Die Durchgangsküche: wenn der Weg durch die Küche führt

Durchgangsküche planen: Laufwege freihalten, Geräte aus dem Weg, Arbeitsfläche auf einer Seite, Türen und Durchgänge – Lösungen für Altbau und Reihenhaus.

Küchenformen · Einbauküchen-Wissen · Stand 2026-11-05

Kurz gesagt: Eine Durchgangsküche plant man vom Laufweg aus: Die Linie zwischen den beiden Türen bleibt mindestens 90, besser 100 bis 120 cm breit frei, die Küche liegt auf einer Seite davon, und Geräte mit großen Türen – Geschirrspüler, Backofen, Kühlschrank – stehen so, dass sie offen nicht in den Weg ragen. Im Wiener Altbau und im Reihenhaus ist das die häufigste Küchensituation überhaupt. Wir in Münchendorf planen die Durchgangsküche nach Naturmaß, mit Türanschlag und Laufweg im Plan – und mit Fixpreis vor dem Auftrag.

Die Wohnung in der Josefstadt hatte einen Grundriss, wie ihn Wiener Altbauten zu Tausenden haben: Vorzimmer, dahinter die Küche, und erst durch die Küche hindurch erreicht man das Wohnzimmer. Zwei Flügeltüren, einander genau gegenüber, dazwischen 3,80 m Raum, links ein Fenster in den Hof. Die Bewohner hatten sich an den Weg gewöhnt, nicht aber an die Küche, die ihn ständig blockierte: ein offener Geschirrspüler, ein Backofen, der beim Herausziehen des Blechs den Durchgang sperrte, ein Kühlschrank, dessen Tür gegen den Türstock schlug. Die Durchgangsküche ist keine Notlösung, sondern eine eigene Küchenform mit eigenen Regeln. Auf dieser Seite erklären wir, wie breit der Laufweg bleiben muss, welche Seite die Küche bekommt, wohin Geräte mit großen Türen gehören, was mit den Türen selbst geschieht – und wie die Küche in der Josefstadt am Ende den Weg freigab.

Was eine Durchgangsküche ausmacht – und warum sie so häufig ist

Von einer Durchgangsküche spricht man, wenn mindestens zwei Türen in den Raum führen und der Weg zwischen ihnen durch die Küche läuft. Im Wiener Altbau entstand das aus der klassischen Zimmerfolge: Küche am Gang, dahinter das Kabinett oder das Zimmer, das man nur durch die Küche erreicht. Im Reihenhaus ist es die Küche zwischen Vorraum und Garten, mit der Terrassentür am Ende. Im Neubau kommt die Durchgangsküche vor, wenn die Küche als Bindeglied zwischen Essbereich und Speis oder Abstellraum liegt.

In allen drei Fällen ist der Raum nicht nur Küche, sondern auch Verkehrsfläche. Das verändert die Planung: Eine Zeile, die in einer geschlossenen Küche wunderbar funktioniert, steht im Durchgang plötzlich im Weg, weil jemand mit dem Wäschekorb vorbei will, während der Geschirrspüler offen ist.

Die gute Nachricht: Der Laufweg ist zugleich die Arbeitsfläche davor. Wer ihn frei hält, hat automatisch genug Platz vor der Zeile. Die Durchgangsküche zwingt zu einer Klarheit, die vielen Küchen gut täte.

Der Laufweg: die Linie, die frei bleiben muss

Zuerst zeichnen wir in jeden Plan einer Durchgangsküche die Linie zwischen den Türen – nicht den Mittelpunkt, sondern einen Korridor. Mindestens 90 cm breit, damit zwei Menschen aneinander vorbeikommen, besser 100 bis 120 cm, wenn Auszüge auf einer Seite offen stehen können. Liegen die Türen einander nicht genau gegenüber, läuft der Korridor schräg durch den Raum – und genau diese Schräge bestimmt, wie lang die Zeile werden darf.

Alles, was in diesen Korridor hineinragt, wird im Alltag umgangen oder angestoßen: ein Hocker, ein Tisch, eine offene Kühlschranktür, ein Mülleimer. Deshalb gehören Sitzplätze in der Durchgangsküche an die Seite, die vom Korridor abgewandt ist, oder in eine Nische neben einer der Türen. Und Geräte, deren Tür in den Korridor öffnet, bekommen einen anderen Platz.

Beim Vor-Ort-Termin kleben wir diesen Korridor mit Malerkrepp auf den Boden und stellen die Bewohner hinein. Erst dann wird darüber gesprochen, wie breit die Küche werden darf. In der Josefstadt blieb nach dem Korridor von 110 cm auf der Fensterseite eine Tiefe von 1,30 m – genug für eine Zeile mit 65 cm Tiefe und einer schmalen Bank davor.

Die Küche auf einer Seite: die einfachste und oft beste Lösung

Die meisten Durchgangsküchen werden einzeilig, und zwar an der Wand, die vom Korridor weiter entfernt ist – meist die Fensterwand. Die Zeile nimmt Spüle, Geschirrspüler, Kochfeld und Arbeitsfläche auf, am Ende steht ein Hochschrank mit Kühlschrank und Backofen. Die gegenüberliegende Wand bleibt leer oder bekommt eine flache Garderobe, ein Bord, eine Bank.

Diese Aufteilung hat einen praktischen Vorteil: Wer kocht, steht mit dem Rücken zum Korridor, und wer durchgeht, geht hinter dem Kochenden vorbei, nicht zwischen ihm und dem Herd. Dafür muss zwischen Zeile und Korridor Platz für den Kochenden bleiben – rund 90 cm Arbeitsraum vor der Zeile, die beim Durchgehen nicht berührt werden. In Summe braucht eine einzeilige Durchgangsküche damit etwa 2,40 m Raumbreite: 60 cm Zeile, 90 cm Arbeitsraum, 90 cm Korridor.

Ist der Raum schmaler, verschiebt sich der Korridor in den Arbeitsraum – dann teilen sich beide dieselbe Fläche, was bei wenig Durchgangsverkehr erträglich ist. Ist er breiter, bleibt Platz für Sitzplätze oder ein zweites Möbel an der anderen Wand.

Geräte aus dem Weg: Geschirrspüler, Backofen, Kühlschrank

Drei Geräte haben Türen, die weit in den Raum ragen: der Geschirrspüler mit seiner Klapptür, der Backofen und der Kühlschrank. In einer Durchgangsküche entscheidet ihr Platz darüber, ob der Weg frei bleibt. Der Geschirrspüler steht in der Zeile neben der Spüle, mit der Tür in den Arbeitsraum, nicht am Zeilenende neben der Tür – dort würde er beim Beladen den Durchgang sperren.

Der Backofen gehört in den Hochschrank am Ende der Zeile, in Arbeitshöhe, und zwar an jenem Ende, das von den Türen am weitesten entfernt ist. So liegt sein offenes Blech im Arbeitsraum. Der Kühlschrank öffnet seitlich; er steht im selben Hochschrank oder daneben, mit dem Anschlag so, dass die offene Tür parallel zur Wand steht und nicht quer in den Korridor. Ein Kühlschrank, dessen Tür gegen den Türstock schlägt, lässt sich nie ganz öffnen – ein Fehler, den wir im Altbau regelmäßig vorfinden.

Das Kochfeld liegt in der Mitte der Zeile, mit Arbeitsfläche links und rechts, aber nicht direkt vor einer Tür: Wer mit heißem Topf hantiert, soll nicht von hinten angerempelt werden. In der Josefstadt wanderte das Kochfeld deshalb vom Zeilenende an der Wohnzimmertür in die Mitte unter das Fenster.

Die Türen: Anschlag, Schiebetür oder Türblatt weglassen

Zwei Türen in einer Küche sind zwei Flächen, die beim Öffnen Platz brauchen. Eine Tür, die in die Küche hinein aufgeht, nimmt 80 bis 90 cm Wand und Boden – und kollidiert oft mit dem letzten Schrank der Zeile. Die erste Frage beim Vor-Ort-Termin lautet deshalb: Kann die Tür nach außen aufgehen, in den Vorraum oder das Wohnzimmer? Im Altbau ist das meist eine Frage des Türstocks und lässt sich beim Tausch des Türblatts lösen.

Die zweite Möglichkeit ist die Schiebetür, die vor der Wand oder in der Wand läuft. Vor der Wand braucht sie neben der Öffnung die Breite des Türblatts als freie Wandfläche – dort kann dann kein Schrank stehen, aber ein Bord oder eine Garderobe. In der Wand ist sie die eleganteste Lösung, aber nur bei Umbau der Wand möglich. Die dritte Möglichkeit ist die ehrlichste: das Türblatt weglassen und den Durchgang offen lassen. Zwischen Küche und Wohnzimmer ist das heute oft gewünscht; zwischen Küche und Vorzimmer eher nicht, wegen Gerüchen und Geräuschen.

Was auch immer gewählt wird, wir zeichnen den Schwenkbereich der Tür in den Plan und prüfen ihn gegen jede Schranktür und jeden Auszug. In Serienküchen ist das die häufigste Quelle für Beschädigungen: eine Tür, die gegen den Griff des Endschranks schlägt.

Aus der Werkstatt: die Durchgangsküche in der Josefstadt

Zurück zur Wohnung mit den zwei Flügeltüren. Die Ausgangslage: Raum 3,80 × 2,60 m, Fenster links in den Hof, Türen einander gegenüber an den kurzen Seiten, alte Küche zweizeilig mit 85 cm Gang, Kühlschrank am Türstock. Der Wunsch: eine Küche, die den Weg freigibt, mehr Arbeitsfläche, ein Platz für den Morgenkaffee. Die Sorge: dass eine einzige Zeile zu wenig Stauraum bringt.

Die Entscheidung: einzeilig an der Fensterwand, 3,80 m von Wand zu Wand nach Naturmaß, mit 65 cm Tiefe für mehr Auszugvolumen. Reihenfolge von der Vorzimmertür aus: Hochschrank mit Kühlschrank und Backofen in Arbeitshöhe, Arbeitsfläche, Kochfeld unter dem Fenster, Arbeitsfläche, Spüle mit Geschirrspüler daneben – so öffnet sich keine Gerätetür in Richtung der Türen. Die Vorzimmertür wurde zum Nach-außen-Öffnen umgehängt, die Wohnzimmertür blieb als Flügeltür, aber mit Anschlag auf der Seite, die vom Endschrank wegführt.

An der gegenüberliegenden Wand: ein Bord in Eiche und darunter eine schmale Bank mit 35 cm Tiefe für den Kaffee am Morgen, außerhalb des Korridors. Fronten in seidenmattem Graulack, Arbeitsplatte aus Dekton: Neben dem 60 cm breiten Hochschrank blieben genau 3,20 m Zeile – das Großformat von Dekton, also ein einziges Stück ohne Fuge. Der Stauraum: mehr als in der alten zweizeiligen Küche, weil die Hochschränke die Höhe nutzen. Montage an zwei Tagen durch unser Team, zum Preis aus dem Angebot.

Zweizeilig im Durchgang und die Terrassentür im Reihenhaus

Nicht immer reicht eine Zeile. Bei breiten Durchgangsküchen ab etwa 3,00 m Raumbreite lässt sich auch die zweite Wand nutzen – aber dann als flache Zeile mit 45 cm Tiefe oder als Hochschrankwand, und der Gang zwischen den Zeilen wird zum Korridor. Er sollte dann 120 cm haben, weil er beides ist: Laufweg und Arbeitsraum. Geräte mit Klapptüren bleiben auf einer Seite, die gegenüberliegende Zeile bekommt Hochschränke mit seitlich öffnenden Türen.

Im Reihenhaus liegt die zweite Tür oft am Ende des Raums zur Terrasse. Dort ist die Halbinsel eine gute Lösung: Sie schließt an die Zeile an, teilt den Raum in Küche und Weg, und ihre Sitzplätze liegen auf der Seite der Terrassentür – wer vom Garten kommt, setzt sich an den Tresen, ohne die Küche zu betreten. Der Korridor läuft dann an der Halbinsel vorbei, nicht durch die Küche.

In beiden Fällen gilt die Reihenfolge der Planung: erst der Korridor, dann die Zeile, dann die Geräte. Im Schauraum in Münchendorf oder Wien zeigen wir Halbinsel und flache Zeile am Muster, mit offenen Auszügen – dann merkt man, was 45 cm Tiefe im Alltag bedeuten.

Wie wir die Durchgangsküche planen – vom Grundriss bis zur Montage

Für eine erste Einschätzung reicht ein Grundriss mit beiden Türen, ihrer Anschlagrichtung und dem Fenster, dazu die Raummaße. Daraus sehen wir innerhalb von 24 Stunden, wo der Korridor liegt und welche Seite die Küche bekommt. Beim Vor-Ort-Termin nimmt ein Tischlermeister das Naturmaß – im Altbau mit allen schiefen Wänden und Türstöcken – und klebt den Korridor auf den Boden.

Dann folgt die Planung mit Visualisierung, in der Sie die Küche aus beiden Türen sehen: von der Vorzimmertür und vom Wohnzimmer. Das ist bei der Durchgangsküche wichtiger als bei jeder anderen Form, weil die Küche aus zwei Richtungen betrachtet wird. Im Schauraum legen wir Muster nebeneinander und klären, ob die Tür umgehängt, getauscht oder weggelassen wird.

Das Angebot enthält alle Positionen, auch die Tür, falls wir sie als Tischler mit erneuern. Der Preis steht fest, bevor Sie beauftragen. Fertigung in unserer Werkstatt in 5 bis 6 Wochen, Montage durch unser eigenes Team in wenigen Tagen – und der Weg durch die Küche ist danach genau das: ein Weg.

Bei Ihnen führt der Weg ins Wohnzimmer mitten durch die Küche? Ein Grundriss mit beiden Türen und ein Foto genügen – wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, wo der Laufweg liegt und wie viel Küche daneben Platz hat. Beim Vor-Ort-Termin kleben wir den Korridor auf den Boden, bevor ein einziger Schrank gezeichnet wird. Kostenlos anfragen

Das Wichtigste in Kürze

  1. Zuerst den Korridor zwischen den Türen zeichnen: 90 cm mindestens, 100 bis 120 cm mit offenen Auszügen.
  2. Die Küche kommt auf die Seite, die vom Korridor weiter entfernt ist – meist einzeilig an der Fensterwand mit Hochschrank am Ende.
  3. Geschirrspüler neben der Spüle in die Zeilenmitte, Backofen in den Hochschrank am türfernen Ende, Kühlschranktür parallel zur Wand.
  4. Türen nach außen umhängen, als Schiebetür ausführen oder weglassen – und den Schwenkbereich gegen jeden Schrank prüfen.
  5. Eine zweite Zeile nur bei über 3,00 m Raumbreite, flach oder als Hochschrankwand, mit 120 cm Korridor dazwischen.

Häufige Fragen

Wie breit muss der Durchgang in einer Durchgangsküche sein?

Mindestens 90 cm, damit zwei Menschen aneinander vorbeikommen. Können Auszüge oder Gerätetüren in den Durchgang öffnen, besser 100 bis 120 cm. Der Korridor wird als Erstes in den Plan gezeichnet, dann die Küche daneben.

Auf welche Seite kommt die Küche im Durchgang?

Auf die Seite, die vom Laufweg weiter entfernt ist, meist die Fensterwand. Dort steht die Zeile mit Spüle, Kochfeld und Geschirrspüler, am türfernen Ende ein Hochschrank mit Kühlschrank und Backofen. Die andere Wand bleibt frei oder bekommt ein Bord und eine schmale Bank.

Wohin mit dem Geschirrspüler in einer Durchgangsküche?

Neben die Spüle in die Mitte der Zeile, mit der Tür in den Arbeitsraum. Am Zeilenende neben einer Tür sperrt er beim Beladen den Durchgang. Backofen und Kühlschrank gehören in den Hochschrank am türfernen Ende.

Was macht man mit den Türen in einer Durchgangsküche?

Nach außen umhängen, als Schiebetür vor oder in der Wand ausführen oder das Türblatt weglassen. Entscheidend ist, dass der Schwenkbereich keine Schranktür und keinen Auszug trifft – das prüfen wir beim Naturmaß gegen jeden Schrank.

Geht eine zweizeilige Küche im Durchgang?

Ab etwa 3,00 m Raumbreite, wenn die zweite Zeile flach mit 45 cm Tiefe oder als Hochschrankwand mit seitlich öffnenden Türen gebaut wird und der Gang dazwischen 120 cm behält. Geräte mit Klapptüren bleiben auf einer Seite.

Wie starte ich die Planung meiner Durchgangsküche?

Mit einem Grundriss, auf dem beide Türen mit Anschlagrichtung und das Fenster eingezeichnet sind, plus den Raummaßen. Sie bekommen innerhalb von 24 Stunden eine Einschätzung, wo der Korridor liegt und welche Küche daneben passt. Danach Naturmaß, Visualisierung und ein Angebot mit Fixpreis vor dem Auftrag.

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