigio, Grafite, Sabbia, Marmorio und Ceppo, entworfen nach italienischen Steinen – und in Pietra Edition mit Adia, Nebu, Ava, Sandik, Polar und Trevi. Dazu kommen aus der Natural Collection Aeris, Danae, Kovik, Eter, Bromo und Kira. Unifarben heißen bei Cosentino Solid: Zenith, Moone, Domoos, Sirius, poliert Halo. Und Artik Nodes mit Borealis, Nordal und Kobuk ist die jüngste Marmor-Interpretation mit knotigen Adern, bei der wir die Verfügbarkeit in Österreich im Einzelfall prüfen.
Matt, Velvet, poliert oder strukturiert: die Oberflächen
Jede Dekton-Farbe gibt es in einer festgelegten Oberfläche, nicht in allen vier. Die matte Oberfläche ist der Standard: ruhig, blendfrei, unempfindlich gegen Fingerabdrücke und in der Küche die unkomplizierteste Wahl. Velvet ist ebenfalls matt, fühlt sich aber weicher und wärmer an – man streicht über das Muster und spürt den Unterschied sofort. Viele der aktuellen Marmoroptiken wie Marina, Laguna, Rem oder Nara sind Velvet.
XGloss ist die polierte Variante: Der Glanz entsteht durch mechanisches Polieren, nicht durch eine aufgebrachte Glasschicht, und die Farben wirken tiefer und lebendiger. Cosentino selbst merkt an, dass polierte Oberflächen gegen Kratzer wahrscheinlich etwas weniger widerstandsfähig sind als matte, und empfiehlt, auf XGloss nicht direkt zu schneiden. Wer den Glanz will, bekommt ihn – wir sagen aber dazu, was er im Alltag bedeutet. Strukturierte Oberflächen schließlich bilden rauen Stein oder gebürstete Flächen nach; die Grip+-Behandlung ist für Böden und Duschen gedacht, nicht für die Arbeitsplatte.
Im Schauraum liegen matte, samtige und polierte Muster nebeneinander. Das Paar vom Anfang hat innerhalb von zwei Minuten entschieden, dass poliert für sie nicht in Frage kommt – nicht wegen der Technik, sondern weil die Spiegelung der Deckenleuchte sie störte.
Hell oder dunkel: was das Licht in Ihrer Küche entscheidet
Dieselbe Dekton-Farbe sieht in einer Südküche mit bodentiefen Fenstern anders aus als in einer Wiener Altbauküche mit einem Fenster zum Hof. Helle Unifarben und helle Marmoroptiken holen Licht in dunkle Räume und lassen eine kleine Küche größer wirken. Dunkle Dekore – Graphit, Schiefer, dunkler Marmor – geben einer großen, hellen Küche Tiefe und Ruhe, können einen kleinen Raum mit wenig Tageslicht aber schwer machen.
Dazu kommt das Kunstlicht. Warmweiße LED-Streifen unter dem Oberschrank lassen ein kühles Weiß gelblich wirken, eine neutralweiße Beleuchtung macht ein warmes Beige fahl. Grau ist der schwierigste Fall: Ein Grau mit Blauanteil kippt im Abendlicht ins Kalte, ein Grau mit Braunanteil ins Gemütliche. Wer ein Muster nur unter Schauraumlicht beurteilt, beurteilt es zur Hälfte.
Aus der Werkstatt: eine Küche in Mödling zwischen Marmor und Uni
Ein Paar aus Mödling kam mit einer klaren Vorstellung: helle Fronten in Eiche furniert, eine Insel, und als Arbeitsplatte eine weiße Marmoroptik mit kräftiger Ader. Im Schauraum in Münchendorf legten wir drei Dekore auf das Furniermuster – Aura, Rem und Marina. Alle drei sahen gut aus, aber auf dem Foto mit der Eiche wurde die Ader zur Konkurrenz: Zwei lebendige Materialien, Maserung gegen Maserung. Als wir probeweise ein warmes Uniweiß, Moone, danebenlegten, wurde es plötzlich ruhig. Die Eiche durfte die Hauptrolle spielen.
Die Entscheidung fiel trotzdem nicht sofort. Wir gaben zwei große Muster mit – Moone und Marina – und beim Vor-Ort-Termin eine Woche später lagen sie auf der alten Arbeitsplatte, am Vormittag bei Sonne von Südosten, am Abend unter der Pendelleuchte. Am Abend sah Marina mit ihrer feinen grauen Ader eleganter aus; am Vormittag wirkte Moone frischer. Am Ende wurde es Moone für die Zeile und Marina für die Insel, deren Kante auf Gehrung gearbeitet wurde, damit die Ader an der Stirnseite weiterläuft.
Die Küche wurde fünf Wochen nach Freigabe gefertigt und an zwei Tagen montiert. Das Paar sagt heute, dass die Insel der Teil ist, den jeder Gast anfasst – und dass die Zeile der Teil ist, auf dem sie arbeiten, ohne über Flecken nachzudenken. Zwei Dekore, eine Küche, ein Fixpreis, der vor dem Auftrag feststand.
Farbe, Stärke und Format hängen zusammen
Was viele überrascht: Nicht jede Dekton-Farbe ist in jeder Stärke zu haben. Die meisten Dekore gibt es in 8, 12 und 20 mm, einige wenige zusätzlich in 4 mm für Rückwände und Fronten, und 30 mm ist nur bei ausgewählten Farben oder auf Anfrage möglich. Wer eine massive 20-mm-Insel möchte und ein 4-mm-Dekor für die Nischenrückwand im selben Farbton, sollte das vor der Entscheidung wissen – manche Kombinationen gehen nur mit einem Dekor, das beide Stärken führt.
Auch die Rohplattenmaße unterscheiden sich leicht je Farbe: Standard sind rund 3,20 × 1,44 m, einige Dekore gibt es im größeren Format bis etwa 3,30 × 1,63 m. Für eine lange Zeile ohne Stoß oder eine tiefe Insel kann das den Unterschied machen, ob eine Fuge nötig ist oder nicht. Und bei gemaserten Dekoren legen wir in der Werkstatt die Platte vor dem Schnitt so aus, dass die Ader am Stoß und rund um den Kochfeldausschnitt sinnvoll weiterläuft.
So wählen wir im Schauraum aus – in einer Stunde zu zwei Favoriten
Unsere Schauräume in Münchendorf und Wien haben keine Farbkarte mit Hunderten Chips, sondern Muster in einer Größe, bei der man ein Dekor beurteilen kann, dazu Frontmuster in Lack, Furnier, Massivholz und Fenix sowie einige Bodenmuster. Wir bitten Sie, mitzubringen, was in Ihrer Küche fest bleibt: eine Bodenfliese, ein Stück Parkett, ein Foto der Wandfarbe, das Muster der Front, falls sie schon feststeht. Dann beginnen wir mit der Optik – Marmor, Beton, Stein, Uni – und reduzieren.
Jedes Muster kommt flach auf den Tisch, nicht an die Wand, denn eine Arbeitsplatte sieht man von oben und von schräg. Wir legen das Frontmuster senkrecht daneben, das Bodenmuster darunter, und treten zwei Meter zurück. Aus dieser Entfernung sieht man, ob die Kombination ruhig ist oder unruhig, ob Grau zu Grau passt oder sich beißt. Nach einer halben Stunde sind von dreißig Mustern meist drei übrig, nach einer Stunde zwei.
Diese zwei nehmen Sie mit. Beim Vor-Ort-Termin schaut sie unser Tischlermeister mit Ihnen noch einmal im echten Licht an, nimmt das Naturmaß und bespricht Kanten, Stärke und Rückwand. Danach entsteht die Planung mit Visualisierung und das Angebot. Eine kostenlose Erstberatung im Schauraum ist der einfachste Einstieg – und auf eine Anfrage antworten wir innerhalb von 24 Stunden.
Sie wissen noch nicht, ob es Marmor, Beton oder Uni werden soll? Kommen Sie mit einem Foto Ihrer Küche und einem Stück Ihres Bodens in den Schauraum – wir legen die passenden Dekton-Muster nebeneinander und reduzieren gemeinsam auf zwei Favoriten, die Sie mit nach Hause nehmen. Kostenlos, unverbindlich, Antwort innerhalb von 24 Stunden. Kostenlos anfragen
Das Wichtigste in Kürze
- Dekton-Farben ordnet man am besten nach Optik: Marmor, Beton und Putz, Naturstein, Uni, Holz – und erst dann nach Kollektion.
- Vier Oberflächen: matt (Standard), Velvet (samtig), XGloss (poliert, laut Hersteller etwas kratzempfindlicher) und strukturiert.
- Bei gemaserten Dekoren läuft die Ader nicht über die Kante – Gehrung oder ein ruhiges Dekor lösen das.
- Nicht jede Farbe gibt es in jeder Stärke und jedem Format; wir prüfen Verfügbarkeit, bevor das Angebot entsteht.
- Entschieden wird am großen Muster neben Front und Boden, im Tageslicht und im Abendlicht – nicht am Bildschirm.
Häufige Fragen
Wie viele Dekton-Farben gibt es?
Auf der österreichischen Cosentino-Seite sind derzeit rund 70 bis 80 Dekton-Farben gelistet, verteilt auf Kollektionen wie Silverkoast, Onirika, Stonika, Pietra Kode, Pietra Edition, Kraftizen, Nomak, Industrial, Natural und Solid. Nicht jede Farbe ist in jedem Markt und in jeder Stärke verfügbar – das klären wir vor dem Angebot.
Welche Dekton-Farben sind am beliebtesten?
Cosentino nennt für Arbeitsplatten unter anderem Nara, Arga, Ava, Awake, Marmorio und Rem als häufig gewählte Farben. In unseren Küchen in Wien und Niederösterreich sind helle Marmoroptiken, warme Weißtöne und ruhige Steinoptiken wie Marmorio oder Avorio am häufigsten.
Gibt es Dekton in Holzoptik oder Metalloptik?
Ja, die Amazonik-Linie mit Kedar und Zira bildet warme und gebleichte Eiche nach. Metallische Anmutungen finden sich in der Industrial Collection, etwa bei dunklen, gealterten Dekoren wie Laos oder Trilium. Für Arbeitsplatten sind diese Optiken eher Akzent als Regel.
Sieht Dekton aus wie echter Marmor oder Stein?
Die aktuellen Dekore sind sehr realistisch, vor allem die polierten Stonika-Farben und die samtigen Marmoroptiken. Den Unterschied erkennt man am ehesten an der Kante, wo bei Naturstein die Ader durchläuft und bei Dekton der Grundton zu sehen ist. Mit einer Gehrungskante wirkt auch Dekton wie aus einem Block.
Kann ich Dekton-Muster mit nach Hause nehmen?
Ja. Wir geben Ihnen die zwei oder drei Favoriten aus dem Schauraum mit, damit Sie sie bei Tageslicht und unter Ihrer Küchenbeleuchtung anschauen können. Beim Vor-Ort-Termin besprechen wir die Entscheidung dann gemeinsam am echten Platz.
Wie starte ich, wenn ich noch gar keine Vorstellung habe?
Mit einer kostenlosen Erstberatung im Schauraum in Münchendorf oder Wien. Bringen Sie mit, was in Ihrer Küche bleibt – Boden, Wandfarbe, vielleicht ein Frontmuster – und ein paar Fotos. In einer Stunde kommen wir gemeinsam von dreißig Mustern auf zwei Favoriten.
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