Küche selbst ausmessen: so bereiten Sie das Erstgespräch vor
Küche ausmessen: Raummaße, Fenster, Türen, Anschlüsse, Raumhöhe, Fotos – eine einfache Anleitung für die erste Einschätzung. Das Naturmaß nehmen dann wir.
Planung & Ergonomie · Einbauküchen-Wissen · Stand 2026-11-05
Kurz gesagt: Für ein erstes Gespräch reicht ein grobes Aufmaß: Länge und Breite des Raums, Raumhöhe, Lage und Maße von Fenstern, Türen und Heizkörpern, die Position von Wasser-, Abfluss- und Stromanschlüssen – jeweils vom Boden und von einer Ecke aus gemessen – und ein paar Fotos aus jeder Ecke. Daraus können wir in Münchendorf innerhalb von 24 Stunden sagen, welche Küchenform passt und womit Sie rechnen dürfen. Das millimetergenaue Naturmaß, nach dem gefertigt wird, nimmt dann ein Tischlermeister beim Vor-Ort-Termin.
Der Anruf kommt an einem Dienstagvormittag aus Tulln. Eine Frau hat ihre Küche am Wochenende ausgemessen, „aber ich weiß nicht, ob das reicht“, sagt sie, und liest von einem Zettel vor: 3,85 auf 2,70, Fenster links, Tür rechts, Wasser irgendwo in der Mitte. Es reicht – fast. Was fehlt, ist die Lage des Fensters in der Wand, die Höhe des Abflusses und ein Foto, und das ist in zehn Minuten nachgeholt. Die Unsicherheit, mit der sie anruft, kennen wir aus fast jedem Erstgespräch: Was muss ich messen, wie genau, und was passiert, wenn ich mich vertue? Auf dieser Seite beantworten wir das Schritt für Schritt – welche Maße für eine erste Einschätzung wirklich nötig sind, wie man sie ohne Fehler nimmt, welche Fotos uns am meisten helfen und warum das Naturmaß am Ende trotzdem unsere Aufgabe bleibt. Und wir erzählen, was aus dem Zettel aus Tulln geworden ist.
Was Ihr Aufmaß leisten muss – und was nicht
Zwei Dinge sollte man am Anfang auseinanderhalten. Das erste ist das grobe Aufmaß, das Sie selbst nehmen: Es dient dem Erstgespräch, der ersten Idee und einer ehrlichen Einschätzung, welche Form und welche Ausstattung in den Raum passen. Dafür genügen Zentimeter. Das zweite ist das Naturmaß, nach dem die Küche gefertigt wird: Es braucht Millimeter, Winkel, Lot und Gefälle, und es ist die Grundlage für jede Fertigungszeichnung und für den Fixpreis. Dieses Maß nimmt bei uns immer ein Tischlermeister vor Ort.
Das entlastet Sie. Niemand erwartet, dass Sie einen schiefen Altbauwinkel auf das Grad genau erfassen oder die Wand an drei Höhen messen. Wenn Ihr Maß 2 cm daneben liegt, ändert das an der ersten Einschätzung nichts – und bevor etwas gefertigt wird, messen wir ohnehin selbst. Die Verantwortung für das Passmaß bleibt bei uns.
Was Ihr Aufmaß leisten muss: den Raum verständlich machen – Grundmaße, Öffnungen, Anschlüsse, Raumhöhe, Fotos. Damit sprechen wir am Telefon oder im Schauraum konkret statt in Vermutungen. Die Frau aus Tulln hatte die Hälfte davon schon auf dem Zettel.
Werkzeug und Vorbereitung: zehn Minuten, die den Rest leichter machen
Ein Maßband von 5 m Länge, ein Blatt Papier, ein Stift und ein Handy für Fotos – mehr braucht es nicht. Ein Laser-Entfernungsmesser ist bequem, aber kein Muss; bei langen Wänden hilft eine zweite Person, die das Bandende hält. Wer die alte Küche noch stehen hat, misst über die Oberkante der Arbeitsplatte hinweg oder an der Wand oberhalb der Oberschränke – auf 2 cm genau reicht das.
Zeichnen Sie zuerst den Grundriss als Rechteck, so wie Sie in der Tür stehen und in den Raum schauen, und markieren Sie Fenster, Türen, Heizkörper und Vorsprünge grob an der richtigen Wand. Diese Skizze ist das Gerüst für alle Maße – ohne sie wird aus zwanzig Zahlen schnell ein Rätsel, auch für uns.
Ein Grundsatz für alle folgenden Schritte: Jedes Maß hat einen Bezugspunkt. Wände messen Sie von Ecke zu Ecke, Öffnungen und Anschlüsse immer von einer festen Ecke aus und Höhen immer vom fertigen Boden. So lässt sich alles in einen Plan übertragen, ohne dass wir nachfragen müssen, ob „1,20“ die Breite des Fensters oder sein Abstand zur Wand war.
Schritt 1: Raummaße und Wände
Messen Sie jede Wand einzeln von Ecke zu Ecke, auch die, die Ihnen gleich lang vorkommen. In vielen Räumen sind gegenüberliegende Wände ein paar Zentimeter verschieden – für uns ein erster Hinweis, dass der Raum nicht rechtwinkelig ist. Messen Sie in Höhe der späteren Arbeitsplatte, also etwa 90 cm über dem Boden, weil dort die Küche tatsächlich steht; Sockelleisten und Fensterbänke verfälschen Bodenmaße.
Die Raumhöhe messen Sie an zwei Stellen, am besten in gegenüberliegenden Ecken. Im Altbau differiert sie gern um mehrere Zentimeter, und sie entscheidet, ob Hochschränke bis zur Decke gehen können. Tragen Sie die Höhe an den Rand der Skizze ein, nicht in den Grundriss.
Vorsprünge, Nischen und Säulen bekommen jeweils drei Zahlen: wie breit, wie tief und wie weit von der nächsten Ecke entfernt. Eine abgeschrägte Ecke notieren Sie mit der Länge der Schräge. Wenn eine Wand offensichtlich schief läuft, schreiben Sie es dazu – das Wort „schief“ ist für die erste Einschätzung völlig ausreichend, den Winkel messen wir dann selbst.
- Jede Wand einzeln von Ecke zu Ecke, in rund 90 cm Höhe
- Raumhöhe in zwei gegenüberliegenden Ecken
- Vorsprünge und Nischen: Breite, Tiefe, Abstand zur Ecke
- Auffälligkeiten in Worten notieren: „schief“, „Wand bauchig“, „Boden fällt ab“
Schritt 2: Fenster, Türen und Heizkörper richtig einmessen
Öffnungen brauchen vier Maße, nicht zwei. Beim Fenster: der Abstand von der nächsten Ecke bis zum Beginn der Laibung, die Breite der Öffnung, die Höhe der Fensterbank vom Boden und die Höhe der Oberkante. Die Fensterbankhöhe ist für die Küche das wichtigste Maß im ganzen Raum – liegt sie unter etwa 92 cm, kann die Arbeitsplatte nicht unter dem Fenster durchlaufen, ohne dass die Fensterbank ersetzt oder die Höhe angepasst wird. Notieren Sie auch, ob das Fenster nach innen öffnet oder kippt, und wie weit der Flügel in den Raum ragt.
Bei Türen gilt dasselbe: Abstand zur Ecke, Breite, Höhe, und in welche Richtung der Flügel aufgeht. Eine Tür, die in die Küche hinein öffnet, braucht im Plan ihren Schwenkbereich. Die Türbreite interessiert uns auch für die Anlieferung der Hochschränke.
Heizkörper messen Sie wie ein Fenster: Abstand zur Ecke, Breite, Höhe von Unter- und Oberkante, dazu die Tiefe inklusive Ventil. Ob der Heizkörper bleiben muss oder versetzt werden kann, ist eine der ersten Fragen im Gespräch – oft entscheidet sie, ob eine Zeile durchläuft oder vor dem Heizkörper endet.
Schritt 3: Wasser, Abfluss, Strom und Abluft
Anschlüsse sind die Punkte, um die eine Küche herumgeplant wird, und sie sind am leichtesten zu übersehen, wenn die alte Küche noch steht. Öffnen Sie den Spülenschrank und messen Sie, wo Kalt- und Warmwasseranschluss und der Abfluss aus der Wand kommen: Abstand zur nächsten Ecke und Höhe vom Boden. Der Abfluss ist der wichtigste Wert – liegt er zu hoch, passen bestimmte Spülen oder ein Abfallsystem nicht darunter.
Beim Strom genügt für die erste Einschätzung eine Liste: Wo sind Steckdosen, wo ist der Herdanschluss, gibt es Drehstrom? Letzteres erkennt man am dicken Kabel oder an der Herdanschlussdose; wenn Sie unsicher sind, schreiben Sie „weiß nicht“ – das klärt der Elektriker, nicht Sie. Für die Planung von Induktion und Backofen ist die Antwort aber wichtig, deshalb fragen wir danach.
Abluft: Gibt es einen Mauerkasten oder ein Abluftrohr nach außen, und wo? Notieren Sie Lage und Durchmesser, auch wenn er stillgelegt ist. Ein vorhandener Weg nach draußen ist bei der Entscheidung über den Dunstabzug viel wert. Und wer eine Gasleitung in der Küche hat, markiert ihren Austritt – sie bestimmt, ob das Kochfeld bleiben kann, wo es ist.
- Kaltwasser, Warmwasser, Abfluss: Abstand zur Ecke und Höhe vom Boden
- Steckdosen, Herdanschluss, Drehstrom ja/nein/unklar
- Abluftöffnung oder Mauerkasten: Lage und Durchmesser
- Gasanschluss, falls vorhanden: Position markieren
Schritt 4: Fotos, die uns mehr sagen als Zahlen
Das Foto ist das wichtigste Werkzeug, das Sie haben, und es wird am häufigsten vergessen. Stellen Sie sich in jede Ecke des Raums und fotografieren Sie die gegenüberliegende Ecke – vier Bilder, bei Tageslicht, ohne Blitz. Dazu ein Foto aus der Tür in den Raum hinein und eines von der Decke, wenn dort Balken, Abhängungen oder Stuck sind. Auf diesen Bildern sehen wir, was kein Maß erzählt: die Höhe der alten Oberschränke, den Verlauf der Fliesen, die Lage des Lichtauslasses, den Zustand der Wände.
Ein zweites Set von Fotos gilt den Details: der offene Spülenschrank mit den Anschlüssen, der Herdanschluss, der Abluftkasten, der Heizkörper mit Ventil, jeder Vorsprung. Diese Bilder ersparen beim Vor-Ort-Termin Überraschungen und bei der Planung Rückfragen.
Wenn Sie eine Idee haben, wie die Küche aussehen soll, schicken Sie auch das mit – ein Bild aus einer Zeitschrift oder ein Foto aus unserem Schauraum. Die Frau aus Tulln schickte am Nachmittag sechs Fotos; eines zeigte einen Vorsprung neben der Tür, der auf dem Zettel gefehlt hatte.
Typische Fehler beim Ausmessen – und warum sie nicht schlimm sind
Der häufigste Fehler ist das Messen über die alte Küche hinweg: Man nimmt die Länge der alten Zeile und hält sie für die Wandlänge. Dabei endet die Zeile oft 5 bis 10 cm vor der Wand oder vor einem Rohr. Deshalb: immer die Wand messen, nicht das Möbel. Der zweite Fehler ist die Fensterbankhöhe, die vom Boden der alten Küche gemessen wird, obwohl nach der Renovierung ein neuer Boden kommt – 1 oder 2 cm Belag verändern das Maß. Schreiben Sie dazu, ob der Boden bleibt.
Der dritte Fehler sind Maße ohne Bezugspunkt: „Fenster 1,20“ sagt nichts über seine Lage. Der vierte ist die vergessene Raumhöhe, der fünfte der Ehrgeiz, alles millimetergenau zu machen – das kostet einen Samstag und bringt nichts, weil wir ohnehin neu messen.
Keiner dieser Fehler ist schlimm, weil keiner in die Fertigung gelangt. Zwischen Ihrem Aufmaß und der Werkstatt steht immer der Vor-Ort-Termin. Sollte dort etwas anders sein als auf Ihrem Zettel, passt sich die Planung an, nicht die Küche. Das ist der Unterschied zu einer Bestellung nach eigenen Maßen bei einem Onlineanbieter, bei der jeder Zentimeter Irrtum zum eigenen Risiko wird.
Aus der Werkstatt: der Zettel aus Tulln
Zurück zum Dienstagvormittag. Am Nachmittag lagen die Skizze und sechs Fotos im Postfach, und die erste Einschätzung ging am nächsten Morgen zurück: Der Raum von 3,85 auf 2,70 m mit Fenster an der kurzen Wand trägt eine L-Küche, Spüle unter dem Fenster, Hochschränke an der langen Wand bis zum Vorsprung, der auf dem Foto aufgetaucht war. Die Fensterbank lag mit 88 cm zu tief für eine durchlaufende Platte – wir schlugen vor, sie durch ein Stück Dekton zu ersetzen, das mit der Arbeitsplatte eine Ebene bildet.
Beim Vor-Ort-Termin zwei Wochen später nahm unser Tischlermeister das Naturmaß: Der Raum war an der Fensterwand 3,87 m, an der Türwand 3,83 m, die Ecke beim Vorsprung maß 91 Grad, der Boden fiel zum Fenster um 8 mm ab. Nichts davon hatte auf dem Zettel gestanden, nichts davon musste. Die Planung blieb, die Fertigungszeichnung bekam die echten Zahlen.
Die Küche wurde in fünf Wochen gefertigt und in zwei Tagen montiert, mit einer Dekton-Platte, die unter dem Fenster bis an den Rahmen läuft. Die Besitzerin sagte bei der Übergabe, sie hätte nicht gedacht, dass der Zettel vom Wochenende so viel bewirkt. Hat er – weil er das Gespräch konkret gemacht hat. Ihr Aufmaß und unseres sind keine Konkurrenz, sondern zwei Schritte: Ihres öffnet das Gespräch, unseres schließt die Planung und ist die Grundlage des Angebots, dessen Preis vor dem Auftrag feststeht.
Liegt bei Ihnen schon ein Zettel mit Maßen – und Sie wissen nicht, ob er reicht? Schicken Sie ihn uns zusammen mit vier Fotos aus den Ecken. Wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, welche Küchenform Ihr Raum hergibt, und nehmen beim Vor-Ort-Termin das Naturmaß selbst – kostenlos und ohne Risiko für Sie. Kostenlos anfragen
Das Wichtigste in Kürze
- Für das Erstgespräch reicht ein grobes Aufmaß in Zentimetern; das Naturmaß für die Fertigung nimmt immer ein Tischlermeister vor Ort.
- Jedes Maß braucht einen Bezugspunkt: Wände von Ecke zu Ecke, Öffnungen und Anschlüsse von einer Ecke aus, Höhen vom fertigen Boden.
- Fensterbankhöhe und Abflusshöhe sind die zwei wichtigsten Einzelmaße – sie entscheiden über Platte unter dem Fenster und Spüle.
- Vier Fotos aus den Ecken plus Detailbilder der Anschlüsse sagen uns oft mehr als zwanzig Zahlen.
- Fehler im eigenen Aufmaß gelangen nie in die Fertigung – zwischen Zettel und Werkstatt steht der Vor-Ort-Termin.
Häufige Fragen
Welche Maße brauche ich für eine erste Küchenplanung?
Länge jeder Wand, Raumhöhe, Lage und Maße von Fenstern, Türen und Heizkörpern, die Position von Wasser, Abfluss, Strom und Abluft – jeweils von einer Ecke und vom Boden aus gemessen – sowie Vorsprünge und Nischen. Dazu Fotos aus jeder Ecke. Das genügt für eine erste Einschätzung.
Wie genau muss ich meine Küche ausmessen?
Auf 1 bis 2 cm genau reicht völlig. Das Naturmaß in Millimetern mit Winkeln, Lot und Gefälle nehmen wir beim Vor-Ort-Termin selbst – erst danach wird gefertigt. Ihr Aufmaß dient dem Gespräch, nicht der Produktion.
Wo messe ich die Wandlänge – am Boden oder oben?
In etwa 90 cm Höhe, also dort, wo später die Arbeitsplatte liegt. Sockelleisten und Fensterbänke verfälschen Bodenmaße. Wenn die alte Küche noch steht, messen Sie an der Wand über den Oberschränken oder über die Platte hinweg – nie die Länge der alten Zeile.
Welche Höhe muss die Fensterbank für eine Küche haben?
Soll die Arbeitsplatte unter dem Fenster durchlaufen, muss die Fensterbank über der Plattenhöhe liegen, also meist über 90 bis 95 cm. Liegt sie tiefer, ersetzen wir die Fensterbank durch ein Stück Arbeitsplatte oder planen die Zeile mit Abstand zum Fenster.
Was passiert, wenn ich mich beim Ausmessen vertue?
Nichts Schlimmes. Vor der Fertigung nimmt ein Tischlermeister das Naturmaß vor Ort; weicht es von Ihren Angaben ab, wird die Planung angepasst, nicht die fertige Küche. Die Verantwortung für das Passmaß liegt bei uns.
Was brauche ich für ein erstes Gespräch über meine Küche?
Die Skizze mit Maßen, Fotos aus jeder Ecke und ein paar Sätze dazu, wie Sie kochen und wohnen. Schicken Sie uns das – wir antworten innerhalb von 24 Stunden mit einer ersten Einschätzung und vereinbaren dann den kostenlosen Vor-Ort-Termin.
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