Altersgerecht wohnen, ohne dass man es sieht

Schwellen, Griffe, Licht und Bad so planen, dass Wohnen lange bequem bleibt und nicht nach Pflege aussieht: der Ansatz von Richard Atelier.

Gesamtkonzepte für Wohnung und Haus · Richard Atelier · Stand 2026-11-05

Die geschilderten Situationen und Werkstatt-Beispiele sind typische, frei erzählte Fälle zur Veranschaulichung – keine Berichte über bestimmte Kundenprojekte.

Kurz gesagt: Altersgerecht planen bedeutet, Räume so anzulegen, dass sie bequem und sicher bleiben, auch wenn Kraft, Bewegung oder Augen mit den Jahren nachlassen. Wichtig sind wenige Schwellen, eine Dusche ohne Stufe, Platz zum Drehen, gutes Licht und Stauraum in Griffweite. Früh mitgedacht fällt davon kaum etwas auf: Richard Atelier, unser Interior-Studio, plant das als Teil des Gesamtkonzepts, Küche und Einbauschränke kommen von Tischlerkultur.

Stellen Sie sich vor, die Stufe zum Balkon nehmen Sie seit dem letzten Winter etwas langsamer. Das Buch im obersten Regalfach bleibt, wo es ist, und über den Wannenrand steigen Sie mit einer Hand an der Wand. Noch ist nichts davon ein Problem, doch der Gedanke ist da. Sie möchten in Ihrer Wohnung bleiben, nur sicher nicht in einer, die nach Station aussieht. Diese Seite zeigt an typischen Situationen, wie beides zusammengeht und warum der Zeitpunkt der Planung mehr entscheidet als das einzelne Produkt.

Was altersgerecht wohnen meint und was nicht

Altersgerecht ist nicht dasselbe wie barrierefrei, auch wenn die Begriffe gern gemeinsam auftreten. Barrierefreiheit ist ein technisches Thema mit Maßen und Richtwerten, für Österreich festgehalten in der ÖNORM B 1600. Beim altersgerechten Wohnen kommen weitere Fragen dazu: Wie gut ist das Licht, wie laut der Raum, wie einfach die Bedienung, und fühlt man sich weiterhin zu Hause? Eine Wohnung kann jeden Richtwert erfüllen und trotzdem niemanden zum Bleiben einladen.

Deshalb beginnt die Planung bei Richard Atelier nicht bei der Griffstange, sondern bei der Leitfrage des Studios: Wie möchten Sie leben? Wer gern Gäste bewirtet, braucht eine andere Wohnung als jemand, der viel liest und früh schlafen geht. Daraus entsteht ein Bild vom Alltag, und erst daraus folgen die einzelnen Maßnahmen. Nicht jede davon muss sofort umgesetzt werden, aber sie sollte vorbereitet sein.

Warum Barrierefreiheit so oft nach Spital aussieht

Der Grund liegt zunächst in der Herkunft der Produkte. Vieles stammt aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, wo Hygiene und leichte Reinigung an erster Stelle stehen. In einer Wohnung wirken Kunststoffsitz, Griff in Signalfarbe und Rampe dann wie Fremdkörper.

Der zweite Grund ist der Zeitdruck. Nicht selten steht am Anfang solcher Umbauten ein Unfall oder ein Spitalsaufenthalt, und dann zählt, was schnell lieferbar ist: ein Griff auf die alten Fliesen, ein Klappsitz an die vorhandene Wand. Das hilft kurzfristig, prägt das Bad aber oft für lange Zeit.

Gestaltet wirkt dieselbe Hilfe, wenn sie schon im Entwurf steckt. Ein Boden, der ohne Kante in die Dusche läuft, beruhigt das ganze Bad. Eine raumhohe Schiebetür macht einen Durchgang weiter und wirkt nicht wie ein Zugeständnis. Barrierefreiheit wird damit zur Entwurfsaufgabe und ist keine Nachrüstung mehr.

Die Maße, die den Unterschied machen

Einige wenige Werte helfen bei der Orientierung, auch wenn nicht jede Wohnung alle erreicht. Im Bestand zeigt erst die Bestandsaufnahme, wie nah man ihnen kommen kann, und jede Annäherung bringt bereits Komfort. Eine Schwelle zur Loggia lässt sich zum Beispiel wegen der Abdichtung nicht immer ganz beseitigen. Dann bleibt, sie möglichst niedrig zu halten und gut sichtbar zu machen.

In der Umsetzung ist das vor allem Detailplanung. Die Drehfläche im Bad entsteht oft durch einen unterfahrbaren Waschtisch und eine offene Dusche, die breitere Tür durch ein Türblatt, das in der Wand verschwindet. Die Werte unten sind eine Planungshilfe und keine Aussage darüber, was in Ihrem Fall vorgeschrieben ist.

Das Bad: Halt, der nicht auffällt

Kein Raum zeigt den Unterschied so deutlich wie das Bad, und kein Raum bringt im Alltag so viel. Hier ist Richard Atelier zuständig: vom Konzept über Material und Sanitär bis zur Koordination der Gewerke, Barrierefreiheit und Licht ausdrücklich eingeschlossen.

Eine typische Lösung ersetzt die Wanne durch eine großzügige bodengleiche Dusche. Die Glaswand steht nur an einer Seite, sodass der Einstieg offen bleibt. Eine Sitzbank aus demselben Belag wie Wand und Boden sieht wie ein Gestaltungselement aus und ist doch der Platz zum Ausruhen oder Füßewaschen. Am Boden kommt es auf eine Fliese an, die auch nass und barfuß Halt gibt.

Griffe sind heute auch in der Oberfläche der Armaturen erhältlich, manche dienen gleich als Handtuchhalter oder Ablage. Wo noch keiner nötig ist, reicht vorerst die Wandverstärkung. Der Waschtisch sollte für Stehende wie Sitzende passen, Laden sind dann bequemer als Türen. Ein wandhängendes, etwas höher gesetztes WC erleichtert das Aufstehen und macht das Putzen einfacher.

Küche und Schränke: erreichbar statt tief und hoch

In der Küche und beim Stauraum geht es darum, wie gut man hinkommt. Oberschränke, für die es einen Tritt braucht, und tiefe Eckfächer, in denen Dinge verschwinden, werden mit den Jahren zum täglichen Ärgernis. Vollauszüge bringen den Inhalt zu Ihnen, statt dass Sie sich nach ihm bücken müssen. Hochschränke mit Auszügen ersetzen die obere Reihe, und ein Backofen auf Brusthöhe erspart das Heben schwerer Bleche aus Kniehöhe.

Beide Themen sind das eigene Handwerk von Tischlerkultur. Küchen und Einbauschränke planen, fertigen und montieren wir selbst, auch dann, wenn sie Teil eines Gesamtkonzepts von Richard Atelier sind. Eine Küche, die so geplant ist, sieht nicht nach Hilfsmittel aus, sie arbeitet sich schlicht angenehmer. Das gilt für jedes Alter.

Im Kleiderschrank helfen Fächer in Griffhöhe und Kleiderlifte, die die obere Stange herunterholen. Wer gerade nur hier etwas ändern möchte, braucht kein Gesamtkonzept und kann sich direkt an uns wenden.

Licht, Kontrast und einfache Bedienung

Licht wird beim altersgerechten Wohnen oft unterschätzt. Mit den Jahren braucht das Auge spürbar mehr Helligkeit und verträgt Blendung schlechter. Räume, die vor zwanzig Jahren gereicht haben, können heute zu dunkel sein, ohne dass es einem bewusst auffällt.

Die Antwort ist nicht einfach eine stärkere Deckenleuchte. Gut funktionieren mehrere Lichtebenen: gleichmäßiges, blendfreies Grundlicht, gezieltes Licht an den Arbeitsplätzen von Küche und Bad, eine Leseleuchte am Sessel und ein schwaches Orientierungslicht für die Nacht. Mehr dazu erklärt die Seite zur Lichtplanung für die ganze Wohnung.

Den Rest erledigen Kontraste, und dafür braucht es keine Warnfarben: eine helle Platte auf dunkler Front, eine Waschtischkante, die sich von der Wand absetzt, ein Türrahmen im anderen Ton. Das sieht nach Gestaltung aus und hilft nebenbei bei der Orientierung. Dazu gehört eine Bedienung, die man auch müde versteht: wenige, eindeutig angeordnete Schalter, und wo es sinnvoll ist, eine einzelne Taste, die mehrere Leuchten zugleich regelt.

Schlafzimmer und Vorzimmer: die kleinen täglichen Wege

Zwei Stellen in der Wohnung werden leicht vergessen, weil dort scheinbar nichts passiert. Im Schlafzimmer zählt der nächtliche Weg: Schalter, die vom Bett aus erreichbar sind, und ein Licht, das den Gang zum Bad begleitet, ohne jemanden zu wecken. Ein Bett in passender Höhe mit genug Platz auf beiden Seiten macht das Aufstehen leichter und das Beziehen einfacher.

Im Vorzimmer beginnt und endet jeder Ausgang. Eine Sitzbank zum Schuheanziehen ist praktisch und sieht nach Empfang aus, nicht nach Hilfsmittel. Dazu eine Lade für Schlüssel und Augengläser und eine Leuchte mit Bewegungsmelder, sodass Sie mit vollen Händen nicht nach dem Schalter tasten müssen.

Auch das gehört zu einem Gesamtkonzept: Es denkt nicht nur in Räumen, sondern in den Wegen dazwischen. Solche Details kosten in der Planung wenig Mühe und begleiten Sie dafür täglich. Ein durchgehender Boden ohne Absätze erledigt nebenbei gleich mehrere Aufgaben, weil er die Wohnung auch größer wirken lässt.

Der beste Zeitpunkt liegt vor dem Bedarf

Wer ohnehin ein Bad saniert oder eine Wohnung umbaut, nimmt Dusche ohne Stufe, verstärkte Wände und breitere Türen gleich mit. Der Aufwand verteilt sich dann auf Arbeiten, die sowieso anstehen, und die gestaltete Lösung wird vor allem eine Frage der Reihenfolge. Was hingegen unter Zeitdruck entsteht, wird genommen, wie es gerade verfügbar ist.

Auch für jüngere Bewohnerinnen und Bewohner gilt: Eine schwellenlose Wohnung ist bequemer mit Kinderwagen, schweren Koffern oder nach einem Skiunfall. Altersgerecht planen heißt daher nicht, sich mit dem Altwerden abzufinden. Es heißt, sich Entscheidungen offenzuhalten.

Der erste Schritt ist klein: das kostenlose Erstgespräch mit Richard Atelier, 30 Minuten, per Telefon oder Video. Dort erzählen Sie, was im Alltag mühsam wird und was bleiben soll. Fotos und ein Grundriss helfen. Bei größeren Eingriffen folgen Bestandsaufnahme und Konzept, und Tischlerkultur baut die Einbauten, die das Konzept vorsieht. Über Budget spricht man als Größenordnung, ein Festpreis ist in diesem Stadium nicht möglich.

Möchten Sie in Ihrer Wohnung bleiben, ohne dass sie danach aussieht? Im kostenlosen Erstgespräch mit Richard Atelier schildern Sie, was im Alltag mühsamer wird und was unbedingt bleiben soll. Danach wissen Sie, was bei Ihnen sinnvoll und machbar sein könnte. Kostenlos anfragen

Das Wichtigste in Kürze

  1. Altersgerecht geht über die Barrierefreiheit hinaus: Auch Licht, Bedienung und das Gefühl von Zuhause zählen.
  2. Klinisch wirkt Barrierefreiheit meist dann, wenn sie unter Zeitdruck nachträglich dazukommt.
  3. Verstärkte Wände, ebene Dusche und breitere Türen kommen am besten gleich beim nächsten Umbau mit.
  4. Mit den Jahren braucht das Auge mehr und blendfreies Licht, dazu Kontraste, die ohne Signalfarben auskommen.
  5. Bad und Gesamtkonzept macht Richard Atelier, Küche und Einbauschränke mit guter Erreichbarkeit macht Tischlerkultur.

Häufige Fragen

Was bedeutet altersgerecht wohnen?

Dass Räume auch dann sicher und bequem bleiben, wenn Kraft, Bewegung oder Augen nachlassen. Typisch sind wenige Schwellen, eine Dusche ohne Stufe, Platz zum Drehen, gutes Licht und Stauraum in Griffweite. Gut gelöst fällt davon im Alltag kaum etwas auf.

Ist altersgerecht dasselbe wie barrierefrei?

Nicht ganz. Barrierefreiheit beschreibt technische Anforderungen wie Bewegungsflächen und Türbreiten, etwa in der ÖNORM B 1600. Beim altersgerechten Wohnen kommen Licht, Bedienung und Wohnlichkeit dazu. Welche Werte in Ihrem konkreten Fall verbindlich sind, klären Sie bitte im Einzelfall mit den zuständigen Fachleuten.

Wann sollte man mit der Planung beginnen?

Am besten, bevor es nötig ist, also bei der nächsten Sanierung von Bad oder Wohnung. Dann fällt die Entscheidung in Ruhe und die Lösung wird Teil des Raums. Unter Zeitdruck wird oft genommen, was schnell lieferbar ist.

Kann ein barrierefreies Bad schön sein?

Ja, wenn die Funktion von Anfang an mitgeplant wird. Ein durchgehender Boden, eine verflieste Sitzbank und Griffe in der Oberfläche der Armaturen wirken wie Gestaltung. Richard Atelier plant solche Bäder als vollständige Badrenovierung.

Muss die ganze Wohnung umgebaut werden?

Nein. Oft reicht es, bei Bad, Licht und Stauraum zu beginnen und den Rest vorzubereiten. Wenn der Plan für das Ganze zuerst steht, lässt sich auch in Etappen umsetzen. Wie weit das gehen sollte, hängt von Ihrer Wohnung und Ihren Plänen ab.

Wer ist für die Küche zuständig?

Tischlerkultur. Küchen und Einbauschränke, etwa mit Vollauszügen und einem Backofen auf Brusthöhe, planen, fertigen und montieren wir selbst. Geht es zusätzlich um Bad, Licht oder mehrere Räume, kommt unser Interior-Studio Richard Atelier dazu.

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