Innenausstattung im Kleiderschrank: Laden, Auszüge, Kleiderlift

Innenausstattung Kleiderschrank: Kleiderstangen, Hosenauszüge, Laden mit Einteilung, Kleiderlift, Schuhregale, Wäschekörbe – was sich im Alltag bewährt.

Planung & Innenleben · Einbauschränke nach Maß · Stand 2026-11-04

Kurz gesagt: Eine praktische Innenausstattung im Kleiderschrank folgt der Garderobe, die tatsächlich darin wohnt: Hängezonen mit rund 100 cm für Hemden und Sakkos und 150 bis 170 cm für Kleider und Mäntel, Laden mit 10 bis 25 cm Innenhöhe für Wäsche und Pullover, dazu Hosenauszug, Schuhfächer und ein Kleiderlift für die obere Stange. Entscheidend ist nicht die Zahl der Extras, sondern dass jedes Teil auf Augen- und Griffhöhe sitzt und mit gedämpftem Vollauszug ganz herauskommt. Wir in Münchendorf zählen vor der Planung mit Ihnen durch, was im Schrank liegen soll – und teilen danach ein.

Im Schauraum in Münchendorf steht eine Frau vor dem geöffneten Musterschrank und zieht eine Lade heraus, die nach dem ersten Zentimeter sanft von allein weiterläuft, bis sie ganz offen vor ihr liegt. Darin: eine Holzeinteilung für Socken, ein Fach für Gürtel, ein flacher Einsatz für Uhren. Sie sagt: „So etwas hätte ich mir in meinem alten Schrank gewünscht.“ Der hat zwei Stangen, vier Fachböden und eine Lade – und sie sucht jeden Morgen den zweiten Socken. Die Innenausstattung ist der Teil des Kleiderschranks, den niemand sieht und den man täglich spürt. Diese Seite erklärt, welche Elemente sich bewähren, welche Maße dahinterstehen und wie wir den Innenraum so einteilen, dass er zur Garderobe passt – nicht umgekehrt.

Innenausstattung im Kleiderschrank beginnt mit dem Zählen

Bevor wir einen Innenraum zeichnen, wollen wir wissen, was hineinkommt – der Schritt, der in Serienschränken fehlt, weil dort das Raster feststeht und die Garderobe sich fügen muss. Wir fragen beim Vor-Ort-Termin konkret: Wie viele Hemden hängen, wie viele liegen gefaltet? Wie viele lange Kleider, wie viele Mäntel? Wie viele Paar Schuhe sollen in den Schrank, wie viele bleiben im Vorraum?

Aus diesen Zahlen ergeben sich Breiten. Auf einer Kleiderstange brauchen Hemden auf Bügeln etwa 2 bis 3 cm je Stück, Sakkos und Mäntel 5 bis 8 cm. Dreißig Hemden belegen also rund 70 bis 90 cm Stange; zehn Mäntel noch einmal 60 bis 80 cm. Gefaltete Pullover liegen zu viert bis fünft in einem Fach von 35 bis 40 cm Breite, und ein Ladenpaket mit vier Laden fasst Wäsche und Strümpfe für eine Person.

Die Frau aus dem Schauraum hatte zu Hause gezählt: 18 Kleider, davon sechs bodenlang, 25 Blusen, 14 Hosen, 30 Paar Schuhe. Mit diesen Zahlen war die Einteilung in einer Viertelstunde skizziert.

Kleiderstangen: Höhen, die zur Kleidung passen

Die Kleiderstange ist das Element, bei dem am meisten Platz verschenkt wird. Eine einzelne Stange auf 1,90 m, darunter 1,50 m Luft, in denen Hemden mit 1 m Länge baumeln – das ist der Normalfall im Serienschrank. Die Lösung ist die doppelte Stange: eine obere auf etwa 1,95 bis 2,00 m, eine untere auf 1,00 bis 1,05 m. Hemden, Blusen, Sakkos und Hosen hängen in zwei Reihen übereinander, die Kapazität verdoppelt sich.

Für lange Kleidung bleibt eine eigene Zone mit 150 bis 170 cm Hängehöhe, meist 60 bis 80 cm breit. Mäntel brauchen in der Regel 140 bis 150 cm, Abendkleider bis 170 cm. Wer beides hat, bekommt eine lange Zone; wer nur Mäntel hat, kommt mit etwas weniger Höhe aus und gewinnt oben ein Fach für Taschen. Wir legen diese Höhen am Plan fest und prüfen sie beim Vor-Ort-Termin mit einem Bügel in der Hand.

Ein Detail, das die Nutzung entscheidet: die Tiefe. Eine Querstange braucht 55 bis 60 cm Innentiefe, damit Bügel frei hängen und die Tür schließt. Ist der Schrank flacher, drehen wir die Stange längs und hängen die Kleidung hintereinander – weniger übersichtlich, aber besser als gequetschte Schultern an der Tür.

Laden und Auszüge: Vollauszug, Dämpfung, Innenhöhe

Eine Lade ist nur so gut wie ihr Auszug. Bei Teilauszügen bleibt das hintere Drittel im Schrank – und dort liegen immer dieselben drei Teile, die man nie trägt. Wir verwenden deshalb ausschließlich gedämpfte Vollauszüge: Die Lade kommt ganz heraus und schließt leise von allein. Hochwertige Führungen tragen 30 bis 40 kg, schwere Varianten bis 70 kg – für eine Lade voller Jeans gut zu wissen.

Die Innenhöhe bestimmt den Inhalt. Für Socken, Unterwäsche, Gürtel und Schmuck reichen flache Laden mit 10 bis 12 cm, die man mit Holz- oder Filzeinsätzen unterteilt. T-Shirts und leichte Pullover liegen in 15 bis 20 cm, dicke Strickware und Bettwäsche brauchen 25 bis 30 cm. Zu hohe Laden werden zu Kisten, in denen man wühlt; zu flache quetschen. Wir mischen deshalb in jedem Ladenpaket zwei bis drei Höhen.

Und die Position: Laden gehören zwischen Knie- und Brusthöhe, also etwa 30 bis 120 cm über dem Boden. Höher sieht man nicht hinein, tiefer bückt man sich jeden Tag. In der Ankleide bleibt der Ladenblock gern offen; im Schlafzimmer liegt er als Innenlade hinter der Front.

Hosenauszug, Schuhregal, Wäschekorb: die Spezialisten

Neben Stange und Lade gibt es Elemente, die für eine einzige Aufgabe gebaut sind und genau darin gut sind. Der Hosenauszug ist der bekannteste: ein ausziehbarer Rahmen mit acht bis zwölf Bügelstäben, auf denen Hosen über die Mitte gelegt werden. Er braucht etwa 60 cm Breite und 50 cm Höhe, hält Hosen knitterfrei und spart gegenüber dem Hängen am Bügel die halbe Höhe. Für Anzughosen ein Gewinn, für Jeans meist verzichtbar.

Schuhe gehören in Fächer von 15 bis 20 cm Höhe, schräg gestellt oder als Auszug, damit man die Paare sieht. Ein Schuhauszug auf Vollauszug fasst auf 60 cm Breite vier bis fünf Paar je Ebene. Im Schlafzimmer legen wir die Schuhzone nach unten, in der Ankleide gern auf Augenhöhe hinter Glas. Bei 30 Paaren wird daraus schnell ein Element von einem Meter Höhe – auch das ist eine Zahl, die man vor der Planung kennen sollte.

Der ausziehbare Wäschekorb sitzt unten in einem Element, als Rahmen mit herausnehmbarem Sack, und verschwindet hinter der Tür. Dazu kommen Gürtel- und Krawattenauszüge oder ein Bügelbrett, das aus einer Lade klappt. Nichts davon ist Pflicht; alles davon ist sinnvoll, wenn es eine konkrete Gewohnheit abbildet.

Kleiderlift: die obere Stange ohne Leiter

In raumhohen Schränken liegt die zweite Stange auf 2,00 m und darüber, in Altbauwohnungen noch höher – ohne Hilfe kommt dort niemand an Bügel heran. Der Kleiderlift löst das mit einem Griffbügel: Beim Herunterziehen schwenkt die ganze Stange nach vorn und unten, bis die Kleidung auf Griffhöhe hängt; loslassen, und eine Gasfeder hebt sie zurück. Übliche Lifte tragen 10 bis 12 kg, stärkere Ausführungen bis 15 kg, einzelne Modelle darüber – das entspricht etwa 15 bis 25 Hemden oder einer Handvoll Sakkos, nicht einer Wintergarderobe aus Wollmänteln.

Wir setzen Kleiderlifte dort ein, wo sie täglich gebraucht werden, nicht als Spielerei. Die Breite liegt bei 60 bis 120 cm je Lift, die Mechanik braucht seitlich und oben etwas Platz, und die Tür davor muss beim Herunterziehen frei sein. Bei Schiebetüren planen wir den Lift deshalb innerhalb einer Türbreite, bei Drehtüren hinter einer eigenen Tür.

Für Koffer, Bettdecken und Saisonware, die nur zweimal im Jahr bewegt werden, ist der Lift nicht nötig. Dort reichen Fächer und eine schmale Leiter hinter einer Schranktür – ehrlicher und günstiger als ein Lift, der nie gezogen wird.

Aus der Werkstatt: Eine Ankleide in Baden und 40 gefaltete Hemden

Ein Paar in Baden bei Wien, Haus aus den Siebzigern, das kleine Zimmer neben dem Schlafzimmer soll Ankleide werden. Beim Vor-Ort-Termin zeigt er auf einen Stapel gefalteter Hemden im Regal: 40 Stück, in drei schiefen Türmen. Sie zeigt auf eine Kleiderstange, an der Blusen so dicht hängen, dass man nicht hindurchblättern kann. Der erste Wunsch lautete: möglichst viele Laden. Wir haben erst einmal gezählt – und gefragt, ob die Hemden gefaltet bleiben müssen.

Sie mussten nicht. Sie lagen nur gefaltet, weil die alte Stange voll war. Die Entscheidung fiel für zwei Doppelstangen mit zusammen 2,40 m Länge, auf denen jetzt alle Hemden und Blusen hängen, ein Ladenpaket mit sechs Laden in drei Höhen, ein Hosenauszug, eine lange Zone von 70 cm für Kleider und Mäntel und ein Schuhelement mit vier Auszügen. Oben über allem laufen Fächer für Koffer und Saison, zu erreichen über eine Leiter, die an der Seitenwand hängt. Die Laden bekamen in der Werkstatt gefräste Einteilungen aus Eiche, abgestimmt auf die Maße, die wir im Schauraum gemeinsam mit einer Schmuckschatulle und einer Uhrenrolle ausprobiert hatten.

Das Ergebnis: weniger Laden als gewünscht, dafür nichts mehr gefaltet, was hängen kann. Am Montagetag hat der Hausherr den Hosenauszug als Erstes ausprobiert – zweimal, ohne Kommentar, dann mit Nicken. Nicht die Zahl der Extras macht die Innenausstattung gut, sondern die Frage, warum etwas gerade so liegt, wie es liegt.

Material und Verarbeitung im Innenraum

Der Innenraum darf nicht hinter der Front zurückstehen, nur weil man ihn seltener sieht. Wir fertigen Korpus und Fachböden aus beschichteten Platten mit hoher Rohdichte oder, wenn gewünscht, aus Furnier und Massivholz, und wir kanten alle sichtbaren Kanten sauber ab. Ladenzargen aus Metall mit Holzböden oder vollständig aus Holz, je nach Stil; die Einteilungen innen aus Eiche, Nuss oder lackiert passend zur Front. Ein Innenraum aus hellem Holz macht einen dunklen Schrank freundlich, wenn man ihn öffnet.

Fachböden halten nur, wenn Breite und Stärke zusammenpassen. Ein 19 mm starker Boden sollte frei nicht breiter als 80 bis 90 cm gespannt sein, sonst biegt er sich unter Pullovern sichtbar durch; breitere Fächer bekommen eine dickere Platte oder eine Mittelstütze. Über 1 m Länge hängt auch eine Kleiderstange mit Wintermänteln durch, deshalb teilen wir lange Hängezonen oder setzen eine Stütze.

Und die Beschläge: Führungen und Scharniere namhafter Hersteller, auf Jahrzehnte ausgelegt und einzeln tauschbar. Unspektakulär, aber der Unterschied zwischen einem Schrank, der nach zehn Jahren noch leise läuft, und einem, dessen Laden hängen.

Innenausstattung nachträglich ändern: Was geht, was nicht

Garderoben ändern sich. Kinder werden groß, Anzüge werden seltener, Sportsachen mehr. Deshalb planen wir Innenräume so, dass die Grundstruktur bleibt und Elemente wandern können: Fachböden auf Bohrreihen im 32-mm-Raster, Stangen auf verstellbaren Haltern, Laden in Breiten, die sich in ein anderes Fach umsetzen lassen. Ein Ladenpaket kann nach Jahren an die Stelle eines Schuhregals rücken, ohne dass der Korpus angetastet wird.

Grenzen gibt es bei der Breite der Fächer und bei allem, was in der Werkstatt gefräst wurde. Einteilungen passen in die Lade, für die sie gemacht sind; ein Hosenauszug braucht seine 60 cm. Wer später mehr Hängezone will, bekommt sie am leichtesten, wenn die Mittelwände schon so gesetzt sind, dass ein Fach zur Doppelstange umgebaut werden kann. Auch das ist eine Frage, die wir in der Planung stellen: Wie wird dieser Schrank in zehn Jahren genutzt?

Für bestehende Schränke lohnt manchmal ein Blick ins Innere, bevor man das Möbel tauscht: neue Laden mit Vollauszug, eine Doppelstange, ein Schuhelement. Zwei Fotos und die Innenmaße reichen für eine Einschätzung – und in beiden Fällen steht der Preis im transparenten Angebot fest, bevor Sie beauftragen.

Sie möchten wissen, wie Ihre Garderobe in einen Schrank passt? Zählen Sie kurz durch, was hängt und was liegt, und schicken Sie uns ein Foto – wir skizzieren eine Einteilung und zeigen Ihnen im Schauraum Laden, Auszüge und Lifte in Bewegung. Kostenlos, mit Fixpreis vor Auftrag. Kostenlos anfragen

Das Wichtigste in Kürze

  1. Vor der Planung zählen: Hängende und gefaltete Teile, Schuhe, lange Kleidung – daraus ergeben sich Breiten und Höhen.
  2. Doppelstange mit rund 100 cm je Ebene verdoppelt die Hängezone; lange Kleider und Mäntel bekommen eine eigene Zone mit 150 bis 170 cm.
  3. Laden nur mit gedämpftem Vollauszug, in zwei bis drei Innenhöhen zwischen 10 und 30 cm, und nur zwischen Knie- und Brusthöhe.
  4. Kleiderlifte tragen rund 10 bis 15 kg und gehören dorthin, wo die obere Stange täglich gebraucht wird – nicht ins Saisonfach.
  5. Fachböden nicht breiter als 80 bis 90 cm frei spannen, lange Stangen abstützen – sonst hängt der Schrank nach Jahren durch.

Häufige Fragen

Wie hoch muss eine Kleiderstange im Schrank sein?

Für Hemden, Blusen, Sakkos und Hosen am Bügel reichen rund 100 cm Hängehöhe, deshalb lassen sich zwei Stangen auf etwa 100 und 200 cm übereinander setzen. Mäntel brauchen 140 bis 150 cm, lange Kleider bis 170 cm. Die genauen Höhen prüfen wir beim Vor-Ort-Termin mit einem Bügel in der Hand.

Welche Ladenhöhen sind im Kleiderschrank sinnvoll?

Flache Laden mit 10 bis 12 cm Innenhöhe für Socken, Wäsche und Schmuck, mittlere mit 15 bis 20 cm für T-Shirts und leichte Pullover, hohe mit 25 bis 30 cm für Strickware und Bettwäsche. Wir mischen in jedem Ladenpaket mehrere Höhen und setzen sie zwischen 30 und 120 cm über dem Boden.

Wie viel Gewicht trägt ein Kleiderlift?

Übliche Kleiderlifte sind für 10 bis 12 kg ausgelegt, stärkere Modelle für etwa 15 kg. Das reicht für Hemden, Blusen und Sakkos, nicht für eine Reihe schwerer Wintermäntel. Für Saisonware oben im Schrank empfehlen wir deshalb Fächer und eine Leiter statt eines Lifts.

Lohnt sich ein Hosenauszug?

Für Anzug- und Stoffhosen ja: Er hält acht bis zwölf Hosen knitterfrei auf halber Höhe eines Bügels und braucht etwa 60 cm Breite. Für Jeans, die gefaltet in einer Lade gut aufgehoben sind, ist er meist verzichtbar.

Kann man die Innenausstattung eines Einbauschranks später ändern?

Zum großen Teil ja. Fachböden sitzen auf Bohrreihen, Stangen auf verstellbaren Haltern, Laden lassen sich in gleich breite Fächer umsetzen. Wir planen Mittelwände so, dass ein Fach später zur Doppelstange oder zum Ladenpaket werden kann.

Was brauche ich, damit Sie meinen Innenraum planen können?

Eine kurze Zählung Ihrer Garderobe – hängend, gefaltet, lang, Schuhe – und ein Foto des Raumes. Damit skizzieren wir eine erste Einteilung, antworten innerhalb von 24 Stunden und nehmen beim kostenlosen Vor-Ort-Termin das Naturmaß.

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