Schrank als Raumteiler: Stauraum, der Zonen schafft

Schrank als Raumteiler: beidseitige Nutzung, Statik ohne Wand, Durchgang, Licht und Luft, Schlaf- und Ankleidebereich trennen – Planungstipps.

Planung & Innenleben · Einbauschränke nach Maß · Stand 2026-11-04

Kurz gesagt: Ja, ein Einbauschrank kann einen Raum teilen und dabei von beiden Seiten genutzt werden: vorne Kleiderschrank mit 60 cm Tiefe, hinten Regal, Kopfteil oder geschlossene Wand mit einer sauberen, furnierten oder lackierten Rückseite. Damit er ohne Wand sicher steht, wird er am Boden und – wo möglich – an der Decke verankert oder bekommt durch seine Tiefe und einen stabilen Rahmen genug Standfestigkeit. Wichtig sind ein Durchgang von mindestens 80 bis 90 cm, Licht und Luft über oder neben dem Möbel und eine Planung, die beide Seiten gleichzeitig denkt – so, wie wir sie in Münchendorf vor Ort mit Naturmaß beginnen.

Ein Altbauzimmer in Wien-Landstraße, 32 m², zwei Fenster zur Straße, 3,30 m hoch. Das Paar, das hier wohnt, schläft am einen Ende und zieht sich am anderen an, und dazwischen steht seit Jahren ein Kleiderschrank quer im Raum, dessen Rückwand aus brauner Hartfaserplatte man vom Bett aus anschaut. Beim Vor-Ort-Termin stellt sich die Frage, die wir in großen Räumen oft hören: Kann ein Schrank hier eine richtige Wand ersetzen – mit Stauraum auf der einen und einem schönen Rücken auf der anderen Seite, ohne zu mauern und ohne das Zimmer zu verdunkeln? Die Antwort ist ja, mit ein paar Bedingungen. Diese Seite erklärt, wie ein Raumteiler-Schrank statisch steht, wie beide Seiten genutzt werden, was mit Licht, Luft und Durchgang passiert und wie wir in der Werkstatt ein Möbel bauen, das von zwei Seiten gleich fertig aussieht.

Schrank als Raumteiler: Wann die Idee besser ist als eine Wand

Große Räume haben ein Problem, das man ihnen nicht ansieht: Sie sind schwer zu nutzen. Ein 30-m²-Schlafzimmer, ein Wohn-Ess-Bereich mit 45 m², ein Dachgeschoss ohne Zwischenwände – überall dort entsteht der Wunsch nach Zonen. Eine gemauerte oder gipskartonierte Wand teilt, aber sie nimmt nichts auf. Ein Schrank als Raumteiler teilt und speichert zugleich: Auf 60 cm Tiefe entsteht Stauraum für eine ganze Garderobe, und die Rückseite wird zu einer Fläche, die ein Bett, ein Sofa oder einen Schreibtisch aufnimmt.

Dazu kommt die Rückbaubarkeit. In einer Mietwohnung oder in einem Altbau mit Stuckdecke ist eine Wand ein Eingriff, ein Möbel nicht. Es wird am Boden verankert, nicht einbetoniert, und es lässt sich bei einem Umzug ausbauen. Man bekommt eine Wand und einen Schrank in einem Möbel.

In der Landstraße war der Wunsch klar: Schlafen hinter dem Schrank, Ankleiden davor, dazwischen ein Durchgang, der von beiden Fenstern Licht bekommt. Der Rest war Planung – und Statik.

Statik ohne Wand: Wie ein freistehender Schrank sicher steht

Ein Schrank an der Wand lehnt sich an und wird mit zwei Winkeln gesichert. Ein Schrank im Raum hat keine Wand, und ein raumhohes Möbel mit 60 cm Tiefe ist ohne Verankerung eine Kippgefahr, besonders wenn Laden ausgezogen sind oder Kinder daran klettern. Deshalb gilt bei uns: Ein Raumteiler wird immer gesichert, und wie, hängt vom Raum ab.

Die beste Lösung ist die Verbindung mit Boden und Decke. Am Boden wird der Sockelrahmen verschraubt – bei Parkett mit wenigen Schrauben, die später unter dem Möbel oder einer Fuge verschwinden. An der Decke hält eine Verbindung über dem Deckel oder ein eingespannter Rahmen, der den Schrank oben festlegt; bei Stuckdecken oder abgehängten Decken suchen wir Träger oder arbeiten mit Druckstreben zwischen Schrankdeckel und Decke, die keine Bohrung brauchen. Steht der Schrank frei und nicht bis zur Decke, gibt ihm ein tiefer, geschlossener Korpus mit stabiler Rückwand und ein breiter Sockelrahmen die nötige Standsicherheit.

Und wenn der Raumteiler auf der Rückseite ein Bett trägt, zieht das Kopfteil zusätzlich am Möbel. Wir planen diese Lasten mit: durchgehende Seitenwände, 19 bis 25 mm starke Platten, verleimte Verbindungen statt bloßer Steckbeschläge. Das sieht man nicht, aber man spürt es, wenn man sich im Bett anlehnt und nichts wackelt.

Beidseitig nutzen: Vorderseite Schrank, Rückseite Regal, Bett oder Wand

Der Reiz des Raumteilers liegt darin, dass er zwei Gesichter hat. Die Vorderseite ist meist ein Kleiderschrank mit 60 cm Tiefe, Türen oder offen als Ankleide. Für die Rückseite gibt es drei Grundtypen. Erstens die geschlossene Wand: eine furnierte, lackierte oder mit Stoff bespannte Fläche, die wie eine Wand wirkt und ein Bett oder Sofa aufnimmt. Zweitens das Regal: 25 bis 35 cm tiefe Fächer für Bücher, Pflanzen oder Nachtkästchen, die den Schrank auf 85 bis 95 cm Gesamttiefe bringen. Drittens die Mischung: unten geschlossen als Kopfteil, oben offen mit Fächern, durch die Licht fällt.

Die Rückseite verlangt eine andere Konstruktion als bei einem Wandschrank. Die dünne Rückwand, die bei Serienschränken an die Wand zeigt, ist hier Sichtfläche. Wir fertigen sie aus einer 19 mm starken Platte, furniert oder lackiert wie die Front, mit sauberen Kanten und ohne sichtbare Verbinder. Das Möbel ist dann von beiden Seiten gleich fertig – ein Unterschied, den man sofort sieht, wenn man Serienware von hinten anschaut.

In der Landstraße wurde die Rückseite zum Kopfteil: unten 1,10 m hoch mit Eichenfurnier bespannt, darüber zwei Reihen offener Fächer mit Licht, in denen Bücher und die Nachttischlampe stehen. Die Steckdosen dafür sitzen im Möbel, die Zuleitung läuft unsichtbar im Sockel.

Durchgang, Licht und Luft: Damit der Raum nicht zur Kammer wird

Ein Raumteiler, der bis zur Decke und von Wand zu Wand reicht, ist eine Wand mit Türen – dann fehlen dem hinteren Bereich Licht und Luft, und es braucht eine eigene Tür. Fast immer ist es besser, den Schrank auf einer Seite oder auf beiden Seiten vor der Wand enden zu lassen. Der Durchgang sollte mindestens 80 cm breit sein, bequem sind 90 bis 100 cm; so kommt man mit Wäschekorb oder Koffer vorbei, und der Raum liest sich noch als ein Raum.

Oben ist die zweite Entscheidung: bis zur Decke oder nicht. Ein Raumteiler mit 2,20 bis 2,40 m Höhe in einem 3,30 m hohen Altbauzimmer lässt oben einen Streifen frei, durch den Licht und Luft wandern – und er lässt die Stuckdecke als Ganzes sichtbar. Wer dennoch bis oben schließen will, etwa wegen des Schalls, kann den oberen Teil als Glasfeld oder als offene Fächer ausführen. In einem Neubau mit 2,50 m Decke ist die raumhohe Lösung näher, dann planen wir eine Oberlichte aus satiniertem Glas.

Schall ist ehrlich gesagt die Grenze des Raumteilers. Ein Schrank voller Kleidung dämpft, aber er sperrt keinen Fernseher aus. Wer Schlafzimmer und Wohnbereich mit Ruhe trennen will, braucht eine Wand mit Tür; wer Zonen in einem Raum sucht, bekommt mit dem Schrank die bessere Lösung.

Türen am Raumteiler: Schieben, drehen oder offen lassen

Weil der Raumteiler mitten im Raum steht, bestimmen seine Türen den Platz auf beiden Seiten. Drehtüren vorne brauchen rund 60 cm Schwenkraum, und wenn vor dem Schrank ein Durchgang liegt, schlagen offene Türen in den Weg. Schiebetüren bleiben in der Ebene und sind deshalb am Raumteiler besonders häufig; sie tragen außerdem schwere, ruhige Fronten, die als Wandfläche wirken.

In Ankleidezonen bleibt der Raumteiler oft offen: Stangen, Fächer und Laden ohne Türen, mit Licht in den Elementen, sodass die Vorderseite wie eine Boutique wirkt. Das funktioniert, wenn die Ankleideseite vom Wohnbereich abgewandt ist – man sieht sie vom Bett oder vom Sofa aus nicht. Ein Vorhang oder eine einzelne Schiebetür vor der Ankleidezone ist der Kompromiss für alle, die es ordentlich mögen, aber nicht jeden Tag.

Wir entscheiden das beim Vor-Ort-Termin mit einer einfachen Übung: Wir stellen uns an die Stelle des künftigen Durchgangs, schauen in beide Richtungen und fragen, was man von dort sehen soll. Danach ist meist klar, welche Seite geschlossen bleibt und welche offen sein darf.

Aus der Werkstatt: Der Raumteiler in der Landstraße

Zurück ins Altbauzimmer. Ausgangslage: 32 m², zwei Fenster an der Längsseite, Eingangstür in der Querwand. Der alte Schrank stand quer, mit dem Rücken zum Bett, und ließ an beiden Seiten je 40 cm Platz – zu wenig für einen Durchgang, zu viel für eine Wand. Der Wunsch: ein Raumteiler, 2,60 m lang, der die Schlafzone vom Ankleidebereich trennt, mit einem Durchgang an der Fensterseite, damit das Bett Morgenlicht bekommt.

Im Schauraum haben wir zwei Varianten gezeichnet. Die erste reichte bis zur Decke und bekam eine Glasoberlichte; die zweite endete bei 2,30 m und ließ den Stuck frei. Das Paar entschied sich für die zweite, weil die Decke mit Rosette und Stuckleiste der Grund war, warum sie die Wohnung gemietet hatten. Der Schrank bekam vorne drei Schiebetüren in seidenmattem Lack, hinten das Eichenkopfteil mit Lichtfächern, einen Durchgang von 95 cm zum Fenster und 60 cm Abstand zur anderen Wand als Nische für einen Wäschekorb.

Statik: Sockelrahmen am Parkett verschraubt, nur vier Bohrungen, die beim Ausbau unter dem Boden der Nische verschwinden; dazu ein geschlossener Korpus mit 19 mm Rückwand, der dem Möbel über die Tiefe von 92 cm die Standfestigkeit gibt. Fertigung fünf Wochen, Montage zwei Tage mit unserem Team, Fixpreis seit dem Angebot. Vom Bett aus sieht man jetzt Eiche und Bücher, nicht Hartfaserplatte.

Elektrik, Boden und Decke: Die Schnittstellen zum Raum

Ein Raumteiler mitten im Zimmer hat keine Wand, hinter der man Kabel verstecken könnte. Steckdosen für Nachttischlampen, Licht in den Fächern, Lademöglichkeiten im Kopfteil – all das braucht Strom, und der kommt entweder vom Boden oder von der Decke. Wir klären das vor der Fertigung: Gibt es eine Steckdose in der Nähe des künftigen Sockels, führen wir die Leitung flach im Sockel; gibt es einen Deckenauslass, kommt der Strom von oben durch eine Seitenwand. In jedem Fall liegen Netzteil und Verteiler zugänglich hinter einer Klappe.

Der Boden läuft unter dem Raumteiler durch – das ist ein Vorteil gegenüber der Wand und ein Punkt, den man bei neuem Parkett bedenkt: Erst der Boden, dann das Möbel. Bei Fußbodenheizung gilt, dass der Schrank mit Sockel steht und die Wärme unter ihm nicht staut; wir lassen den Sockel dort hinterlüftet, wo die Heizschleifen liegen.

Und die Decke: Wer den Raumteiler bis oben schließt, bekommt eine vor Ort angepasste Blende, weil Decken selten eben sind. Bleibt er darunter, braucht es oben nur einen sauber beschichteten Deckel, den man von einer Galerie aus gern anschaut.

Raumteiler planen: Was wir von Ihnen brauchen

Ein Raumteiler ist ein Möbel, das zwei Räume auf einmal verändert. Deshalb planen wir ihn nicht als Schrank mit Rückseite, sondern als Grundriss: Wo steht das Bett, wo der Durchgang, von wo kommt das Licht, was soll man von der Tür aus sehen? Beim Vor-Ort-Termin markieren wir den Umriss mit Klebeband am Boden und gehen gemeinsam darum herum – eine halbe Stunde, die ein Möbel erspart, das zwanzig Zentimeter zu weit links steht.

Für eine erste Einschätzung reichen uns ein Grundriss oder eine Skizze mit Maßen, ein Foto in jede Richtung und die Antwort auf die Frage, was auf welcher Seite passieren soll. Innerhalb von 24 Stunden sagen wir, ob der Raumteiler Sinn ergibt und welche Varianten wir sehen. Im Schauraum zeigen wir danach Rückwandmaterialien, Schiebetürfronten und Lichtfächer am Objekt.

Das Angebot listet alle Positionen – Korpus, Front, Rückseite, Verankerung, Elektrik, Montage –, und der Preis steht fest, bevor Sie beauftragen.

Haben Sie einen großen Raum, der zwei Zonen bräuchte? Schicken Sie uns eine Skizze mit Maßen und zwei Fotos – wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, ob ein Raumteiler-Schrank bei Ihnen funktioniert, und markieren beim Vor-Ort-Termin den Umriss am Boden. Fixpreis vor Auftrag, rückbaubar statt gemauert. Kostenlos anfragen

Das Wichtigste in Kürze

  1. Ein Raumteiler-Schrank teilt und speichert zugleich: vorne 60 cm Kleiderschrank, hinten Regal, Kopfteil oder geschlossene Wand.
  2. Ohne Wand braucht er Verankerung am Boden und, wo möglich, an der Decke – oder genug Tiefe und einen stabilen Rahmen gegen das Kippen.
  3. Durchgang mindestens 80 bis 90 cm, Licht und Luft über oder neben dem Möbel; Schall trennt nur eine echte Wand.
  4. Die Rückseite ist Sichtfläche: 19 mm Platte, furniert oder lackiert, mit Steckdosen und Licht im Möbel.
  5. Geplant wird im Grundriss, mit Klebeband am Boden – nicht als Schrank mit Rückwand.

Häufige Fragen

Kann ein Schrank als Raumteiler frei im Raum stehen?

Ja, wenn er gegen Kippen gesichert ist. Üblich ist die Verschraubung des Sockelrahmens am Boden und eine Verbindung oder Druckstrebe zur Decke. Ein tiefer, geschlossener Korpus mit stabiler Rückwand und breitem Sockel steht auch ohne Deckenverbindung sicher.

Wie tief muss ein Raumteiler-Schrank sein?

Für Kleiderstangen 60 cm auf der Schrankseite. Kommt hinten ein Regal dazu, sind es insgesamt rund 85 bis 95 cm. Eine geschlossene Rückseite als Wand oder Kopfteil fügt nur die Plattenstärke hinzu.

Soll der Raumteiler bis zur Decke gehen?

In hohen Altbauräumen meist nicht – ein Abschluss bei 2,20 bis 2,40 m lässt Licht, Luft und Stuckdecke frei. Im Neubau mit 2,50 m kann er raumhoch sein, dann oft mit einer Oberlichte aus Glas, damit die hintere Zone hell bleibt.

Wie breit muss der Durchgang neben dem Raumteiler sein?

Mindestens 80 cm, bequem sind 90 bis 100 cm. So kommt man mit Koffer oder Wäschekorb vorbei, und der Raum wirkt weiterhin als ein Raum statt als zwei Kammern.

Kann man Steckdosen und Licht in den Raumteiler einbauen?

Ja. Die Zuleitung kommt über den Sockel von einer Steckdose in der Nähe oder von einem Deckenauslass durch eine Seitenwand. Steckdosen im Kopfteil, Licht in den Fächern und das Netzteil hinter einer Klappe planen wir vor der Fertigung mit ein.

Wie beginne ich die Planung eines Raumteilers?

Mit einem Grundriss oder einer Skizze mit Maßen, einem Foto in jede Richtung und der Antwort, was auf welcher Seite passieren soll. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden, markieren beim kostenlosen Vor-Ort-Termin den Umriss am Boden und nennen danach einen Fixpreis.

Das passt dazu: Schlafzimmerschrank · Begehbare Ankleide · Raumhoher Schrank · Schiebe- oder Drehtüren · Wohnwand nach Maß · Schrankbeleuchtung · /moebel-nach-mass · /projekte · Einbauschränke nach Maß

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