Die Hochschrankwand: Geräte und Vorräte hinter einer Fläche
Hochschrankwand planen: Reihenfolge der Schränke, Geräte in Arbeitshöhe, Apothekerauszug, Pocket-Türen, Deckenanschluss – die ruhige Rückseite der Küche.
Küchenformen · Einbauküchen-Wissen · Stand 2026-11-05
Kurz gesagt: Eine Hochschrankwand ist eine durchgehende Reihe deckenhoher Schränke, in der Kühlschrank, Backofen und Dampfgarer in Arbeitshöhe, Vorräte in Auszügen und der Besenschrank hinter einer einzigen ruhigen Fläche verschwinden. Geplant wird sie von der Arbeitsfläche aus: Geräte dorthin, wo man beim Kochen steht, Vorrat in die Mitte, Besen und Staubsauger an den Rand. Wir in Münchendorf fertigen die Wand nach Naturmaß bis zur Decke und bis an die Wand, ohne Passleiste – mit Fixpreis vor dem Auftrag.
Montagetag in einem Reihenhaus in Mödling, acht Uhr früh. Unser Team trägt vier Hochschrankkorpusse die Stiege hinauf, jeder 2,42 m hoch, auf den Zentimeter genau für eine Raumhöhe von 2,50 m gefertigt. Bis Mittag stehen sie nebeneinander an der Wand, lot- und fluchtgerecht, dann kommen Kühlschrank, Backofen und Dampfgarer hinein, zuletzt die Fronten. Als die letzte Tür hängt, sieht die Wand aus wie eine einzige Fläche in Nuss – und niemand, der das Haus nicht kennt, würde dahinter eine Küche vermuten. Genau das ist die Idee der Hochschrankwand. Auf dieser Seite erklären wir, in welcher Reihenfolge die Schränke stehen sollten, auf welche Höhe Geräte gehören, was Apothekerauszug und Pocket-Türen leisten, wie der Anschluss an Decke und Wand gelingt – und was in Mödling den Unterschied machte.
Was eine Hochschrankwand leistet – und was sie von Oberschränken unterscheidet
Eine Hochschrankwand bündelt alles, was in einer Küche hoch ist, an einer Stelle. Statt Kühlschrank hier, Backofen dort und Besenschrank im Vorzimmer stehen die Geräte und Vorräte nebeneinander, hinter Fronten in einer Linie. Die restliche Küche – Zeile, Insel, Fensterwand – bleibt niedrig und frei. Das ist der Grund, warum Küchen mit Hochschrankwand aufgeräumt wirken, obwohl sie mehr enthalten als Küchen mit Oberschränken.
Stauraum gibt es in der Hochschrankwand in einer Form, die Oberschränke nicht bieten: in der Tiefe. Ein Hochschrank hat 60 cm Tiefe statt 35 cm und reicht vom Boden bis zur Decke, mit Auszügen, die man auf Hüft- und Augenhöhe bedient. Das gilt auch für Geräte: Ein Backofen auf 90 cm Höhe ist bequemer als einer unter dem Kochfeld, ein Kühlschrank im Hochschrank hat die Türe dort, wo man hineinschaut.
Der Preis dafür ist Wandfläche. Eine vollständige Hochschrankwand mit Kühl- und Gefrierschrank, Backofen, Dampfgarer, Vorrat und Besen braucht 2,40 bis 3,00 m Wand. Wer sie hat, bekommt dafür eine Küche, die mit weniger Schränken an den übrigen Wänden auskommt.
Die Reihenfolge der Schränke: vom Kochplatz aus gedacht
Die Hochschrankwand plant man nicht von links nach rechts, sondern von der Arbeitsfläche aus. Welcher Schrank steht am nächsten zur Zeile oder Insel? Das ist der Platz für den Backofen und den Dampfgarer, weil man von dort mit dem heißen Blech den kürzesten Weg hat. Daneben, Richtung Raummitte oder Esstisch, der Kühlschrank – er wird beim Kochen und beim Decken gebraucht und soll von beiden Seiten gut erreichbar sein.
Die Vorräte kommen in die Mitte der Wand, in Auszüge mit voller Tiefe, auf Höhen, die man ohne Bücken erreicht. Ganz oben und ganz unten liegt, was selten gebraucht wird: Backformen, Vorratsdosen, die große Platte für Weihnachten. Am äußeren Rand, möglichst nahe der Tür, steht der Besenschrank mit Staubsauger, Bügelbrett und Putzmitteln – ein Schrank, der mit Kochen nichts zu tun hat und deshalb den Kochplatz nicht blockieren soll.
In Mödling lag die Zeile links der Hochschrankwand. Also Backofen und Dampfgarer ganz links, dann Kühl-Gefrier-Kombination, dann zwei Vorratsschränke, rechts außen der Besenschrank neben der Tür zum Vorzimmer. Ein Weg vom Kühlschrank zur Arbeitsplatte: zwei Schritte.
- Backofen und Dampfgarer am Ende zur Arbeitsfläche hin, Geräte übereinander auf 80 bis 140 cm Höhe
- Kühlschrank daneben, von Zeile und Esstisch aus erreichbar
- Vorrat in der Mitte in Vollauszügen, selten Gebrauchtes ganz oben und ganz unten
- Besenschrank am äußeren Rand nahe der Tür
Geräte in Arbeitshöhe: Backofen, Dampfgarer, Kaffeemaschine
Die richtige Höhe für den Backofen ist die, bei der man das Blech ohne Bücken und ohne Hochheben herauszieht: Die Unterkante des Backofens liegt dann etwa 80 bis 95 cm über dem Boden, bei großen Menschen auch 100 cm. Darüber passt ein Dampfgarer oder Kombigerät mit 45 cm Höhe, sodass die Oberkante des zweiten Geräts bei rund 140 cm endet – noch gut einsehbar, ohne dass man auf Zehenspitzen schaut.
Unter dem Backofen bleibt Platz für eine Wärmeschublade oder einen Auszug für Bleche, über dem Dampfgarer ein Fach für Kochbücher oder den Kaffeevollautomaten. Wer die Kaffeemaschine einbaut, braucht eine Höhe, auf der man die Tasse sieht: etwa 110 bis 130 cm für die Unterkante des Geräts. Mehrere Geräte übereinander ergeben so einen Geräteturm, der auf 60 cm Breite drei Funktionen stapelt.
Was dabei oft vergessen wird: Geräte brauchen Luft. Hinter und über Backofen, Dampfgarer und Kühlschrank muss die vom Hersteller vorgeschriebene Lüftung bleiben, meist über Lüftungsgitter im Sockel und einen Luftkanal hinter dem Korpus. Wir planen das in den Schrank ein, bevor die Front gezeichnet wird – sonst läuft der Kühlschrank heiß und der Backofen verzieht die Nachbarfront.
Apothekerauszug, Vorratsauszüge und Innenladen: der Stauraum dahinter
Der Apothekerauszug ist der schmale, hohe Auszug mit 30 bis 45 cm Breite, bei dem die ganze Front nach vorn fährt und die Böden von beiden Seiten zugänglich sind. Er ist ideal für Flaschen, Dosen und Gewürze – alles, was man von der Seite sieht. Für breite Vorräte wie Mehl, Nudeln, Müsli oder die Brotdose sind breite Vorratsauszüge mit 60 bis 90 cm besser: Türen öffnen, Auszüge herausziehen, alles von oben im Blick.
In der Hochschrankwand kombinieren wir meist beide Formen. Ein Apothekerauszug neben dem Backofen für Öl, Essig und Gewürze, zwei breite Vorratsschränke mit je vier bis fünf Innenauszügen hinter einer großen Tür, dazu ein Geschirrschrank mit flachen Innenladen für Tassen und Besteck, das nicht täglich gebraucht wird. Jede Innenlade läuft auf gedämpften Vollauszügen und trägt 30 kg – Mehlsäcke und Dosen sind schwer.
Die Höhen der Innenladen legen wir beim Vor-Ort-Termin nach dem fest, was tatsächlich hinein soll. Dafür fragen wir nach: Wie viele Flaschen, welche Vorratsdosen, Thermomix ja oder nein? Ein Auszug, der 2 cm zu niedrig ist, bleibt leer, egal wie schön er läuft.
Pocket-Türen: die Küche hinter der Wand
Pocket-Türen – auf Deutsch Einschubtüren – öffnen sich wie normale Türen und verschwinden dann seitlich in den Schrank. Dahinter liegt eine Nische, die man bei offener Tür wie eine kleine Arbeitsfläche nutzt: Kaffeemaschine, Toaster, Mixer, eine Steckdose, ein Bord für Tassen. Ist das Frühstück vorbei, zieht man die Türen heraus und schließt sie – die Wand ist wieder glatt.
Für eine Hochschrankwand ist das die eleganteste Antwort auf die Frage, wohin die Kleingeräte sollen, die sonst auf der Arbeitsplatte stehen. Die Frühstücksstation braucht etwa 90 bis 120 cm Breite und in der Höhe den Abschnitt zwischen 90 und 160 cm. Darunter und darüber bleiben normale Auszüge. Die Türen laufen auf eigenen Beschlägen, die den Schrank innen jeweils rund 8 cm schmaler machen – das rechnen wir in die Breite ein.
Wichtig ist die Belüftung hinter der Pocket-Tür: Eine Kaffeemaschine gibt Dampf ab, ein Toaster Hitze. Wir setzen die Rückwand in der Nische aus Dekton oder einem beschichteten Material, das Feuchtigkeit verträgt, und planen eine kleine Lüftungsöffnung nach oben ein. Im Schauraum in Münchendorf steht eine solche Station – mit geschlossenen Türen sieht man nichts von ihr.
Deckenanschluss, Tiefe und Fronten: wie die Wand ruhig wird
Eine Hochschrankwand wirkt nur dann wie eine Fläche, wenn sie oben und seitlich sauber abschließt. Beim Deckenanschluss gibt es zwei Wege: Die Schränke reichen selbst bis zur Decke, mit einer ganz schmalen Fuge, die wir nach dem Naturmaß der Deckenhöhe einstellen; oder eine Blende überdeckt die letzten Zentimeter, in derselben Front wie die Türen, sodass man sie nicht als Blende erkennt. In Altbauten mit welligen Decken ist die Blende meist die sauberere Lösung, im Neubau geht die Front bis oben.
Die Tiefe ist das zweite Thema. Ein Standardkühlschrank braucht 60 cm Nischentiefe plus Lüftung, moderne Backöfen ebenso. Bauen wir die ganze Wand mit 65 cm Tiefe, bleibt für die Geräte Luft und für die Vorratsauszüge 5 cm mehr Platz – und die Fronten liegen alle in einer Ebene, ohne dass der Kühlschrank vorsteht. Seitlich schließt die Wand an die Raumwand mit einem schmalen Wandanschluss, den wir vor Ort an die tatsächliche Wand anpassen.
Bei den Fronten gilt: je weniger Unterbrechung, desto ruhiger. Grifflose Türen mit Tip-on oder einer Griffleiste in der Frontfarbe, durchlaufendes Furnierbild über alle Türen, keine sichtbaren Gerätegriffe. In Mödling wurde das Nussfurnier so gelegt, dass die Maserung über alle sechs Türen hinweg durchläuft – ein Detail, das nur in der eigenen Werkstatt möglich ist, weil wir die Furnierblätter dafür in einer Reihenfolge verarbeiten.
Aus der Werkstatt: die Hochschrankwand in Mödling
Zurück zum Montagetag. Die Ausgangslage im Reihenhaus: eine Küche von 14 Quadratmetern mit Fenster, Zeile unter dem Fenster, gegenüber eine Wand von 3,00 m mit der Tür zum Vorzimmer am rechten Ende. Die alte Küche hatte Oberschränke an beiden Wänden, einen freistehenden Kühlschrank und einen Backofen unter dem Kochfeld. Der Wunsch der Familie: alle Geräte an einer Wand, mehr Vorrat, die Fensterzeile frei.
Die Entscheidung fiel bei der Planung mit Visualisierung: eine Hochschrankwand über die vollen 3,00 m, fünf Schränke à 60 cm, in der Reihenfolge Geräteturm, Kühl-Gefrier-Kombination, zwei Vorratsschränke, Besenschrank an der Tür. Dazu der Wunsch nach einer Frühstücksstation – wir setzten sie in den ersten Vorratsschrank hinter Pocket-Türen, mit Dekton-Rückwand und Steckdose. Beim Naturmaß zeigte sich, dass die Decke von links nach rechts um 1,5 cm abfiel; wir fertigten die Korpusse 2,42 m hoch und schlossen mit einer Blende in Nuss ab.
Das Ergebnis: eine Wand in Nussfurnier mit durchlaufender Maserung, grifflos, gegenüber eine Fensterzeile ohne einen einzigen Oberschrank. Die Familie hat heute mehr Vorrat untergebracht als früher in zwei Wänden Oberschränken. Montage an zwei Tagen durch unser Team, der Preis stand mit dem Angebot fest, bevor beauftragt wurde.
Typische Fehler bei der Hochschrankwand – und der nächste Schritt
Der häufigste Fehler ist der Backofen zu hoch: Wer das Gerät auf Augenhöhe setzt, hebt das Blech über Kopf aus dem Rohr. Der zweite ist der Kühlschrank am falschen Ende, sodass seine Tür gegen die Raumwand schlägt und nur 90 Grad öffnet – dann lassen sich die Auszüge im Inneren nicht herausziehen. Der dritte ist die vergessene Lüftung, die den Kühlschrank laut macht und die Nachbarfront verzieht. Und der vierte ist die Serienküche, bei der die Hochschränke 10 cm unter der Decke enden und die Wand nicht bis zur Raumwand reicht.
All das lässt sich vermeiden, wenn die Wand als Ganzes geplant wird. Für eine erste Einschätzung reicht ein Foto der Wand, ihre Länge und die Raumhöhe an beiden Enden. Daraus sehen wir innerhalb von 24 Stunden, welche Geräte und wie viel Vorrat auf die Wand passen. Beim Vor-Ort-Termin nimmt ein Tischlermeister das Naturmaß an Decke, Wand und Boden.
Danach erhalten Sie eine Planung mit Visualisierung und ein Angebot mit allen Positionen – vom Geräteturm bis zur Pocket-Tür. Der Preis steht fest, bevor Sie beauftragen; Fertigung in unserer Werkstatt in 5 bis 6 Wochen, Montage durch unser eigenes Team.
Sie wollen alle Geräte und Vorräte hinter einer einzigen ruhigen Wand haben? Ein Foto der Wand mit Länge und Raumhöhe genügt für eine Einschätzung innerhalb von 24 Stunden. Beim Vor-Ort-Termin legen wir die Reihenfolge der Schränke und die Höhe jedes Geräts gemeinsam fest – nach Ihrem Kochen, nicht nach dem Katalog. Kostenlos anfragen
Das Wichtigste in Kürze
- Die Hochschrankwand plant man von der Arbeitsfläche aus: Geräteturm zur Zeile hin, Kühlschrank daneben, Vorrat in der Mitte, Besen am Rand.
- Backofen-Unterkante auf 80 bis 95 cm, Dampfgarer darüber – die Oberkante des zweiten Geräts bleibt unter 140 cm.
- Apothekerauszug für Flaschen und Gewürze, breite Vorratsschränke mit Innenauszügen für alles, das man von oben sehen will.
- Pocket-Türen verstecken die Frühstücksstation samt Kleingeräten – mit feuchtigkeitsfester Rückwand und Lüftung.
- Mit 65 cm Tiefe, Deckenanschluss nach Naturmaß und durchlaufender Front wird die Wand zur ruhigen Fläche.
Häufige Fragen
Wie breit muss eine Hochschrankwand sein?
Eine vollständige Wand mit Geräteturm, Kühl-Gefrier-Kombination, zwei Vorratsschränken und Besenschrank braucht 2,40 bis 3,00 m. Mit weniger Wand lässt man den Besenschrank weg oder kombiniert Kühl- und Vorratsschrank.
In welcher Reihenfolge sollten die Hochschränke stehen?
Backofen und Dampfgarer am Ende zur Arbeitsfläche, daneben der Kühlschrank, in der Mitte die Vorräte, am äußeren Rand nahe der Tür der Besenschrank. So bleiben die Wege beim Kochen kurz und der Putzschrank blockiert den Kochplatz nicht.
Auf welche Höhe gehört der Backofen in der Hochschrankwand?
Die Unterkante auf etwa 80 bis 95 cm, bei großen Menschen bis 100 cm. Dann zieht man das Blech ohne Bücken und ohne Heben heraus. Ein Dampfgarer darüber endet mit der Oberkante bei rund 140 cm und bleibt gut einsehbar.
Was sind Pocket-Türen in der Küche?
Einschubtüren, die sich öffnen und dann seitlich in den Schrank schieben lassen. Dahinter liegt eine Nische für Kaffeemaschine, Toaster und Mixer mit Steckdose. Nach dem Frühstück werden die Türen geschlossen, und die Wand ist wieder glatt.
Muss eine Hochschrankwand bis zur Decke gehen?
Sie sollte, weil ein Spalt zwischen Schrank und Decke Staub sammelt und die Wand unruhig macht. Nach Naturmaß fertigen wir die Schränke bis zur Decke oder schließen mit einer Blende in der Frontfarbe ab, wenn die Decke nicht gerade ist.
Wie starte ich die Planung einer Hochschrankwand?
Mit einem Foto der Wand, ihrer Länge und der Raumhöhe an beiden Enden. Sie bekommen innerhalb von 24 Stunden eine Einschätzung, welche Geräte und wie viel Vorrat auf die Wand passen. Danach folgen Naturmaß, Planung mit Visualisierung und ein Angebot mit Fixpreis vor dem Auftrag.
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