Stauraum in der Küche richtig planen

Stauraum planen: Auszüge statt Türen, Eckschränke, Hochschränke, Apothekerauszug, Innenorganisation, Sockelladen – was sich im Alltag bewährt.

Planung & Ergonomie · Einbauküchen-Wissen · Stand 2026-11-04

Kurz gesagt: Mehr Stauraum in der Küche entsteht nicht durch mehr Schränke, sondern durch bessere: Vollauszüge statt Türen in allen Unterschränken, Hochschränke bis zur Decke statt Oberschränke mit Staubkante, eine durchdachte Ecklösung, Sockelladen und eine Innenorganisation, die zu dem passt, was tatsächlich hineinkommt. In der Maßküche nutzen wir in Münchendorf jeden Zentimeter zwischen Wand, Decke und Nische – das bringt oft ein Drittel mehr Volumen als eine Serienküche im selben Raum.

Die häufigste Beschwerde über alte Küchen lautet nicht „zu klein“, sondern „zu wenig Platz“ – und das ist etwas anderes. Oft ist in der alten Küche genug Volumen vorhanden, nur unerreichbar: hinter Türen, in denen man kniend nach dem hintersten Topf sucht, in Oberschränken, deren oberste Ebene man nie geöffnet hat, in einer Ecke, die seit Jahren eine Fritteuse beherbergt. Stauraum planen heißt deshalb vor allem, Volumen in nutzbaren Raum zu verwandeln. Auf dieser Seite zeigen wir, welche Schranktypen, Beschläge und Maße sich im Alltag bewähren, wo eine Serienküche an ihre Grenzen stößt und wie wir beim Vor-Ort-Termin ermitteln, wie viel Stauraum Ihre Küche wirklich braucht.

Zuerst den Bedarf klären: Was muss überhaupt hinein?

Bevor wir über Schränke reden, reden wir über Inhalt. Wie viele Töpfe und Pfannen besitzen Sie – und wie viele davon nutzen Sie wirklich? Gibt es eine Vorratskammer nebenan oder muss die Küche den ganzen Vorrat fassen? Wie viel Geschirr steht für Gäste bereit? Welche Geräte stehen heute auf der Arbeitsplatte – Kaffeemaschine, Küchenmaschine, Toaster – und welche davon sollen künftig verschwinden? Diese Fragen stellen wir beim Vor-Ort-Termin, und wir schauen dabei in Ihre jetzigen Schränke. Das ist nicht indiskret, sondern die einzige verlässliche Grundlage.

Aus den Antworten entsteht eine grobe Mengenliste, die wir mit dem Volumen der geplanten Küche abgleichen. So vermeiden wir die zwei typischen Fehlplanungen: die Küche mit zu wenig Vorratsraum, in der nach einem Jahr ein Regal im Vorzimmer steht, und die Küche mit riesigen Hochschränken, die zur Hälfte leer bleiben. Beides kostet Geld und Raum, der anderswo gefehlt hätte – etwa für eine breitere Arbeitsfläche.

Vollauszüge statt Türen – die wichtigste Entscheidung

Ein Unterschrank mit Tür und Einlegeboden ist das unergonomischste Möbel der Küche. Man sieht nur die vordere Reihe, muss sich bücken und hineingreifen, und der hintere Bereich wird zum Lager für Dinge, die man vergessen hat. Ein Vollauszug kommt als Ganzes heraus, man blickt von oben auf den gesamten Inhalt und greift stehend zu. Deshalb bekommen bei uns alle Unterschränke Auszüge, und zwar Vollauszüge mit gedämpftem Einzug und hoher Tragkraft, damit auch Töpfe und Teller ohne Durchhängen laufen.

Die Aufteilung richtet sich nach dem Inhalt. Unter dem Kochfeld: zwei hohe Auszüge für Töpfe und Pfannen, eventuell eine flache Lade für Deckel. Neben dem Kochfeld: eine flache Lade für Kochbesteck und Gewürze. In der Vorbereitungszone: eine Besteck- und Messerlade oben, darunter Schüsseln und Bretter. Neben der Spüle: Abfallsystem und Reinigungsmittel. Innen sorgen Holzeinsätze, Antirutschmatten und verstellbare Stege für Ordnung. Türen bleiben nur dort, wo sie Sinn haben: beim Spülenunterschrank mit dem Siphon, beim Eckschrank mit Schwenkauszug und bei Hochschränken mit Innenauszügen.

Hochschränke bis zur Decke statt Oberschränke

Der größte Stauraumgewinn in einer Maßküche liegt oben. Oberschränke in Serienküchen enden 20 bis 40 cm unter der Decke – darüber bleibt ein Streifen, der nur Staub sammelt und oft mit einer Blende kaschiert wird. Wir fertigen Hochschränke und Oberschränke bis zur Decke, mit einem Ausgleich, der die Unebenheit der Decke aufnimmt. Die oberste Ebene dient dem, was selten gebraucht wird: Weihnachtsgeschirr, Gästegläser, die große Bratenform. Alles, was täglich gebraucht wird, bleibt in Greifhöhe.

Noch wirksamer ist eine durchgehende Hochschrankwand an einer Seite der Küche. Sie nimmt Kühl- und Gefrierschrank, Backofen und Dampfgarer in Arbeitshöhe, einen Vorratsschrank mit Innenauszügen und einen Besenschrank auf – und wirkt dabei wie eine ruhige Möbelfläche, nicht wie eine Küche. Im Gegenzug kann die andere Zeile ohne Oberschränke auskommen, mit einer Rückwand aus Dekton bis zur Decke und offenem Blick. So entsteht mehr Stauraum und mehr Luft gleichzeitig. Wie hoch Ihre Decke ist und wie viel Hochschrank der Raum verträgt, messen wir beim Naturmaß an mehreren Stellen.

Die Ecke: Eckauszug, Rondell oder großer Auszug

In jeder L- und U-Küche gibt es mindestens eine Ecke, und sie ist der am häufigsten verschenkte Stauraum. Die alte Lösung – ein Eckschrank mit Tür, hinter der ein schwarzes Loch beginnt – bringt Volumen, aber keinen nutzbaren Platz. Drei Beschläge lösen das heute: der Eckauszug mit schwenkbaren Tablaren, die nacheinander aus dem Schrank kommen und sich vor die Öffnung drehen; das Rondell mit drehbaren Böden, das sich in einer Vierteldrehung öffnet; und der Diagonalschrank mit großem Auszug, der die Ecke abschrägt und einen breiten, tiefen Auszug ermöglicht.

Welche Lösung passt, hängt vom Inhalt und vom Winkel ab. Der Eckauszug trägt viel und eignet sich für Töpfe und Küchengeräte; das Rondell ist günstiger und für Vorräte und Schüsseln gut; der Diagonalschrank nimmt vorne mehr Frontbreite in Anspruch, bringt dafür die beste Übersicht. Im Schauraum stehen alle drei nebeneinander – ausprobieren ist hier verlässlicher als jede Beschreibung. Manchmal ist die beste Ecklösung auch keine: In kleinen Küchen lassen wir das Eck als Totraum von außen zugänglich und gewinnen dafür einen durchgehenden Vorratsauszug an der Stirnseite.

Apothekerauszug, Vorratsschrank und schmale Nischen

Der Apothekerauszug ist ein schmaler, hoher Vollauszug mit Körben oder Tablaren auf beiden Seiten. Er passt in Nischen von 15 bis 30 cm Breite, die sonst mit einer Blende verschlossen würden – zwischen Kühlschrank und Wand, neben dem Backofen, am Ende einer Zeile. Er eignet sich für Flaschen, Gewürze, Konserven und Öle und macht aus einem Reststreifen echten Stauraum. Für größere Vorräte ist der Vorratsschrank mit Innenauszügen die bessere Lösung: Hinter einer Tür liegen vier bis fünf Vollauszüge in unterschiedlicher Höhe, auf denen alles von der Mehlpackung bis zur Getränkekiste Platz findet.

Weil wir nach Maß fertigen, gibt es bei uns keine Standardbreiten. Eine Nische von 38 cm bekommt einen Schrank von 38 cm, nicht einen von 30 cm plus Blende. In Summe ergeben diese Zentimeter über eine ganze Küche oft einen zusätzlichen Schrank. Die Serienküche kann das nicht: Sie kommt in Rastern von 15 cm, und was dazwischen liegt, wird mit Passleisten geschlossen.

Sockelladen, Nischensysteme und Stauraum in der Insel

Der Sockel unter den Unterschränken ist 10 bis 15 cm hoch und läuft über die ganze Länge der Küche – ein Streifen, der in Serienküchen leer bleibt. Mit Sockelladen lässt er sich nutzen: flache Auszüge für Backbleche, Tabletts, Schneidebretter oder den Kindertritt. Sie laufen auf eigenen Beschlägen, öffnen mit leichtem Druck des Fußes oder der Hand und verschwinden hinter derselben Sockelblende wie der Rest. Nicht jede Küche braucht sie, aber in kleinen Küchen sind sie ein echter Gewinn.

Die Nische zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank ist der zweite unterschätzte Ort. Ein Relingsystem oder schmale Borde nehmen Gewürze, Öle, Messer und Kochbesteck auf und befreien die Arbeitsplatte. Und die Insel: Ihre Rückseite, die zum Wohnraum zeigt, lässt sich mit flachen Schränken oder Regalen für Kochbücher, Gläser oder Geschirr bestücken, ohne dass die Tiefe der Kochseite leidet. In der Visualisierung zeigen wir, wie diese Ergänzungen wirken – ob die Küche dadurch ruhiger oder unruhiger wird, entscheidet sich an der Front und am Material.

Stauraum, ohne dass die Küche voll wirkt

Viel Stauraum und ein ruhiges Bild schließen sich nicht aus – im Gegenteil, geschlossener Stauraum ist die Voraussetzung dafür. Was hinter Fronten liegt, stört nicht. Deshalb planen wir Küchen mit viel Volumen gerne grifflos oder mit zurückhaltenden Griffen, in durchgehenden Fronten ohne sichtbare Unterteilung, und setzen die Hochschrankwand in einem Material, das zum Wohnraum passt: Eiche oder Nuss, eine supermatte Fenix-Front oder ein Lack im Ton der Wand. Offene Regale setzen wir sparsam, als bewusste Unterbrechung, nicht als Lagerfläche.

Am Ende steht eine Küche, in der die Arbeitsplatte leer bleibt, weil alles einen Platz hat. Das ist der eigentliche Maßstab: nicht die Zahl der Schränke, sondern die Frage, ob nach dem Kochen alles wieder verschwindet. Wie viel Stauraum Ihre Küche dafür braucht und wo er am besten liegt, klären wir beim Vor-Ort-Termin – und das Angebot zeigt jeden Auszug, jeden Beschlag und jede Innenorganisation als eigene Position, mit Fixpreis vor Auftrag.

In Ihrer Küche ist nie genug Platz – obwohl sie eigentlich nicht klein ist? Fotografieren Sie Ihre Schränke von innen und schicken Sie uns die Bilder: Wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, wo das Volumen verloren geht und wie eine Maßküche es nutzbar macht. Beim Vor-Ort-Termin planen wir den Stauraum nach dem, was wirklich hinein muss. Kostenlos anfragen

Das Wichtigste in Kürze

  1. Stauraum planen beginnt beim Inhalt: Was muss hinein, was steht heute auf der Platte und soll verschwinden?
  2. Vollauszüge in allen Unterschränken – Türen nur beim Spülenschrank, Eck und Hochschrank.
  3. Hochschränke bis zur Decke bringen mehr Volumen als Oberschränke und wirken ruhiger.
  4. Die Ecke wird mit Eckauszug, Rondell oder Diagonalschrank nutzbar – im Schauraum ausprobieren.
  5. Nach Maß gibt es keine Blenden: Jede Nische wird zu einem Schrank, der Sockel zu Laden.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich mehr Stauraum in eine kleine Küche?

Hochschränke bis zur Decke, Vollauszüge statt Türen, Sockelladen und schmale Apothekerauszüge in Restnischen. In der Maßküche wird jeder Zentimeter Breite genutzt, was in kleinen Räumen oft einen ganzen zusätzlichen Schrank ergibt.

Sind Auszüge wirklich besser als Türen?

Ja, in fast allen Unterschränken. Man sieht den ganzen Inhalt von oben, greift stehend zu und nutzt die volle Tiefe. Türen bleiben sinnvoll beim Spülenschrank, beim Eckschrank mit Schwenkauszug und bei Hochschränken mit Innenauszügen.

Was ist die beste Lösung für den Eckschrank?

Für schwere Töpfe der Eckauszug mit schwenkbaren Tablaren, für Vorräte das Rondell, für beste Übersicht der Diagonalschrank mit großem Auszug. Welche passt, hängt vom Winkel und vom Inhalt ab – im Schauraum lassen sich alle drei vergleichen.

Lohnen sich Sockelladen?

In kleinen Küchen und bei vielen flachen Dingen wie Blechen und Tabletts ja. Sie nutzen einen Streifen, der sonst leer bleibt, und sind von außen unsichtbar. In großen Küchen mit viel Hochschrankvolumen braucht man sie meist nicht.

Wie viel Stauraum braucht eine Familienküche?

Das hängt vom Vorrat und vom Geschirr ab. Als Anhaltspunkt: Für vier Personen mit wöchentlichem Großeinkauf braucht es neben dem großen Kühlschrank einen Vorratsschrank mit Innenauszügen, zwei Topfauszüge, eine Geschirrzone von mindestens 80 cm und ein Abfallsystem. Beim Vor-Ort-Termin gleichen wir Ihre Mengen mit dem Plan ab.

Kann ich Oberschränke ganz weglassen?

Ja, wenn eine Hochschrankwand das Volumen übernimmt. Dann bleibt die Zeile mit der Arbeitsplatte offen, mit einer Rückwand aus Dekton oder Keramik bis zur Decke – mehr Licht, ruhigeres Bild, und der Stauraum sitzt in einer Front.

Wie starte ich die Stauraumplanung mit Ihnen?

Mit einem Foto Ihrer jetzigen Küche, am besten mit offenen Schränken, und einer Liste dessen, was Ihnen heute fehlt. Daraus machen wir eine erste Einschätzung und besprechen beim Vor-Ort-Termin, welche Schranktypen und Beschläge zu Ihrem Alltag passen.

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