Steckdosen, Anschlüsse und Elektroplanung in der Küche
Elektroplanung Küche: Steckdosen in der Nische und Insel, Starkstrom fürs Kochfeld, Wasser und Abfluss, Lichtkreise, Abzug – was vor der Montage fertig sein muss.
Planung & Ergonomie · Einbauküchen-Wissen · Stand 2026-11-04
Kurz gesagt: Eine neue Küche braucht einen eigenen, dreiphasigen 400-Volt-Anschluss für das Kochfeld, getrennte Stromkreise für Backofen, Geschirrspüler und Kühlschrank, Wasser und Abfluss für Spüle und Geschirrspüler, einen Abluftweg oder Umluft für den Abzug, Schaltkreise für Licht – und in der Nische über der Arbeitsplatte mehr Steckdosen, als man denkt: Als Richtwert gelten rund zehn Steckdosen für eine Standardküche, in der Nische immer als Doppeldosen. Bei einer Insel liegen Strom und Wasser im Boden. Wir in Münchendorf liefern dafür den Elektroplan aus der Küchenplanung.
Die Küche ist der Raum mit den meisten Anschlüssen im Haus – und der, in dem ein vergessener Anschluss am teuersten ist. Eine fehlende Steckdose in der Nische bedeutet ein Loch in der fertigen Rückwand; ein Kochfeld ohne Starkstrom bedeutet, dass die Küche steht, aber nicht kocht; eine Insel ohne Leitung im Boden bedeutet, dass die Insel zum Tisch wird. Deshalb gehört die Elektroplanung der Küche nicht in die Bauphase, sondern in die Küchenplanung, und sie muss fertig sein, bevor Fliesen, Estrich oder Putz geschlossen werden. Auf dieser Seite erklären wir, welche Anschlüsse eine neue Küche braucht, wo sie sitzen müssen und wie wir das mit Ihrem Elektriker und Installateur abstimmen.
Starkstrom für das Kochfeld – und was sonst einen eigenen Kreis braucht
Das Kochfeld, ob Induktion oder Glaskeramik, braucht in der Regel einen dreiphasigen Anschluss mit 400 Volt über eine eigene, separat abgesicherte Leitung – üblicherweise mit 16 Ampere je Phase, je nach Gerät auch mehr. Die Anschlussdose sitzt hinter oder neben dem Unterschrank des Kochfelds, so dass sie nach der Montage noch zugänglich ist und nicht hinter einem Auszug klemmt. Ein Kochfeld mit integriertem Abzug braucht zusätzlich einen 230-Volt-Anschluss für den Lüfter. Der genaue Anschlusswert steht im Datenblatt des Geräts, deshalb legen wir die Gerätemodelle vor der Freigabe fest und geben die Werte an den Elektriker weiter.
Auch andere Geräte sollten eigene Stromkreise bekommen, damit nicht die ganze Küche dunkel wird, wenn der Geschirrspüler auslöst: Backofen, Geschirrspüler, Kühl- und Gefriergerät, gegebenenfalls Dampfgarer, Kaffeevollautomat und Weinklimaschrank. Der Kühlschrank sollte an einem Kreis hängen, der nicht über den Lichtschalter läuft – das klingt selbstverständlich, kommt in Altbauten aber vor. Welche Kreise wie abgesichert werden, entscheidet der Elektriker nach den geltenden Vorschriften; wir liefern die Liste der Geräte mit Leistung und Position.
- Kochfeld: 400 V dreiphasig, eigene Leitung und Absicherung, Dose zugänglich neben dem Unterschrank
- Eigene Kreise für Backofen, Geschirrspüler, Kühlgerät, Dampfgarer, Kaffeevollautomat
- Anschlusswerte aus den Datenblättern der festgelegten Geräte – vor der Freigabe
Steckdosen in der Nische: wie viele und wo
Die Nische zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank ist der Ort, an dem die meisten Steckdosen fehlen. Kaffeemaschine, Toaster, Wasserkocher, Mixer, Küchenmaschine, Handy zum Laden – alles will Strom, und zwar dort, wo gearbeitet wird. Als Richtwert gelten rund zehn Steckdosen für eine Standardküche; in gut ausgestatteten Küchen sind es deutlich mehr. In der Nische sollten Steckdosen immer als Doppeldosen ausgeführt sein, an jeder Arbeitsfläche mindestens eine Kombination, bei langen Flächen alle 80 bis 120 cm eine. Die übliche Höhe liegt bei etwa 115 cm über dem fertigen Boden, also rund 10 bis 15 cm über der Platte – bei unseren individuellen Arbeitshöhen rechnen wir das für jede Küche neu.
Wo Steckdosen nicht hingehören: direkt neben der Spüle im Spritzbereich und hinter dem Kochfeld. Wo sie oft vergessen werden: an der Stirnseite einer Zeile, in der Vorratsecke für Staubsauger und Akkugeräte, über dem Kühlschrank für nichts Bestimmtes – und genau die werden später am meisten gebraucht. In Dekton- oder Keramikrückwänden werden die Ausschnitte für die Dosen in der Werkstatt gefräst, deshalb müssen die Positionen bei uns vor der Fertigung feststehen. Ein Loch nachträglich zu bohren geht, ist aber nie so sauber wie der geplante Ausschnitt.
Die Insel: Strom, Wasser und Abfluss im Boden
Eine freistehende Insel hat keine Wand, aus der Leitungen kommen – alles muss durch den Boden. Für ein Kochfeld in der Insel heißt das: die 400-Volt-Leitung im Estrich, mit einem Leerrohr, das genau unter dem Inselkorpus endet. Für Steckdosen an der Inselseite oder in der Platte kommt eine 230-Volt-Leitung dazu, ebenso für den Kochfeldabzug und für Inselbeleuchtung. Für eine Spüle in der Insel braucht es Kalt- und Warmwasser und den Abfluss mit ausreichendem Gefälle – was bei einer Bodenplatte ohne Aufbau schnell eng wird und früh geklärt werden muss.
Das Zeitfenster dafür ist im Neubau der Rohbau, in der Sanierung die Phase vor dem neuen Estrich oder Boden. Danach bleibt nur noch der Aufbau eines Sockels, in dem die Leitungen verlaufen, oder der Verzicht auf Technik in der Insel. Deshalb legen wir die Inselposition millimetergenau fest, bevor der Boden geschlossen wird, und übergeben die Koordinaten dem Elektriker und Installateur. Wer heute eine Insel ohne Kochfeld plant, sollte trotzdem ein Leerrohr mit Steckdosenleitung legen lassen – für den Tag, an dem doch eine Küchenmaschine dort stehen soll.
- Starkstrom, Steckdosen und Licht für die Insel im Estrich mit Leerrohr unter dem Korpus
- Wasser und Abfluss mit Gefälle vor dem Boden klären
- Position der Insel vor dem Schließen des Bodens millimetergenau festlegen
Wasser, Abfluss und Geschirrspüler
Die Spüle braucht Kalt- und Warmwasser mit Eckventilen und einen Abfluss, der so sitzt, dass der Siphon im Spülenunterschrank Platz hat und der Abfallsammler oder ein Auszug trotzdem hineinpasst. Der Geschirrspüler gehört direkt neben die Spüle und wird an dieselben Anschlüsse angebunden: Wasserzulauf mit eigenem Ventil, Abfluss über den Spülensiphon oder einen eigenen Anschluss, und eine Steckdose, die nicht hinter dem Gerät, sondern im Nachbarschrank sitzt – sonst kommt man im Fall einer Störung nicht hin, ohne das Gerät auszubauen.
Dasselbe gilt für Kühlschränke mit Wasseranschluss, Kaffeevollautomaten mit Festwasser und Armaturen mit Kochendwasser- oder Sprudelfunktion: Sie brauchen Wasser und Strom im Unterschrank, teils einen Platz für ein Boiler- oder Filtergerät. Alles das steht im Installationsplan, den wir aus der Küchenplanung ableiten. Darin ist auch vermerkt, wo Leitungen hinter Hochschränken verlaufen dürfen und wo nicht – denn ein Abfluss, der genau dort aus der Wand kommt, wo ein Innenauszug laufen soll, kostet Stauraum.
Dunstabzug: Abluft, Mauerkasten oder Umluft
Ob der Abzug nach draußen führt oder die Luft gefiltert in den Raum zurückgibt, entscheidet über ein großes Loch in der Außenwand – oder eben keines. Abluft leitet Dampf und Fett über ein Rohr und einen Mauerkasten nach außen; sie ist wirksamer und leiser, braucht aber einen Weg durch Wand oder Decke und bei dichten Gebäuden mit Lüftungsanlage oder Kamin eine Abstimmung mit dem Rauchfangkehrer. Umluft braucht keinen Durchbruch, dafür regelmäßig gewechselte Filter und etwas mehr Leistung. In Wiener Altbauten ist Abluft oft nicht erlaubt oder nicht möglich, im Neubau dagegen gut planbar.
Für die Elektroplanung heißt das: Der Abzug braucht einen 230-Volt-Anschluss an der richtigen Stelle – bei Wandhauben über dem Kochfeld in Haubenhöhe, bei Deckenlüftern in der Decke, beim Kochfeldabzug im Unterschrank. Bei Abluft muss das Rohr mit möglichst wenigen Bögen und ausreichendem Durchmesser geführt werden, sonst wird der Abzug laut und schwach. Die Rohrführung zeichnen wir in den Plan ein, weil sie den Stauraum im Hochschrank oder Oberschrank berührt. Beim Vor-Ort-Termin prüfen wir, welcher Weg nach draußen realistisch ist.
Lichtkreise und Schalter mitplanen
Das Küchenlicht besteht aus mehreren Ebenen – Grundlicht, Arbeitslicht, Akzentlicht –, und jede braucht einen eigenen Kreis, möglichst dimmbar. In der Elektroplanung bedeutet das: Deckenauslässe für Spots und Pendel an den Positionen aus dem Küchenplan, eine Zuleitung zur Unterseite der Oberschränke oder in die Nische für das Arbeitslicht, eine Zuleitung in den Sockel für Sockellicht und Netzteile, und Schalter dort, wo man die Küche betritt und wo man an der Zeile steht. Taster mit Dimmfunktion oder eine kleine Lichtsteuerung sind sinnvoll, wenn mehrere Ebenen bedient werden sollen.
Die Leuchten in Möbeln – Laden, Vitrinen, Hochschränke, Nischenprofile – verkabeln wir in der Werkstatt und führen sie an einem zentralen Punkt zusammen, an dem der Elektriker anschließt. Dafür braucht es einen Platz für Netzteile, der zugänglich bleibt: meist im Sockel oder in einem Oberschrank. Diese Abstimmung ist der Grund, warum die Lichtplanung bei uns im Küchenplan steht und nicht beim Elektriker allein: Er kennt das Hausnetz, wir kennen die Küche.
Der Elektroplan: was Sie von uns bekommen und wann
Nach der Freigabe der Küche erhalten Sie einen Elektro- und Installationsplan: ein Grundriss und Ansichten, in denen jede Steckdose, jeder Geräteanschluss, jeder Wasser- und Abflusspunkt, jeder Lichtauslass und jede Schalterposition mit Höhe und Maß ab Wand eingetragen ist. Dazu eine Geräteliste mit Anschlusswerten. Diesen Plan geben Sie Ihrem Elektriker und Installateur, oder unsere Partnerbetriebe setzen ihn um – in beiden Fällen stimmen wir die Termine ab, damit die Anschlüsse fertig sind, wenn unser Montageteam kommt.
Warum ist das so wichtig? Weil die Reihenfolge sonst kippt. Wird der Elektriker vor der Küchenplanung bestellt, setzt er Dosen nach Erfahrung – und die Erfahrung sagt nicht, dass Ihre Arbeitsplatte 98 cm hoch wird und der Hochschrank 38 cm neben dem Fenster endet. Werden die Anschlüsse erst nach der Montage gemacht, bleiben nur Aufputzlösungen. Der Plan aus der Küchenplanung löst beides. Und er ist Teil dessen, was im Angebot mit Fixpreis enthalten ist – nicht eine Zusatzleistung, die später überrascht.
Sie sind unsicher, ob die Anschlüsse in Ihrer Küche für die neue Planung reichen? Schicken Sie uns Fotos Ihrer jetzigen Anschlüsse und des Sicherungskastens – wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, was für Kochfeld, Insel und Licht nötig ist, und liefern nach der Planung den Elektroplan, den Ihr Elektriker direkt umsetzen kann. Kostenlos anfragen
Das Wichtigste in Kürze
- Das Kochfeld braucht 400 Volt dreiphasig über eine eigene Leitung; Backofen, Geschirrspüler und Kühlgerät eigene Kreise.
- In der Nische Doppelsteckdosen an jeder Arbeitsfläche, Richtwert rund zehn Steckdosen je Standardküche, Höhe auf die Arbeitshöhe abgestimmt.
- Für die Insel müssen Strom, Wasser und Abfluss vor dem Schließen des Bodens liegen – Position millimetergenau.
- Abzug: Abluft braucht Mauerkasten und Rohrweg, Umluft Filter – beides braucht Strom an der richtigen Stelle.
- Der Elektroplan kommt aus der Küchenplanung, nicht umgekehrt – und er ist Teil des Fixpreisangebots.
Häufige Fragen
Braucht ein Induktionskochfeld Starkstrom?
In der Regel ja: einen dreiphasigen 400-Volt-Anschluss über eine eigene, separat abgesicherte Leitung, meist mit 16 Ampere je Phase. Einzelne kleine Kochfelder laufen mit 230 Volt, das ist aber die Ausnahme. Der genaue Wert steht im Datenblatt des Geräts.
Wie viele Steckdosen braucht eine Küche?
Als Richtwert rund zehn für eine Standardküche, in gut ausgestatteten Küchen deutlich mehr. In der Nische über der Arbeitsplatte immer Doppeldosen, mindestens eine Kombination je Arbeitsfläche, bei langen Flächen alle 80 bis 120 cm.
In welcher Höhe gehören Steckdosen über die Arbeitsplatte?
Etwa 10 bis 15 cm über der Platte, bei Standardhöhen rund 115 cm über dem fertigen Boden. Weil wir Arbeitshöhen nach Körpergröße fertigen, rechnen wir die Steckdosenhöhe für jede Küche neu und geben sie im Elektroplan an.
Was braucht eine Kochinsel an Anschlüssen?
Für ein Kochfeld Starkstrom im Boden, für Steckdosen und Abzug 230 Volt, für eine Spüle Wasser und Abfluss mit Gefälle. Alles muss vor dem Estrich oder Boden liegen, mit Leerrohr genau unter dem Inselkorpus.
Muss der Elektriker vor oder nach der Küchenplanung kommen?
Danach. Erst wenn der Küchenplan steht, ist klar, wo Geräte, Nische und Insel liegen. Sie bekommen von uns den Elektroplan mit allen Positionen; die Anschlüsse müssen fertig sein, bevor unser Montageteam kommt.
Abluft oder Umluft – was ist besser?
Abluft ist wirksamer und leiser, braucht aber einen Weg nach draußen und bei dichten Gebäuden oder Kaminen eine Abstimmung. Umluft braucht keinen Durchbruch, dafür Filterwechsel. In vielen Altbauwohnungen ist Umluft die einzige Option, im Neubau lässt sich Abluft gut planen.
Was brauchen Sie von mir für die Elektroplanung meiner Küche?
Zunächst nur Fotos der jetzigen Anschlüsse und des Sicherungskastens sowie die Info, ob eine Insel oder ein Kochfeld mit Abzug gewünscht ist. Beim Vor-Ort-Termin nehmen wir alle Anschlusspunkte ins Naturmaß auf; den fertigen Elektroplan erhalten Sie nach der Freigabe.
Das passt dazu: Küchenbeleuchtung · Kochinsel · Dunstabzug · Kochfeld mit Abzug · Küche im Neubau · Montage · /kuechenrenovierung/elektrogeraete · /ablauf · Einbauküchen-Wissen
Telefon: +43 699 17777 455 · Anfrage stellen · Küchenrevitalisierung · Ablauf · Erstgespräch · Impressum