Gas oder Induktion in der neuen Küche?
Gas vs. Induktion: Kochgefühl, Sicherheit, Reinigung, Anschlüsse, Abzug, Kombination mit Dekton – warum Induktion meist gewinnt und wann Gas bleibt.
Geräte & Technik · Einbauküchen-Wissen · Stand 2026-11-05
Kurz gesagt: In der neuen Küche gewinnt Induktion in den meisten Fällen: Sie ist schneller, sicherer, leichter zu reinigen, bringt deutlich mehr Energie in den Topf als eine Gasflamme und braucht keinen Gasanschluss, der in vielen Neubauten ohnehin fehlt. Gas bleibt die richtige Wahl für Menschen, die die sichtbare Flamme und das Kochen mit Wok oder Gusseisen nicht missen wollen und einen bestehenden Anschluss haben. Wir in Münchendorf planen beides – und erklären ehrlich, was Gas an Abzug, Anschluss und Arbeitsplatte mehr verlangt.
Der Gasherd in der Wohnung in Wien-Josefstadt stammte aus den Achtzigerjahren, und der Mann, der uns zum Vor-Ort-Termin bat, hatte darauf kochen gelernt. Er wollte Gas behalten. Seine Partnerin hatte in ihrer vorherigen Wohnung Induktion gehabt und wollte nie wieder eine Gasflamme putzen. Zwischen den beiden stand eine Küche, die ohnehin neu wurde, und eine Frage, die in Wien und Niederösterreich gerade viele stellen: Ist Gas in der neuen Küche noch zeitgemäß – oder lieber Induktion? Auf dieser Seite vergleichen wir beide ehrlich: Kochgefühl, Geschwindigkeit, Sicherheit, Reinigung, Anschlüsse, Abzug und die Arbeitsplatte. Wir sagen, warum Induktion meist gewinnt und wann Gas bleibt – und wie sich das Paar in der Josefstadt entschieden hat.
Wie Gas und Induktion kochen – und warum sich das anders anfühlt
Gas erhitzt den Topf von außen: Die Flamme umspielt den Boden, die Wärme steigt an den Wänden hoch, und ein Teil davon geht an die Luft daneben. Man sieht die Flamme, hört sie und regelt sie stufenlos mit dem Handgelenk – das ist das Kochgefühl, das viele nicht aufgeben wollen. Der Wok sitzt in der Flamme, Gusseisen wird gleichmäßig heiß, und beim Flambieren ist die Flamme ohnehin schon da.
Induktion erzeugt die Wärme im Topfboden selbst: Eine Spule unter dem Glas baut ein Magnetfeld auf, das den Boden direkt erhitzt. Das Glas bleibt vergleichsweise kühl, der Topf wird schneller heiß als auf jeder Gasflamme, und die Regelung reagiert sofort – Milch kocht nicht über, wenn man die Stufe senkt. Was fehlt, ist das Sichtbare: Man sieht keine Flamme, sondern eine Zahl, und das Kochgefühl kommt aus der Reaktion des Topfes, nicht aus dem Feuer.
Wer von Gas auf Induktion wechselt, braucht meist eine Woche, um den fehlenden Blick auf die Flamme nicht mehr zu vermissen. Wer von Induktion auf Gas wechselt, vermisst die Geschwindigkeit sofort. Das ist unsere Erfahrung aus vielen Küchen – und der Grund, warum wir im Schauraum beides zum Probieren stehen haben.
Geschwindigkeit, Energie und Wirkungsgrad: wo Induktion klar vorne liegt
Beim Ankochen gibt es keinen Wettbewerb: Ein Liter Wasser kocht auf Induktion deutlich schneller als auf Gas, weil die Energie direkt im Topfboden entsteht. Bei Gas geht ein großer Teil der Wärme an der Topfwand vorbei in die Küche – man spürt das im Sommer als warme Luft über dem Herd. Induktion bringt den Großteil der eingesetzten Energie in den Topf, Gas deutlich weniger; die Küche bleibt mit Induktion kühler, und der Abzug hat weniger warme Luft zu bewegen.
Beim Thema Energie kommt in Österreich der Strommix dazu: Ein großer Teil des Stroms stammt aus Wasserkraft und anderen erneuerbaren Quellen. Induktion ist damit nicht nur effizienter am Herd, sondern auch in der Gesamtbilanz meist die sauberere Variante – und sie lässt sich mit einer eigenen Photovoltaikanlage betreiben, Gas nicht. Welche Variante im Monat weniger kostet, hängt von den aktuellen Strom- und Gaspreisen ab; das ist keine Frage, die sich für zwanzig Jahre im Voraus beantworten lässt.
Was sich beantworten lässt: Induktion braucht einen Starkstromanschluss, meist dreiphasig mit eigener Absicherung. In einem Altbau mit alter Elektrik ist das die Position, die geprüft werden muss, bevor das Kochfeld bestellt wird. Unser Elektroplan nennt den Anschlusspunkt, der Elektriker bestätigt, ob die Zuleitung reicht.
Sicherheit und Reinigung: zwei Argumente, die im Alltag zählen
Eine Gasflamme ist offenes Feuer in der Küche. Ein Geschirrtuch, ein Ärmel, ein Kind, das an den Herd greift – das Risiko ist beherrschbar, aber real. Moderne Gaskochfelder haben Zündsicherungen, die das Gas abschalten, wenn die Flamme erlischt, und das ist Pflicht. Induktion hat weder Flamme noch heiße Platte: Das Glas wird nur durch den Topf warm, ohne Topf passiert nichts, und Kindersicherung, Abschaltautomatik und Restwärmeanzeige gehören zur Grundausstattung.
Bei der Reinigung ist der Unterschied noch deutlicher. Ein Gaskochfeld besteht aus Topfträgern, Brennerdeckeln, Brennerköpfen und Zündkerzen – alles muss abgenommen, gereinigt, getrocknet und wieder gesetzt werden, und Übergekochtes brennt an den heißen Teilen ein. Ein Induktionskochfeld ist eine Glasfläche, die nach dem Kochen mit einem feuchten Tuch gewischt wird, weil das Glas nicht heiß genug wird, um Verschüttetes einzubrennen.
Für die Partnerin aus der Josefstadt war genau das der Punkt: nicht die Technik, nicht der Preis, sondern dass der Herd am Abend in einer Minute sauber ist. Wir hören das in fast jedem Gespräch, in dem jemand schon Induktion hatte.
- Gas: offene Flamme, Zündsicherung Pflicht, Topfträger und Brenner zum Reinigen abnehmen
- Induktion: kein Feuer, Glas bleibt kühl, Kindersicherung und Abschaltautomatik Standard
- Reinigung Induktion: ein feuchtes Tuch – kein Einbrennen
Anschlüsse: was Gas in der Küche zusätzlich verlangt
Gas braucht einen Gasanschluss, und der ist nicht überall vorhanden. In vielen Wiener Altbauten liegt er, in neueren Wohnungen und Häusern im Umland oft nicht mehr – Neubauten werden zunehmend ohne Gasnetz geplant, und Wien hat den Ausstieg aus Gas in Gebäuden als Ziel formuliert. Wer heute Gas in der Küche will, sollte prüfen, ob der Anschluss liegt, ob er für ein Kochfeld freigegeben ist und wer ihn anschließen darf: In Österreich muss das ein konzessionierter Installateur machen, mit Dichtheitsprüfung und Abnahme.
Der Anschluss selbst muss in der Nähe des Kochfelds liegen, mit einer Absperrung, die zugänglich ist – meist im Unterschrank unter dem Feld. Das kostet Platz in der Lade darunter. Dazu kommt ein Stromanschluss für die Zündung. Bei Flaschengas, wie es in manchen Häusern ohne Netz genutzt wird, gelten eigene Regeln für Aufstellung und Belüftung der Flasche.
Induktion braucht nur Strom – aber genug davon. Ein modernes Induktionskochfeld wird dreiphasig angeschlossen, mit einer eigenen Absicherung im Verteiler. In Altbauwohnungen mit einphasiger Versorgung oder alter Verkabelung ist das die Position, die vor der Bestellung geprüft werden muss. Beides, Gas und Starkstrom, nennt unser Installationsplan auf den Zentimeter; der Fachbetrieb arbeitet danach, bevor unser Montageteam kommt.
Aus der Werkstatt: die Küche in der Josefstadt
Zurück zu dem Paar mit den zwei Meinungen. Der Gasanschluss lag, war intakt und für ein Kochfeld freigegeben – Gas wäre möglich gewesen. Wir haben beide in den Schauraum eingeladen und ihnen eine Stunde am Gasfeld und am Induktionsfeld gegeben, mit denselben Töpfen: ein Wok, eine Gusseisenpfanne, ein Topf mit Wasser. Das Wasser kochte auf Induktion fast doppelt so schnell. Der Wok sah in der Gasflamme besser aus, aber die Gusseisenpfanne wurde auf Induktion genauso heiß. Und die Reinigung danach dauerte am Gasfeld fünf Minuten, am Induktionsfeld eine.
Die Entscheidung fiel für Induktion mit 80 cm und zwei Flexzonen – und für eine Lösung, die dem Mann sein Wok-Gefühl lässt: eine Induktionszone mit Wok-Mulde als eigenes Gerät neben dem Feld. Dafür braucht es ein spezielles rundes Induktionsfeld und einen passenden Wok mit rundem Boden; die Hitze kommt dort tatsächlich seitlich hoch, nicht nur von unten. Der Gasanschluss wurde vom Installateur abgesperrt und verschlossen, aber nicht entfernt – falls jemand in zwanzig Jahren anders entscheidet.
Die Arbeitsplatte aus Dekton nimmt beide Felder flächenbündig auf, der Unterschrank darunter hat zwei volle Laden, weil keine Gasabsperrung Platz braucht. Nach einem halben Jahr kam die Rückmeldung: Der Mann vermisst die Flamme nicht mehr, aber er vermisst sie noch beim Flambieren. Dafür gibt es jetzt einen kleinen Brenner in der Lade.
Abzug und Arbeitsplatte: wie das Kochfeld den Rest der Küche beeinflusst
Gas erzeugt neben Kochdampf auch Verbrennungsabgase und viel warme Luft. Der Abzug über einem Gaskochfeld muss deshalb mehr leisten und in größerem Abstand hängen: Die Hersteller verlangen über Gas meist 65 bis 75 cm Abstand zur Haube, über Induktion reichen 50 bis 65 cm. Ein Kochfeldabzug, der nach unten absaugt, ist über Gas nur in wenigen Ausführungen möglich, weil die Flamme durch den Luftzug beeinflusst wird – die Kombination aus Gas und Muldenlüfter ist eine Sonderlösung, die wir nur mit dafür freigegebenen Geräten planen.
Bei der Arbeitsplatte verlangt Gas Hitzebeständigkeit am Rand des Kochfelds, weil Topfträger und Brenner heiß werden und die Hitze seitlich abstrahlt. Dekton ist hier unproblematisch: Die ultrakompakte Oberfläche hält hohe Temperaturen aus, und ein heißer Topfträger, der daneben abgestellt wird, hinterlässt keine Spur. Bei Holz- oder Laminatplatten ist der Abstand zum Brenner ein Thema, das die Hersteller mit Mindestmaßen regeln.
Mit Induktion wird die Platte kaum warm, und der Ausschnitt kann flächenbündig gefräst werden, sodass das Glas in einer Ebene mit Dekton liegt. Das ergibt eine Fläche, die sich in einem Zug wischen lässt – der Punkt, an dem Induktion und Dekton zusammen mehr sind als die Summe ihrer Teile. Beim Gaskochfeld sitzt der Rahmen auf der Platte, flächenbündig ist dort die Ausnahme.
Wann Gas bleibt – ehrlich gesagt
Es gibt gute Gründe, Gas zu behalten. Der erste ist der Anschluss: Wer einen intakten, freigegebenen Gasanschluss hat und die Flamme liebt, muss nicht wechseln. Der zweite ist das Kochen selbst: Wok mit rundem Boden, Flambieren, das Rösten von Paprika direkt in der Flamme – das geht mit Gas unmittelbarer als mit jeder Induktionslösung. Der dritte ist die Unabhängigkeit vom Strom: Bei Stromausfall kocht ein Gasherd mit Streichholz weiter.
Der vierte Grund ist persönlich: Wer vierzig Jahre auf Gas gekocht hat und nichts anderes will, soll nichts anderes bekommen. Wir reden niemandem Induktion ein. Was wir tun, ist die Anforderungen ehrlich zu benennen: der größere Abstand zur Haube, die stärkere Haube, der Platz für die Absperrung im Unterschrank, die Reinigung der Brenner, der konzessionierte Installateur – und die Frage, ob der Gasanschluss in zwanzig Jahren noch versorgt wird.
Eine Zwischenlösung gibt es auch: ein Induktionskochfeld als Hauptgerät und daneben ein kleines Gaskochfeld mit einem oder zwei Brennern für Wok und Flamme. Das braucht beide Anschlüsse und etwas mehr Breite, ist aber für Menschen, die beides wollen, die ehrlichste Antwort. Wir haben solche Küchen gebaut, und die Besitzer nutzen beide Felder – das Gasfeld seltener, als sie dachten.
So entscheiden wir mit Ihnen zwischen Gas und Induktion
Beim Erstgespräch fragen wir, worauf Sie heute kochen und was Sie daran mögen oder stört. Beim Vor-Ort-Termin prüfen wir, ob ein Gasanschluss liegt, wie die Elektrik aussieht und welcher Abzug möglich ist – diese drei Punkte entscheiden oft mehr als die Vorliebe. Im Schauraum in Münchendorf oder Wien kochen Sie auf beiden Feldern mit unseren Töpfen oder mit Ihren eigenen; eine Stunde dort löst die meisten Diskussionen.
In der Planung legen wir Kochfeld, Abzug und Anschlüsse als Paket fest, zeichnen den Ausschnitt in der Arbeitsplatte nach Datenblatt und nennen im Installationsplan die Punkte für Gas oder Starkstrom. Das transparente Angebot führt Gerät, Abzug, Platte, Korpus und Montage als eigene Positionen – der Preis steht fest, bevor Sie beauftragen. Fertigung in unserer Werkstatt meist fünf bis sechs Wochen, Montage mit dem eigenen Team in wenigen Tagen; den Gas- oder Elektroanschluss macht der Fachbetrieb vorher nach unserem Plan.
Und wenn Sie zu zweit unterschiedlicher Meinung sind wie das Paar aus der Josefstadt: Kommen Sie gemeinsam. Die Entscheidung fällt am Herd, nicht am Tisch.
Gas behalten oder auf Induktion wechseln? Kochen Sie bei uns im Schauraum auf beiden Feldern, bevor Sie entscheiden. Wir prüfen Anschluss, Abzug und Platte und planen das Kochfeld, das zu Ihnen passt – zum Fixpreis, der vor dem Auftrag feststeht. Kostenlos anfragen
Das Wichtigste in Kürze
- Induktion ist schneller, sicherer, leichter zu reinigen und bringt mehr Energie in den Topf – deshalb gewinnt sie in den meisten neuen Küchen.
- Gas bleibt für Wok, Flambieren und alle, die die sichtbare Flamme lieben – mit intaktem, freigegebenem Anschluss.
- Gas verlangt mehr Abstand zur Haube, eine stärkere Haube, Platz für die Absperrung und einen konzessionierten Installateur.
- Induktion braucht Starkstrom – in Altbauten vor der Bestellung die Zuleitung prüfen.
- Dekton verträgt beides; mit Induktion wird das Kochfeld flächenbündig zu einer durchgehend wischbaren Fläche.
Häufige Fragen
Ist Gas in der Küche noch zeitgemäß?
Für Menschen mit intaktem Gasanschluss und Freude an der Flamme ja. In der Gesamtbetrachtung – Geschwindigkeit, Sicherheit, Reinigung, Energie, Verfügbarkeit des Anschlusses – ist Induktion heute in den meisten neuen Küchen die bessere Wahl.
Was ist besser: Gas oder Induktion?
Induktion kocht schneller, bleibt kühler, ist sicherer und in einer Minute gereinigt. Gas bietet die sichtbare Flamme, den Wok in der Flamme und das Kochen bei Stromausfall. Für die meisten Haushalte überwiegen die Vorteile der Induktion.
Kann man in einer neuen Küche noch einen Gasherd einbauen?
Ja, wenn ein Gasanschluss liegt und für ein Kochfeld freigegeben ist. Der Anschluss muss von einem konzessionierten Installateur gemacht werden, die Absperrung bleibt im Unterschrank zugänglich, und der Abzug braucht mehr Abstand und Leistung als über Induktion.
Braucht Induktion einen Starkstromanschluss?
In der Regel ja, dreiphasig mit eigener Absicherung. In Altbauwohnungen mit alter Elektrik muss das vor der Bestellung geprüft werden. Unser Elektroplan nennt den Anschlusspunkt, der Elektriker bestätigt die Zuleitung.
Kann man Gas und Induktion kombinieren?
Ja: ein Induktionskochfeld als Hauptgerät und daneben ein kleines Gaskochfeld mit ein bis zwei Brennern für Wok und Flamme. Das braucht beide Anschlüsse und etwas mehr Breite in der Zeile. Alternativ gibt es Induktionszonen mit Wok-Mulde.
Wie starte ich, wenn wir uns zu zweit nicht einig sind?
Kommen Sie gemeinsam in den Schauraum nach Münchendorf oder Wien und kochen Sie eine Stunde auf beiden Feldern – mit Ihren eigenen Töpfen, wenn Sie wollen. Vorab reichen ein Foto der Küche und die Information, ob ein Gasanschluss liegt; wir antworten innerhalb von 24 Stunden.
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