Wohnwand und TV-Möbel nach Maß
Wohnwand nach Maß: TV-Nische, Kabelführung, Vitrinen, geschlossener Stauraum, Kamin, indirektes Licht – Möbel, die zur Architektur werden.
Schränke für jeden Raum · Einbauschränke nach Maß · Stand 2026-11-04
Kurz gesagt: Eine Wohnwand wirkt ruhig, wenn der Fernseher in einer Nische sitzt, deren Bildmitte auf Augenhöhe der Sitzenden liegt, wenn alle Kabel und Geräte hinter Fronten mit Lüftung und Revisionsklappe verschwinden und wenn geschlossener Stauraum deutlich mehr Fläche hat als offene Fächer. Geplant als Teil der Wand – von Boden bis Decke, um Fenster, Kamin oder Tür herum – wird das Möbel zur Architektur. Wir in Münchendorf fertigen Wohnwände nach Naturmaß und montieren sie mit dem eigenen Team zum Fixpreis vor Auftrag.
Das Wohnzimmer in Wien-Hietzing hatte eine 4,50 m lange Wand, und auf ihr stand ein Lowboard mit einem 65-Zoll-Fernseher, einer Soundbar, einem Receiver, einer Spielkonsole und einem Bündel Kabel, das wie eine graue Pflanze hinter dem Gerät hervorwuchs. Links davon ein Regal mit Büchern und Schallplatten, rechts ein Fenster, davor ein Heizkörper. Das Paar sagte beim Vor-Ort-Termin: „Der Fernseher ist das Erste, was man sieht, wenn man hereinkommt – und wir schauen eigentlich nicht viel.“ Das ist die Aufgabe einer Wohnwand nach Maß: den Fernseher aufnehmen, ohne dass er den Raum beherrscht, die Technik verstecken, ohne dass sie überhitzt, und Stauraum schaffen, der aussieht, als wäre er immer da gewesen. Auf dieser Seite erklären wir, wie man die TV-Nische richtig setzt, wohin die Kabel gehören, wie viel offen bleiben darf und wie aus der Wand in Hietzing ein ruhiges Möbel wurde.
Warum eine Wohnwand nach Maß ruhiger wirkt als Lowboard und Regale
Serienmöbel für das Wohnzimmer kommen als Teile: Lowboard, Hängeschrank, zwei Regale, ein Paneel für den Fernseher. Jedes Teil hat eigene Kanten und Höhen. Das Auge zählt diese Kanten, auch wenn man es nicht merkt – ein Wohnzimmer mit zwanzig Kanten wirkt unruhig, selbst aufgeräumt.
Eine Wohnwand nach Maß ist ein Teil. Sie läuft von Wand zu Wand und oft bis zur Decke, hat eine durchgehende Front und wenige, gezielt gesetzte Öffnungen. Der Fernseher sitzt in einer Nische, die nicht größer ist als nötig, die Geräte darunter hinter einer Klappe, die Bücher in einem offenen Feld, dessen Proportion zur Wand stimmt. Was bleibt, ist eine Fläche mit zwei oder drei Ausschnitten statt einer Sammlung aus Kästen.
Beim Vor-Ort-Termin messen wir deshalb nicht nur die Wand, sondern den ganzen Raum: Wo steht das Sofa, wo kommt Tageslicht herein, wo sind Steckdosen und Antennendose, wie hoch sitzen die Augen auf der Couch? Aus diesen Zahlen entsteht die Wohnwand – nicht aus dem, was der Katalog an Modulen hergibt.
Der Fernseher: Höhe, Abstand und Nische richtig planen
Die häufigste Fehlplanung ist der Fernseher zu hoch. Über dem Kamin, über dem Sideboard, auf Augenhöhe im Stehen – und dann schaut man eine Stunde lang mit dem Kopf im Nacken. Die Bildmitte gehört auf Augenhöhe der Sitzenden, bei einem üblichen Sofa also rund 100 bis 110 cm über dem Boden. Die Unterkante eines 65-Zoll-Geräts liegt dann bei etwa 60 bis 70 cm, was für ein Lowboard darunter noch Platz lässt.
Der Abstand zum Sofa hängt von der Bildgröße und der Auflösung ab. Bei 4K-Geräten gilt etwa das 1,5-fache der Diagonale als angenehm, bei älteren Geräten eher das Doppelte; bei 65 Zoll sind das rund 2,50 bis 3,30 m. Wer näher sitzt, sollte das Gerät kleiner wählen, nicht die Wohnwand größer. Wir fragen beim Termin, welcher Fernseher kommt – und planen die Nische 5 bis 8 cm breiter und höher, damit ein späteres Gerät noch hineinpasst.
Die Nische selbst kann offen sein oder mit einer Rückwand, die den Fernseher rahmt. Eine Rückwand aus Holz oder dunklem Lack lässt das schwarze Rechteck zurücktreten; die Soundbar bekommt darunter eine eigene, flache Nische mit Stoff oder Gitter davor, damit der Klang frei bleibt.
- Bildmitte auf Augenhöhe im Sitzen: etwa 100 bis 110 cm über dem Boden
- Sitzabstand bei 4K rund das 1,5-fache der Diagonale, bei 65 Zoll etwa 2,50 m aufwärts
- TV-Nische 5 bis 8 cm größer als das Gerät – Reserve für das nächste Modell
- Soundbar in eigener Nische mit freiem Schallweg, nicht hinter Holz
Kabel und Technik verstecken: Leerrohr, Revisionsklappe, Lüftung
Die graue Pflanze hinter dem Fernseher in Hietzing bestand aus zwei HDMI-Kabeln, Strom, Antenne, Netzwerk und dem Kabel der Soundbar. Diese Kabel müssen vom Fernseher zu den Geräten und zur Steckdose, und zwar so, dass man sie nie wieder sieht, aber jederzeit erreicht. Die Lösung ist ein Kabelkanal im Möbel: ein Hohlraum hinter der TV-Rückwand, der nach unten in das Gerätefach führt, mit einer Öffnung oben hinter dem Gerät und einer unten.
Wenn die Wand neu verputzt wird, legen wir ein Leerrohr mit 40 bis 50 mm Durchmesser in die Wand, durch das später jedes Kabel nachgezogen werden kann. Wenn nicht, läuft der Kanal im Möbel. In beiden Fällen bekommt das Gerätefach eine Revisionsklappe oder abnehmbare Rückwand, damit man an die Stecker kommt, ohne das Möbel abzubauen.
Geräte werden warm. Ein Receiver oder eine Konsole in einem geschlossenen Fach ohne Luft schaltet im Sommer ab oder altert schneller. Wir planen Lüftungsschlitze unten und oben im Gerätefach, eine Rückwand mit Abstand zur Wand oder ein Gitter in der Front. Für die Fernbedienung braucht die Klappe entweder einen Infrarot-Durchlass – ein Stoff- oder Gitterfeld – oder die Geräte werden über Funk gesteuert, was heute die meisten können.
Offen und geschlossen: wie viel Vitrine, wie viel Stauraum
Eine Wohnwand lebt von der Verteilung zwischen offen und geschlossen. Offene Fächer zeigen, was man zeigen will: Bücher, ein paar Objekte, Schallplatten. Geschlossene Flächen nehmen alles andere: Spiele, Fotoalben, Decken, das Werkzeug zum Fernseher, die Dinge, die in jedem Wohnzimmer da sind und nirgends hingehören. Als Faustregel hat sich bewährt, dass geschlossene Flächen mindestens zwei Drittel ausmachen – darunter wird es ein Regal mit Schranktüren, darüber eine Wand mit Löchern.
Vitrinen mit Glas und Licht sind das Mittel, Dinge zu zeigen und trotzdem staubfrei zu halten. Sie funktionieren am besten als ein einzelnes, bewusst gesetztes Feld, nicht als Reihe. In Hietzing wurde die Schallplattensammlung zu einer Vitrine mit 1,20 m Breite links vom Fernseher – Glas davor, LED-Profil oben, die Platten als Farbfläche sichtbar.
Offene Fächer brauchen Proportion. Ein Bücherfach mit 35 cm Höhe und 60 bis 80 cm Breite ist leicht zu füllen und zu ordnen; ein Fach mit 1 m Breite biegt sich unter Büchern und wirkt leer, sobald ein Buch fehlt. Wir zeichnen die Fächer nach dem, was hineinkommt, und zeigen in der Visualisierung, wie die Wand mit Inhalt aussieht – nicht leer, wie im Prospekt.
Aus der Werkstatt: das Wohnzimmer in Wien-Hietzing
Die Ausgangslage: 4,50 m Wand, 2,70 m Raumhöhe, rechts ein Fenster mit Heizkörper darunter, links eine Tür zum Vorraum, die 80 cm Wand abschneidet. Ein 65-Zoll-Gerät, Soundbar, Receiver, Konsole, rund 300 Schallplatten und zwei Laufmeter Bücher. Das Sofa stand 3 m vor der Wand, die Augenhöhe im Sitzen lag bei 105 cm. Der Wunsch: ein ruhiges Möbel, der Fernseher nicht als Mittelpunkt, die Platten sichtbar.
Die Entscheidung: eine Wohnwand von der Vorraumtür bis zum Fenster, 3,70 m breit und bis zur Decke. Unten ein durchgehendes Lowboard mit 50 cm Höhe und geschlossenen Klappen, darin das Gerätefach mit Lüftungsgitter und Revisionsrückwand. Darüber die TV-Nische mit Rückwand in dunklem Nussfurnier, die Bildmitte auf 105 cm, daneben links die Plattenvitrine mit Licht. Rechts, am Fenster, ein schmaler Hochschrank mit Türen bis zur Decke, der den Heizkörper mit einem offenen Fach darüber freiließ. Über der TV-Nische ein geschlossenes Feld bis zur Decke in demselben Lack wie die Wand.
Fronten in mattem Lack im Weißton der Wand, grifflos mit Tip-on, die Vitrine und die TV-Rückwand in Nuss als einziger Akzent. Fertigung in Münchendorf in sechs Wochen, Montage an eineinhalb Tagen inklusive Verkabelung durch unser eigenes Team. Heute sieht man beim Hereinkommen eine weiße Wand mit einem dunklen Holzfeld, und erst auf den zweiten Blick den Fernseher darin.
Kamin, Fenster, Heizkörper: die Wohnwand um die Architektur herum
Die Wand, an die die Wohnwand kommt, ist selten leer. Ein Fenster schneidet hinein, ein Heizkörper sitzt darunter, eine Tür nimmt die Ecke, oder ein Kamin steht in der Mitte. Serienmöbel hören vor diesen Hindernissen auf; die Wohnwand nach Maß baut um sie herum und macht sie zum Teil der Gestaltung.
Beim Fenster planen wir meist ein niedriges Element unter der Brüstung, das als Sitzbank oder Ablage dient, und führen die Hochschränke seitlich bis zur Decke. Der Heizkörper bleibt frei – mit einem offenen Fach darüber, durch das die warme Luft aufsteigt, oder mit einer Lamellenfront, die ihn verdeckt, ohne die Wärme zu sperren. Bei der Tür bauen wir einen Überbau mit Fächern, sodass die Wand oberhalb des Türstocks nicht leer bleibt.
Der Kamin ist der anspruchsvollste Nachbar. Die Hersteller geben Mindestabstände zu brennbaren Materialien vor, die wir einhalten – meist einige Zentimeter seitlich und deutlich mehr oberhalb des Ofens. Wir setzen die Wohnwand dann links und rechts vom Kamin an, mit einer nicht brennbaren Nische dazwischen, und halten den Fernseher vom Rauchrohr fern, weil Hitze und Elektronik nicht zusammenpassen.
Licht in der Wohnwand: indirekt hinter dem Fernseher, in Vitrinen, unter Hängeelementen
Licht macht aus einer Wohnwand abends ein anderes Möbel. Ein LED-Band hinter dem Fernseher, das die Rückwand gleichmäßig anstrahlt, mindert den Kontrast zwischen hellem Bild und dunkler Umgebung – das Auge ermüdet weniger, und der Fernseher scheint zu schweben. Diese indirekte Beleuchtung ist der sinnvollste Lichteinsatz in einer Wohnwand und der am häufigsten vergessene.
In Vitrinen sitzt das Licht oben im Fachboden und leuchtet nach unten durch Glasböden, sodass alle Ebenen erreicht werden. Unter Hängeelementen oder über dem Lowboard streift ein Band die Fläche und gibt dem Raum eine zweite, niedrigere Lichtebene, die abends ohne Deckenlicht auskommt. Alles dimmbar, warmweiß um 2 700 Kelvin, weil Wohnzimmerlicht gemütlich sein darf.
Die Elektrik planen wir vor der Montage: Netzteil im Gerätefach, Leitungen im Korpus, ein Schalter oder eine Funksteuerung für alles gemeinsam. Wer das Licht später nachrüstet, sieht die Kabel – deshalb kommt zumindest ein Leerkanal gleich in die Planung.
Material und Proportion: was eine Wohnwand zur Architektur macht
Eine Wohnwand wird dann zur Architektur, wenn sie sich der Wand anpasst statt sich von ihr abzuheben. Fronten im Farbton der Wand lassen die geschlossenen Flächen verschwinden; ein einziges Material als Akzent – ein Holzfeld, eine dunkle Nische – gibt dem Auge einen Halt. Zwei Materialien reichen fast immer, drei sind oft schon zu viele.
Für die Fronten eignen sich matter Lack in jeder Farbe, Fenix für Flächen, die viel berührt werden, und Furnier für die Akzente: Eiche hell und ruhig, Nuss dunkel und warm. Im Schauraum stellen wir die Muster an eine Wand in der Farbe Ihres Wohnzimmers und schauen sie im Abendlicht an – Furnier wirkt unter Lampenlicht anders als unter Tageslicht.
Die Proportion entscheidet mehr als das Material. Ein Lowboard mit 50 cm Höhe und ein Hochschrank mit 2,70 m, dazwischen die Nische – oder alles in einer Fläche mit wenigen Ausschnitten. Beides kann richtig sein; die Visualisierung zeigt es vorher. Nach dem Vor-Ort-Termin erhalten Sie die Planung und ein Angebot mit allen Positionen – der Preis steht fest, bevor Sie beauftragen.
Ihr Fernseher ist das Erste, was man in Ihrem Wohnzimmer sieht? Schicken Sie uns ein Foto der Wand, ihre Länge und den Abstand zum Sofa – wir skizzieren innerhalb von 24 Stunden, wie eine Wohnwand den Fernseher aufnehmen und den Raum beruhigen könnte. Naturmaß vor Ort, Fixpreis vor Auftrag. Kostenlos anfragen
Das Wichtigste in Kürze
- Bildmitte auf Augenhöhe im Sitzen – rund 100 bis 110 cm über dem Boden –, Sitzabstand etwa das 1,5-fache der Diagonale bei 4K.
- Kabel gehören in einen Kanal hinter der TV-Rückwand oder ein Leerrohr in der Wand, Geräte hinter eine Klappe mit Lüftung und Revisionszugang.
- Geschlossene Flächen mindestens zwei Drittel, offene Fächer und eine Vitrine als bewusst gesetzte Ausschnitte.
- Die Wohnwand baut um Fenster, Heizkörper, Tür und Kamin herum – mit den Abständen, die Wärme und Technik brauchen.
- Zwei Materialien, Fronten in Wandfarbe, ein Holzfeld als Akzent – und Fixpreis vor Auftrag nach Naturmaß.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte der Fernseher in der Wohnwand hängen?
Die Bildmitte gehört auf Augenhöhe der Sitzenden, bei einem üblichen Sofa etwa 100 bis 110 cm über dem Boden. Bei einem 65-Zoll-Gerät liegt die Unterkante dann bei rund 60 bis 70 cm. Zu hoch gehängte Geräte – etwa über dem Kamin – führen zu einer unbequemen Kopfhaltung.
Wie versteckt man die Kabel in einer Wohnwand?
Durch einen Kabelkanal hinter der TV-Rückwand, der in das Gerätefach führt, oder ein Leerrohr in der Wand, wenn sie ohnehin verputzt wird. Das Gerätefach bekommt eine Revisionsklappe oder abnehmbare Rückwand, damit man ohne Abbau an die Stecker kommt.
Können Receiver und Konsole hinter einer geschlossenen Klappe stehen?
Ja, wenn das Fach belüftet ist – Schlitze oder Gitter unten und oben, Abstand der Rückwand zur Wand. Für die Fernbedienung braucht die Front einen Infrarot-Durchlass aus Stoff oder Gitter, oder die Geräte werden über Funk gesteuert.
Wie viel offener Stauraum ist in einer Wohnwand sinnvoll?
Rund ein Drittel offen, zwei Drittel geschlossen. Offene Fächer für Bücher und Objekte in Breiten von 60 bis 80 cm, eine einzelne Vitrine mit Licht als Blickpunkt. Alles andere – Spiele, Alben, Decken – hinter Türen und Klappen.
Kann eine Wohnwand um einen Kamin oder ein Fenster gebaut werden?
Ja. Beim Fenster entsteht ein niedriges Element unter der Brüstung, der Heizkörper bleibt mit offenem Fach darüber frei. Beim Kamin halten wir die Mindestabstände des Herstellers ein und setzen die Wohnwand mit nicht brennbarer Nische links und rechts an.
Wie starte ich die Planung einer Wohnwand nach Maß?
Mit einem Foto der Wand, ihrer Länge, der Raumhöhe und dem Abstand zum Sofa. Damit geben wir innerhalb von 24 Stunden eine erste Einschätzung. Beim Vor-Ort-Termin nehmen wir das Naturmaß und klären Steckdosen und Geräte, danach folgen Visualisierung und Angebot mit Fixpreis.
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