Maße für Einbauschränke: Tiefen, Höhen, Fachbreiten
Einbauschrank-Maße: 60 cm für Kleiderstangen, flachere Tiefen für Flur und Regale, Fachbreiten, Ladenhöhen, Stangenhöhen – Richtwerte und Ausnahmen.
Planung & Innenleben · Einbauschränke nach Maß · Stand 2026-11-04
Kurz gesagt: Ein Kleiderschrank braucht 60 cm Tiefe, damit Bügel auf einer Querstange frei hängen; mit Längsstange reichen 40 bis 45 cm, für Regale und Garderoben 30 bis 40 cm. Sinnvolle Fachbreiten liegen zwischen 40 und 60 cm für Fachböden und bis 90 cm für Laden, Kleiderstangen bleiben unter 1 m ohne Stütze. Kleiderstangen sitzen auf etwa 100 und 200 cm, Laden zwischen 30 und 120 cm Höhe. Das sind Richtwerte – welche Ausnahme bei Ihnen gilt, entscheidet der Raum, und den messen wir in Münchendorf beim Vor-Ort-Termin nach Naturmaß.
Ein Vorraum in Perchtoldsdorf, 1,10 m breit und 3,20 m lang, mit der Wohnungstür am einen und der Küchentür am anderen Ende. Die Familie wünscht sich einen Garderobenschrank für Jacken, Schuhe und Schulsachen, und der Mann hat im Internet gelesen, dass ein Kleiderschrank 60 cm tief sein muss. Wir halten beim Vor-Ort-Termin den Zollstock auf 60 cm von der Wand weg: Es bleiben 50 cm Gang. Zwei Kinder mit Schultaschen, das wird eng. Mit 38 cm Tiefe bleiben 72 cm – und die Jacken hängen trotzdem, nur anders. Maße für Einbauschränke sind keine Gesetze, sondern Werkzeuge; man muss wissen, woher sie kommen, um zu wissen, wann man sie verlassen darf. Diese Seite erklärt die Richtwerte für Tiefen, Höhen und Fachbreiten, was dahintersteckt und welche Ausnahmen im Alltag sinnvoll sind.
Wie tief muss ein Kleiderschrank sein? 60 cm und die Ausnahmen
Die 60 cm kommen vom Kleiderbügel. Ein gewöhnlicher Bügel ist 42 bis 45 cm breit, ein Sakko darauf trägt an den Schultern 50 bis 55 cm auf. Hängt die Kleidung quer zum Schrank auf einer Stange, braucht sie also rund 55 cm lichte Tiefe plus Luft zur Tür – daraus werden 60 cm Außentiefe, bei Schiebetüren mit ihrer zweiten Laufebene auch 65 bis 70 cm. Weniger geht, aber dann drücken die Schultern gegen die Tür, und die Kleidung knittert.
Die Ausnahme ist die Längsstange. Sie läuft von vorn nach hinten statt quer, und die Bügel hängen hintereinander wie in einem Schaufenster. Dafür reichen 40 bis 45 cm Tiefe. Man sieht nur das vorderste Teil und muss durchblättern – für Jacken im Vorraum oder eine kleine Gästegarderobe ist das vollkommen in Ordnung, für den Hauptkleiderschrank nicht. Eine ausziehbare Längsstange, die man nach vorn zieht, macht das Blättern bequemer.
In Perchtoldsdorf war die Längsstange der Schlüssel: 38 cm Außentiefe, zwei ausziehbare Stangen für Jacken, dahinter ein Fach für Schuhe und ein Fach je Kind. Der Gang blieb 72 cm breit, und der Vorraum wirkt heute größer als vorher – weil nichts mehr an Haken an der Wand hängt.
- Kleiderschrank mit Querstange: 60 cm Außentiefe, bei Schiebetüren 65 bis 70 cm
- Garderobe mit Längsstange: 40 bis 45 cm; knapp auch 38 cm
- Regal, Bücher, Vorrat: 30 bis 40 cm
- Schuhe gerade gestellt: 35 bis 40 cm; schräg oder im Auszug ab 30 cm
Flachere Tiefen: Vorraum, Bücherwand, Wohnzimmer, Bad
Nicht alles, was in einen Schrank soll, hängt an Bügeln. Bücher sind 20 bis 25 cm tief, Ordner 32 cm, Vorräte und Geschirr 30 bis 35 cm. Ein Schrank für solche Dinge mit 60 cm Tiefe verschwendet die hintere Hälfte: Dort verschwinden Dinge und werden vergessen. Deshalb fertigen wir Bücherwände, Wohnzimmerschränke und Vorratsschränke mit 30 bis 40 cm Tiefe – und gewinnen im Raum 20 bis 30 cm, die man sofort spürt.
Im Vorraum liegen die Tiefen dazwischen. Jacken auf Längsstangen brauchen 40 cm, Schuhe gerade gestellt 35 bis 40 cm, schräg gestellt 30 cm. Eine Garderobe mit 40 cm Tiefe ist deshalb in den meisten Fluren der richtige Kompromiss; nur wenn der Vorraum breit genug ist, bauen wir 60 cm und hängen quer. Im Bad gelten wieder andere Werte: Handtücher und Kosmetik kommen mit 30 bis 35 cm aus, und oft bestimmt der Abstand zur Badewanne das Maß.
Ein Satz, den wir oft sagen: Lieber flacher und breiter als tief und schmal. Ein 35 cm tiefer Schrank über eine ganze Wand fasst mehr Nützliches als ein 60 cm tiefer in der Ecke.
Fachbreiten: Was ein Fachboden trägt und wo Laden enden
Fachböden hängen durch, wenn sie zu breit sind. Ein 19 mm starker Boden aus beschichteter Spanplatte sollte frei nicht weiter als etwa 80 bis 90 cm spannen; unter Pullovern geht das, unter Büchern biegt er sich schon bei 80 cm sichtbar. Wir planen Fachbreiten für Kleidung deshalb meist mit 45 bis 60 cm und für Bücher mit 60 bis 70 cm – oder wir verwenden bei breiteren Fächern dickere Platten von 25 bis 30 mm und Mittelstützen.
Für Laden gilt eine andere Grenze: die Führung. Hochwertige Vollauszüge tragen 30 bis 40 kg, und sie funktionieren bis etwa 90 bis 100 cm Ladenbreite sauber, wenn der Boden entsprechend stark ist. Darüber verzieht sich die Lade beim Ziehen an einer Seite. Für Wäsche sind 50 bis 60 cm breite Laden am angenehmsten; 90-cm-Laden verwenden wir für Bettwäsche oder unter dem Bett.
Kleiderstangen tragen bis etwa 1 m Länge ohne Stütze; eine Stange voller Wintermäntel wiegt schnell 25 kg, und ab 1 m hängt sie sichtbar durch. Längere Hängezonen bekommen bei uns eine Mittelstütze oder werden durch eine Mittelwand geteilt – was auch die Türen in handliche Breiten bringt.
- Fachböden 19 mm: bis 80 bis 90 cm frei spannen, für Bücher besser 60 bis 70 cm
- Laden: 50 bis 60 cm für Wäsche, bis 90 bis 100 cm mit starkem Boden
- Kleiderstangen: bis 1 m ohne Stütze
- Drehtüren: 45 bis 60 cm je Tür; Schiebetüren: 90 bis 150 cm je Tür
Höhen im Schrank: Stangen, Laden, Fächer auf Griffhöhe
Die Höhen folgen dem Körper. Was täglich gebraucht wird, liegt zwischen Knie und Schulter, also etwa 60 bis 150 cm über dem Boden. Darunter und darüber kommt, was seltener bewegt wird. Daraus ergibt sich fast von allein die klassische Aufteilung: Laden von 30 bis 120 cm, Hängezonen mit Stangen auf etwa 100 und 200 cm, Fächer für Pullover auf Augenhöhe, Schuhe ganz unten, Saisonware ganz oben.
Die Fachhöhen innen richten sich nach dem Inhalt: Hemden gefaltet 25 bis 30 cm, Pullover 30 bis 35 cm, Schuhe 15 bis 20 cm, Koffer 40 cm und mehr. Laden brauchen 10 bis 12 cm für Wäsche, 15 bis 20 cm für T-Shirts, 25 bis 30 cm für Strickware. Und die Sockelhöhe: 6 bis 10 cm, damit der Staubsauger durchkommt und die unterste Tür den Boden nicht streift – in Altbauten mit unebenem Boden eher 10.
Wer größer oder kleiner ist als der Durchschnitt, bekommt andere Höhen. Für eine Person mit 1,60 m setzen wir die obere Stange tiefer und verzichten auf Fächer über 1,90 m; für zwei Meter Körpergröße liegt alles eine Handbreit höher. Deshalb fragen wir beim Vor-Ort-Termin, wer den Schrank täglich nutzt, und nehmen die Höhen nicht aus einer Tabelle.
Platz vor dem Schrank: Gangbreiten und Ankleidemaße
Ein Schrank ist nur so gut wie der Platz davor. Vor Drehtüren sollten 60 cm frei bleiben, bequem sind 90 cm; vor Laden mit Vollauszug ebenfalls 60 cm plus Raum zum Stehen. Bei Schiebetüren reichen 70 bis 80 cm, weil nichts aufschwingt. Steht das Bett gegenüber, werden Schranktiefe und Türart oft gemeinsam entschieden.
Für eine begehbare Ankleide ergeben sich daraus Mindestbreiten: einseitig bestückt 60 cm Schrank plus 90 cm Gang, also 1,50 m; beidseitig bestückt zweimal 60 plus 90 bis 100 cm, also 2,10 bis 2,20 m. In einem 1,80 m breiten Raum wird deshalb eine Seite flacher gebaut, mit 35 bis 40 cm für Schuhe, Regale und Laden, und die andere behält die 60 cm für Bügel.
Im Vorraum in Perchtoldsdorf war der Gang die Rechenaufgabe: 1,10 m minus Schranktiefe muss für zwei Kinder, Schultaschen und einen Kinderwagen reichen. 72 cm haben sich bewährt – und beim Montagetag haben wir die Türen so angeschlagen, dass sie vom Eingang her aufgehen und niemanden im Gang blockieren.
Aus der Werkstatt: Der Garderobenschrank mit 38 cm
Bleiben wir bei dieser Familie. Vier Personen, ein Vorraum ohne Fenster, an den Wänden Haken, unter den Haken Schuhe, über allem der Eindruck von Enge. Der erste Gedanke war ein Schrank mit 60 cm Tiefe auf der langen Wand; der zweite, nach dem Zollstock, ein Schrank mit 38 cm über die volle Länge von 3,20 m, raumhoch, mit einer Front in seidenmattem Lack und einem Spiegel in der mittleren Tür, der den Gang optisch verdoppelt.
Die Einteilung folgte den Maßen auf dieser Seite, nur auf 38 cm übersetzt: zwei ausziehbare Längsstangen für Jacken und Mäntel, ein Fach je Kind mit Haken innen und einer Lade für Mützen und Handschuhe, unten ein Schuhauszug mit schräg gestellten Böden, oben ein Saisonfach für Skihelme und Regenjacken. Die Türen sind 53 cm breit – schmal genug, um im Gang nicht zu stören, breit genug für Kinderjacken auf Bügeln.
Im Angebot standen alle Positionen, der Preis war vor dem Auftrag fix, die Montage dauerte einen Tag. Der Mann, der mit den 60 cm gekommen war, sagte später, er hätte nicht gedacht, dass 22 cm weniger so viel mehr sein können.
Außenmaße und Innenmaße: Wo die Zentimeter bleiben
Wer einen Schrank mit 60 cm Tiefe bestellt, bekommt innen keine 60 cm. Rückwand, Türstärke, Luft zwischen Tür und Korpus und bei Schiebetüren die zweite Laufebene nehmen 4 bis 12 cm. Deshalb sprechen wir bei der Planung immer über Innenmaße: Was muss hineinpassen, und wie viel Außenmaß braucht das? Ein Koffer mit 55 cm Höhe braucht ein Fach mit 58 cm; ein Bügel mit 45 cm Breite eine lichte Tiefe von 55 cm.
Bei der Breite gilt dasselbe. Ein Element von 60 cm Außenbreite hat zwischen den Seitenwänden 56 bis 57 cm; davon geht bei Laden die Zarge ab. Und in der Höhe nehmen Sockel, Deckel und Deckenblende zusammen 10 bis 15 cm – aus 2,50 m Raumhöhe werden rund 2,35 m nutzbarer Innenraum. Diese Abzüge stehen in unserer Planung drin, damit das, was Sie sich vorstellen, hinterher wirklich hineinpasst.
Im Schauraum zeigen wir das am Objekt: ein Bügel im 60-cm-Schrank, einer im 45-cm-Schrank mit Längsstange, eine Lade mit 50 cm neben einer mit 90. Dort werden die Zahlen dieser Seite zu etwas, das man anfassen kann.
Richtwerte sind der Anfang – das Naturmaß ist die Antwort
Alle Maße auf dieser Seite sind Richtwerte, die in den meisten Räumen funktionieren. Aber kein Raum ist die meisten Räume. Die Wand ist 2,87 m breit statt 3 m, die Decke hängt 1,5 cm durch, der Heizkörper ragt in die Nische, und die Person, die den Schrank täglich nutzt, ist 1,58 m groß. Genau deshalb beginnt ein Einbauschrank nach Maß nicht mit einer Tabelle, sondern mit einem Besuch.
Beim kostenlosen Vor-Ort-Termin nimmt ein Tischlermeister das Naturmaß: Breiten an mehreren Höhen, Höhen an mehreren Stellen, Tiefen, Winkel, Steckdosen, Türschwenkbereiche. Dazu fragen wir, was in den Schrank soll und wer ihn nutzt. Daraus entsteht in der Werkstatt in Münchendorf ein Möbel, das auf den Zentimeter zum Raum passt – nicht ein Raster, in das sich der Raum fügen muss.
Für eine erste Einschätzung reichen ein Foto, Wandbreite, Raumhöhe und der Abstand zum nächsten Möbel. Wir antworten innerhalb von 24 Stunden und nennen nach dem Vor-Ort-Termin einen Fixpreis, der vor dem Auftrag feststeht.
Sie haben gemessen und sind unsicher, ob es reicht? Schicken Sie uns Ihre Maße und ein Foto – wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, welche Tiefe und Einteilung bei Ihnen funktioniert, und nehmen vor Ort das Naturmaß. Kostenlos, mit Fixpreis vor Auftrag. Kostenlos anfragen
Das Wichtigste in Kürze
- Kleiderschrank mit Querstange: 60 cm Tiefe; Längsstange: 40 bis 45 cm; Regale, Garderobe und Bad: 30 bis 40 cm.
- Fachböden 19 mm bis 80 bis 90 cm frei spannen, Laden 50 bis 60 cm für Wäsche, Kleiderstangen bis 1 m ohne Stütze.
- Stangen auf etwa 100 und 200 cm, Laden zwischen 30 und 120 cm, Alltägliches zwischen Knie und Schulter – angepasst an die Körpergröße.
- Vor Drehtüren 60 bis 90 cm Platz; begehbare Ankleide einseitig ab 1,50 m, beidseitig ab 2,10 m Raumbreite.
- Innenmaße zählen: Rückwand, Türen, Sockel und Blende nehmen in jeder Richtung mehrere Zentimeter.
Häufige Fragen
Wie tief muss ein Kleiderschrank mindestens sein?
Mit Querstange 60 cm außen, damit Bügel mit 42 bis 45 cm Breite frei hängen; bei Schiebetüren 65 bis 70 cm. Mit einer Längsstange, auf der die Bügel hintereinander hängen, reichen 40 bis 45 cm – ideal für Garderoben im Vorraum.
Welche Fachbreite ist im Kleiderschrank sinnvoll?
Für Fachböden 45 bis 60 cm, damit ein 19 mm starker Boden nicht durchhängt und Drehtüren handlich bleiben. Laden für Wäsche 50 bis 60 cm, Bettwäscheladen bis 90 cm. Kleiderstangen nicht länger als 1 m ohne Stütze.
In welcher Höhe sollte die Kleiderstange sein?
Für Hemden, Blusen und Sakkos als Doppelstange auf etwa 100 und 200 cm Oberkante. Mäntel und Kleider brauchen eine eigene Zone mit 140 bis 170 cm Hängehöhe. Bei Körpergrößen deutlich unter oder über dem Durchschnitt verschieben wir alles entsprechend.
Wie viel Platz braucht man vor einem Einbauschrank?
Vor Drehtüren mindestens 60 cm, bequem 90 cm; vor Schiebetüren reichen 70 bis 80 cm. Eine begehbare Ankleide braucht einseitig ab 1,50 m Raumbreite, beidseitig ab 2,10 bis 2,20 m.
Wie tief sollte eine Garderobe im Vorraum sein?
Meist 40 cm, in engen Fluren auch 38 cm – mit ausziehbaren Längsstangen für Jacken, Schuhfächern mit schrägen Böden und Haken innen. 60 cm mit Querstange nur, wenn danach mindestens 80 cm Gang bleiben.
Was brauchen Sie von mir, um die richtigen Maße zu planen?
Ein Foto, die Wandbreite, die Raumhöhe und den Abstand zum nächsten Möbel – plus einen Satz dazu, was in den Schrank soll und wer ihn nutzt. Wir antworten innerhalb von 24 Stunden und nehmen beim kostenlosen Vor-Ort-Termin das Naturmaß.
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