Gefrierschrank, Gefrierfach oder Truhe?
Gefrieren planen: integrierter Gefrierschrank, Kühl-Gefrier-Kombi, Truhe im Keller, Volumen, Energie, No Frost – was zur Vorratshaltung passt.
Geräte & Technik · Einbauküchen-Wissen · Stand 2026-11-05
Kurz gesagt: Wer wenig einfriert, kommt mit dem Gefrierteil einer Kühl-Gefrier-Kombination aus; wer regelmäßig Vorräte, Gartenernte oder vorgekochte Portionen lagert, ist mit einem eigenen Gefrierschrank mit Laden in der Küche besser bedient – übersichtlich, in Arbeitshöhe, vollintegriert hinter einer Front. Die Truhe bleibt die richtige Wahl für sperriges Gefriergut in großer Menge und für den Keller, nicht für die Küche. Wir in Münchendorf planen das Gefriervolumen nach dem, was Sie heute wirklich einfrieren, und bauen den Schrank nach Maß um die Nische.
Die Truhe im Keller des Hauses in Tulln war dreißig Jahre alt, 300 Liter groß und zu zwei Dritteln leer – wenn man die Erbsen von 2019 nicht mitrechnet. Das Ehepaar, das uns zum Vor-Ort-Termin bat, wollte die Küche neu und nebenbei die Frage klären, die seit Jahren offen war: Brauchen wir die Truhe noch, oder reicht das Gefrierfach? Und wenn wir sie nicht mehr brauchen – wo frieren wir dann die Marillen ein, die jeden Juli vom Baum kommen? Auf dieser Seite ordnen wir die vier Möglichkeiten ein – Gefrierfach, Kombi, eigener Gefrierschrank, Truhe –, erklären, was No Frost, Volumen und Energie in der Praxis bedeuten, und erzählen, wie das Paar aus Tulln am Ende ohne Truhe mehr Platz zum Einfrieren hatte als vorher.
Vier Wege zum Einfrieren: Fach, Kombi, Gefrierschrank, Truhe
Das Gefrierfach im Kühlschrank ist die kleinste Lösung: ein Fach mit 15 bis 30 Litern, meist hinter einer eigenen Klappe oben im Kühlraum. Es reicht für Eis, Tiefkühlgemüse und eine Packung Brot, aber nicht für Vorräte. Die Kühl-Gefrier-Kombination ist die häufigste Lösung: Kühlraum oben, drei bis vier Gefrierladen unten, zusammen in einer Nische von 178 cm. Das Gefrierteil fasst dort meist 60 bis 80 Liter.
Der eigene Gefrierschrank bringt in derselben Nischenhöhe rund 200 Liter in sechs bis sieben Laden – übersichtlich, jede Lade für eine Sorte, nichts muss gestapelt werden. Als Einbaugerät verschwindet er in der Hochschrankwand hinter einer Front, als Standgerät steht er in der Speisekammer oder im Keller. Die Truhe schließlich ist das Gerät mit dem größten Volumen je Stellfläche: 200 bis 400 Liter in einem Kasten, in den man von oben hineingreift.
Welche Lösung passt, hängt nicht von der Küche ab, sondern vom Gefriergut. Wer einmal im Jahr ein halbes Lamm vom Bauern bekommt, braucht die Truhe. Wer wöchentlich Portionen vorkocht und Brot auf Vorrat hält, braucht Laden. Wer nur Eis kühlt, braucht das Fach. Beim Vor-Ort-Termin öffnen wir deshalb gemeinsam das, was heute da ist, und zählen.
- Gefrierfach: 15 bis 30 Liter – für Eis und Kleinigkeiten
- Kühl-Gefrier-Kombi: 60 bis 80 Liter Gefrierteil in 178 cm Nische
- Eigener Gefrierschrank: rund 200 Liter in Laden, integriert oder frei stehend
- Truhe: 200 bis 400 Liter, für sperriges Gut, meist im Keller
Gefrierschrank oder Truhe: der ehrliche Vergleich
Die Truhe hat drei Vorteile. Sie fasst je Stellfläche am meisten, weil kein Platz für Laden und Zwischenböden verloren geht. Sie hält die Kälte beim Öffnen besser, weil kalte Luft schwerer ist und im Kasten bleibt, statt wie beim Schrank nach unten herauszufallen. Und sie nimmt sperrige Teile auf – ein großer Braten, ein ganzer Fisch, eine Lage Blechkuchen –, die in keine Lade passen.
Der Gefrierschrank hat die Übersicht auf seiner Seite. Jede Lade zeigt ihren Inhalt beim Herausziehen, nichts liegt unten und wird vergessen, und das Gerät steht aufrecht auf 60 × 60 cm Grundfläche. Als Einbaugerät passt er in die Hochschrankwand und ist aus der Küche heraus erreichbar – man geht nicht in den Keller, um die Erbsen zu holen. Dafür kostet das Lade-System Volumen, und beim Öffnen fällt kalte Luft heraus.
Die Truhe gehört deshalb in den Keller oder in die Garage, wo sie Platz hat und selten geöffnet wird. Der Gefrierschrank gehört in die Küche oder in die Speisekammer daneben, wo täglich etwas entnommen wird. Wer beides hat, teilt auf: Vorräte in Menge in der Truhe, der Wochenbedarf im Schrank. Wer sich entscheiden muss, nimmt in neun von zehn Haushalten den Schrank – und wir erklären gleich, warum die Erbsen von 2019 dafür ein gutes Argument sind.
Integrierter Gefrierschrank in der Küche: wie viel Platz er braucht
Ein vollintegrierter Gefrierschrank braucht dieselben Nischen wie der Kühlschrank: 88 cm unter der Arbeitsplatte für ein kleines Gerät mit rund 100 Litern, 122 cm für etwa 130 bis 150 Liter, 178 cm für rund 200 Liter. Die Breite liegt bei 56 bis 57 cm, der Schrank darum ist 60 cm breit. Wer Kühlschrank und Gefrierschrank nebeneinander plant, braucht also 1,20 m Hochschrankwand – und hat dann zusammen mehr Volumen als jede Kombination.
In kleineren Küchen setzen wir den Gefrierschrank mit 88 cm unter die Arbeitsplatte, neben den Kühlschrank oder am Ende der Zeile. Das reicht für Familien, die wöchentlich einfrieren, ohne Vorräte für Monate zu halten. Oder wir stapeln: Kühlschrank mit 122 cm oben, Gefrierschrank mit 88 cm darunter – zwei Geräte in einem Hochschrank, beide erreichbar, ohne sich zu bücken.
Was der integrierte Gefrierschrank braucht: eine Belüftung durch den Sockel und über den Schrank hinaus, eine eigene Steckdose und eine Front, die die Türschwere trägt – bei sieben vollen Laden hängt an der Gerätetür einiges Gewicht. Wir fertigen die Front deshalb mit stabilen Beschlägen und prüfen die Schlepptür-Technik an der Türhöhe. Das sind Details, die in der Werkstatt entschieden werden und im Alltag jeden Tag spürbar sind.
No Frost: nie mehr abtauen – und was es kostet
Beim klassischen Gefriergerät bildet sich an den Wänden Eis, weil Feuchtigkeit aus der Luft beim Öffnen hineinkommt und gefriert. Eine Eisschicht von einem Zentimeter erhöht den Stromverbrauch spürbar und nimmt Platz weg; ein- bis zweimal im Jahr muss abgetaut werden – Gerät leer räumen, Türen auf, Handtücher am Boden. No Frost umgeht das: Ein Lüfter hält die Luft im Gerät trocken und in Bewegung, Feuchtigkeit schlägt sich an einem Verdampfer außerhalb des Gefrierraums nieder und wird automatisch abgetaut.
Der Nutzen ist groß: nie mehr Abtauen, gleichbleibender Verbrauch, kein Reif auf den Packungen. Der Preis liegt in der Anschaffung, im Lüftergeräusch und in einem etwas trockeneren Klima im Gerät – gut verpackt lagern Lebensmittel trotzdem lange. In offenen Wohnküchen achten wir bei vollintegrierten Geräten besonders auf die Lautstärke im Datenblatt, weil der Lüfter abends im stillen Raum zu hören sein kann.
Für die Truhe im Keller ist No Frost weniger wichtig, weil sie selten geöffnet wird und wenig Feuchtigkeit hineinkommt. Für den Gefrierschrank in der Küche, der täglich auf und zu geht, ist es aus unserer Sicht die richtige Wahl – gerade weil niemand gern abtaut.
Aus der Werkstatt: die Truhe in Tulln
Zurück zu der Truhe mit den Erbsen von 2019. Beim Vor-Ort-Termin haben wir mit dem Paar das Gefriergut durchgezählt: Marillen aus dem Garten, selbst gemachte Suppen, Brot, Fleisch von einem Bauern aus der Umgebung, Tiefkühlgemüse. Zusammen rund 90 Liter, die wirklich genutzt wurden – in einer Truhe mit 300 Litern, von denen zwei Drittel Eis, Luft und Vergessenes waren. Das Problem war nicht zu wenig Platz, sondern zu wenig Übersicht.
Die neue Küche bekam eine Hochschrankwand in Fenix mit einem vollintegrierten Kühlschrank in 178 cm und daneben einem vollintegrierten Gefrierschrank in 122 cm Nische mit rund 140 Litern in fünf Laden, No Frost. Über dem Gefrierschrank, bis zur Decke, ein Vorratsschrank für Konserven und Einmachgläser. Eine Lade für Marillen und Beeren, eine für Fleisch, eine für Brot, eine für Suppen und Portionen, eine für Gemüse – wir haben die Laden gemeinsam beschriftet, bevor die Küche fertig war.
Die Truhe ging an einen Nachbarn mit Jagdschein, der sie für das braucht, wofür Truhen gemacht sind. Im Keller stehen jetzt die Einmachgläser, die vorher in der Küche keinen Platz hatten. Und die Marillen vom letzten Juli sind in der ersten Lade von oben, wo man sie sieht – der Unterschied zu vorher ist nicht das Volumen, sondern dass nichts mehr unten liegt.
Wie viel Gefriervolumen braucht ein Haushalt?
Für das Gefrieren gibt es keine so klare Faustregel wie für das Kühlen, weil die Spanne zwischen Haushalten riesig ist. Als Orientierung aus unseren Küchen: Wer nur Eis, Tiefkühlgemüse und etwas Brot lagert, kommt mit 30 bis 60 Litern aus – ein Gefrierfach oder eine kleine Kombi reicht. Wer wöchentlich vorkocht, Brot auf Vorrat hält und ein paar Fleischportionen einfriert, liegt bei 100 bis 150 Litern. Wer Gartenernte, Vorräte vom Bauern und Portionen für eine Familie bevorratet, braucht 200 Liter und mehr.
Die ehrlichste Methode ist wieder das Zählen: Was liegt heute im Gefrierfach, in der Truhe, bei den Eltern im Keller? Was davon wurde im letzten Jahr gegessen? Die Differenz ist das, was man loswerden kann. Fast immer ist das heute genutzte Volumen kleiner als das vorhandene – und fast immer ist es schlecht sortiert.
Wichtig ist auch die Reserve: Nach der Marillenernte oder nach dem Besuch beim Bauern muss Platz sein, der im Februar leer bleibt. Wir planen Gefrierschränke deshalb nicht auf den Durchschnitt, sondern auf die Spitze – aber auf die echte, nicht auf die vermutete. Dreihundert Liter für neunzig Liter Gefriergut sind kein Vorrat, sondern eine Stromrechnung.
Energie, Lautstärke und Standort: was der Keller ändert
Gefriergeräte laufen das ganze Jahr, und der Standort beeinflusst den Verbrauch. Ein kühler Keller mit 12 bis 15 Grad hilft dem Gerät, ein warmer Hauswirtschaftsraum neben der Heizung schadet. Die Hersteller geben Klimaklassen an, in denen das Gerät zuverlässig arbeitet; ein Keller, der im Winter unter 10 Grad fällt, ist für manche Geräte ein Problem, weil der Thermostat dann zu selten anspringt. Das steht im Datenblatt und wird gern übersehen.
In der Küche kommt die Lautstärke dazu. Ein vollintegriertes Gerät in der Hochschrankwand ist durch Korpus und Front gedämpft, aber ein Lüfter mit No Frost bleibt im stillen Raum wahrnehmbar. Werte um 35 bis 38 Dezibel gelten als leise; wir achten bei offenen Wohnküchen darauf. Im Keller spielt das keine Rolle, dafür ist der Weg dorthin täglich zu gehen.
Und die Energie selbst: Das Label mit der neuen Skala seit 2021 zeigt den Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Zwei Geräte verbrauchen zusammen etwas mehr als eine Kombi, aber oft weniger als eine Kombi plus eine dreißig Jahre alte Truhe im Keller. Wer die alte Truhe ersetzt, spart meist mehr, als die Entscheidung zwischen Schrank und Truhe je ausmacht – und wir entsorgen das Altgerät auf Wunsch mit der alten Küche.
So planen wir das Gefrieren in Ihrer Küche
Beim Erstgespräch fragen wir nach dem Gefriergut – nicht nach Litern, sondern nach Marillen, Brot, Fleisch, Portionen. Beim Vor-Ort-Termin öffnen wir gemeinsam Fach, Kombi oder Truhe und zählen, was im letzten Jahr gebraucht wurde. Daraus folgt das Volumen, aus dem Volumen die Nische oder der Standort, und aus beidem der Hochschrank oder der Platz in der Speisekammer.
Im Schauraum in Münchendorf oder Wien zeigen wir Ihnen die Laden offen, mit einer Packung Brot und einem Gefrierbeutel darin – die Ladenhöhe entscheidet, ob der Blechkuchen passt. Das transparente Angebot nennt Gerät, Korpus, Front und Montage als eigene Positionen; der Preis steht fest, bevor Sie beauftragen. Fertigung in der eigenen Werkstatt meist fünf bis sechs Wochen, Montage mit dem eigenen Team in wenigen Tagen.
Und wenn die Truhe bleiben soll, planen wir die Küche mit einem reinen Kühlschrank, der in derselben Nische ein Drittel mehr Kühlraum bringt. Nichts davon ist Standard – es ist die Lösung für Ihr Gefriergut, nicht für den Durchschnitt.
Steht bei Ihnen auch eine Truhe im Keller, die zu zwei Dritteln leer ist? Wir planen das Gefrieren nach dem, was Sie wirklich einfrieren – integriert in der Küche, übersichtlich in Laden, zum Fixpreis, der vor dem Auftrag feststeht. Kostenlos anfragen
Das Wichtigste in Kürze
- Das Gefriergut bestimmt das Gerät: Fach für Eis, Kombi für den Wochenbedarf, Gefrierschrank für Vorräte, Truhe für sperriges Gut in Menge.
- Der Gefrierschrank bietet Übersicht in Laden und passt integriert in die Hochschrankwand; die Truhe gehört in den Keller.
- Integrierte Gefrierschränke nutzen die Nischen 88, 122 und 178 cm – allein oder neben dem Kühlschrank.
- No Frost erspart das Abtauen und hält den Verbrauch konstant; in offenen Wohnküchen auf die Lautstärke achten.
- Erst zählen, dann kaufen: Das genutzte Gefriervolumen ist fast immer kleiner als das vorhandene.
Häufige Fragen
Was ist besser: Gefrierschrank oder Gefriertruhe?
Für die Küche der Gefrierschrank, weil Laden Übersicht geben und das Gerät integriert in die Hochschrankwand passt. Die Truhe fasst je Stellfläche mehr und hält Kälte beim Öffnen besser – sie ist die richtige Wahl für große Mengen und sperriges Gut im Keller.
Reicht das Gefrierfach im Kühlschrank?
Für Eis, Tiefkühlgemüse und eine Packung Brot ja. Das Fach fasst 15 bis 30 Liter. Wer vorkocht, Brot bevorratet oder Gartenernte einfriert, braucht eine Kombi mit Gefrierladen oder einen eigenen Gefrierschrank.
Kann man einen Gefrierschrank in die Küche integrieren?
Ja, vollintegriert hinter einer Front in der Hochschrankwand – in 88, 122 oder 178 cm Nische, allein oder neben dem Kühlschrank. Wir planen Belüftung, Steckdose und eine Front mit Beschlägen, die das Gewicht der vollen Laden trägt.
Ist No Frost beim Gefrierschrank sinnvoll?
In der Küche, wo das Gerät täglich geöffnet wird, ja: nie mehr abtauen, kein Reif, gleichbleibender Verbrauch. Der Lüfter ist leise hörbar; in offenen Wohnküchen achten wir auf Werte um 35 bis 38 Dezibel.
Wie viel Liter Gefrierschrank braucht eine Familie?
Ohne große Vorräte 100 bis 150 Liter, mit Gartenernte und Fleisch vom Bauern 200 Liter und mehr. Am verlässlichsten ist das Zählen des Gefrierguts, das im letzten Jahr tatsächlich gegessen wurde – und eine Reserve für die Erntezeit.
Wie starte ich, wenn ich nicht weiß, ob die alte Truhe bleiben soll?
Schicken Sie uns ein Foto der Küche und ein Foto der offenen Truhe – wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, ob ein integrierter Gefrierschrank das Volumen ersetzt und wie die Hochschrankwand dafür aussieht. Den Rest planen wir beim Vor-Ort-Termin nach Maß.
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