Speisekammer und Vorratsraum neben der Küche
Speisekammer planen: begehbar oder als Hochschrank, Regale nach Maß, Kühlung und Lüftung, Tür oder Schiebetür, Licht mit Sensor – Vorrat außer Sicht.
Küchenformen · Einbauküchen-Wissen · Stand 2026-11-05
Kurz gesagt: Eine Speisekammer lohnt sich ab etwa 1,20 × 1,50 m Grundfläche: Regale mit 30 bis 40 cm Tiefe an zwei oder drei Wänden, davor 80 cm Gang, kühl gelegen an einer Außen- oder Nordwand, mit Lüftung, einer Tür, die nach außen aufgeht, und Licht mit Bewegungssensor. Ist weniger Platz da, bringt ein Vorratsschrank mit Innenauszügen in der Küche fast dieselbe Übersicht auf 60 bis 90 cm Breite. Wir in Münchendorf fertigen beides nach Naturmaß – die Regale der Kammer wie die Auszüge des Schranks.
Die Bauherren aus der Nähe von St. Pölten brachten zum Erstgespräch den Einreichplan mit, auf dem neben der Küche ein Raum von 1,40 × 2,00 m eingezeichnet war, beschriftet mit „SPK“. Der Planer hatte ihn als Rest zwischen Küche und Garage übrig gelassen, und die Bauherren fragten, ob sie ihn wirklich als Speisekammer brauchen oder lieber zur Küche schlagen sollten – 2,8 m² mehr Küche klangen verlockend. Diese Frage hören wir bei fast jedem Hausbau, und die Antwort hängt davon ab, wie man einkauft, wie man kocht und was in der Küche selbst an Stauraum bleibt. Auf dieser Seite erklären wir, wann sich eine Speisekammer lohnt und wann ein Vorratsschrank reicht, wie die Regale nach Maß geplant werden, was das Klima der Kammer verlangt, welche Tür und welches Licht hineingehören – und wie die 2,8 m² in St. Pölten am Ende genutzt wurden.
Lohnt sich eine Speisekammer – oder reicht ein Vorratsschrank?
Eine Speisekammer bringt zwei Dinge, die kein Küchenschrank bringt: Übersicht und Kühle. Übersicht, weil man hineingeht und alle Vorräte auf offenen Regalen vor sich hat, ohne Türen zu öffnen und Laden zu ziehen. Kühle, weil ein eigener Raum an einer Außenwand ein paar Grad kälter sein kann als die Küche – gut für Erdäpfel, Zwiebeln, Äpfel, eingekochte Gläser und Getränke. Wer vorrätig einkauft, selbst einkocht oder einen Garten hat, braucht die Kammer. Wer zweimal die Woche frisch einkauft, nutzt sie kaum.
Der Vorratsschrank ist die Alternative in der Küche: ein Hochschrank von 60 bis 90 cm Breite mit Innenauszügen, die beim Öffnen der Tür komplett herauskommen, oder ein Apothekerauszug. Er fasst etwa den Inhalt von zwei Regalmetern, ist mit zwei Griffen erreichbar und kostet keinen eigenen Raum. Was er nicht kann: kühlen, Getränkekisten aufnehmen, die Küchenmaschine lagern, die man einmal im Monat braucht.
Die Grenze liegt bei der Fläche. Unter rund 1,20 × 1,20 m ist eine Kammer ein Schrank mit Tür davor, in den man nicht hineingeht – dann ist der Vorratsschrank in der Küche besser, weil er näher an der Arbeitsfläche liegt. Ab etwa 1,20 × 1,50 m kann man hineintreten, und ab 1,50 × 2,00 m wird die Kammer zum Raum mit Regalen an drei Wänden. In St. Pölten lagen wir mit 1,40 × 2,00 m genau dazwischen – und das Erstgespräch drehte sich darum, was die Familie dort lagern würde.
Mindestmaße: Regaltiefe, Gang und was in die Kammer passt
Regale für Vorräte sollten 30 bis 40 cm tief sein – tiefer, und die hinteren Gläser werden vergessen; flacher, und der Mehlsack passt nicht. Ein Regal von 30 cm Tiefe reicht für Konserven, Gläser und Packungen in zwei Reihen; 40 cm für Küchenmaschinen, Getränkeflaschen stehend und Vorratsdosen. Unten, in Bodennähe, darf das Regal 45 bis 50 cm tief sein für Getränkekisten und die Erdäpfelkiste.
Vor dem Regal braucht es einen Gang von 80 cm, damit man sich bücken und eine Kiste herausheben kann. Daraus folgt: Eine Kammer mit Regalen an einer Wand braucht 1,10 bis 1,20 m Breite; mit Regalen an beiden Längswänden 1,50 bis 1,60 m; mit Regalen an drei Wänden eine Grundfläche ab 1,60 × 1,60 m. Die Tür zählt mit – sie sollte nach außen aufgehen oder eine Schiebetür sein, sonst kostet sie das halbe Regal.
Was hineinpasst, rechnen wir in Regalmetern: Ein Laufmeter Regal mit 30 cm Tiefe und 35 cm Fachhöhe fasst etwa 25 bis 30 Konservendosen oder 20 Gläser in zwei Reihen. Eine vierköpfige Familie mit Vorratshaltung kommt auf 10 bis 15 Regalmeter plus Bodenfläche für Kisten – das ist die Kammer von 1,40 × 2,00 m, voll ausgenutzt.
- Regaltiefe 30 bis 40 cm, unten 45 bis 50 cm für Kisten
- Gang vor dem Regal mindestens 80 cm
- Einseitig ab 1,10 m Breite, zweiseitig ab 1,50 m, dreiseitig ab 1,60 × 1,60 m
- Vierköpfige Familie mit Vorrat: 10 bis 15 Regalmeter
Regale nach Maß: Fachhöhen, Material, Auszüge
Ein Regal mit lauter gleichen Fächern passt zu nichts. Vorräte haben Höhen: Konservendosen und Gläser brauchen 20 bis 25 cm, Flaschen und große Gläser 35 cm, Vorratsdosen und Müslipackungen 30 cm, die Küchenmaschine 45 cm, Getränkekisten am Boden 40 cm. Wir planen die Fachhöhen nach dem, was gelagert wird, und machen die Böden verstellbar, damit sich die Kammer mit den Gewohnheiten ändern kann.
Das Material: Regale aus beschichteter Platte oder Massivholz, mit einer vorderen Kante von 3 bis 4 cm, damit die Böden auch mit 20 Gläsern nicht durchhängen – bei 90 cm Fachbreite ist das die Grenze, darüber kommt eine Mittelstütze. Die Böden sollten abwischbar sein; Holz geölt oder eine melaminbeschichtete Platte in Hell, damit man sieht, was darauf steht. An der Rückwand eine helle Fläche, keine Tapete – ausgelaufener Sirup lässt sich von Lack abwischen.
Auszüge gehören in die untere Zone: Vollauszüge mit 40 bis 50 cm Tiefe für Erdäpfel, Zwiebeln, Getränke, damit man sie nicht aus der Tiefe hervorzerrt. Oben reichen offene Böden. Und eine Arbeitsfläche in Hüfthöhe, 40 cm tief, auf der man die Einkaufstasche abstellt und auspackt – die fehlt in fast jeder Kammer und ist das Detail, das man täglich braucht.
Das Klima der Speisekammer: kühl, trocken, gelüftet
Eine Speisekammer soll kühler sein als die Küche – ideal sind Werte um 15 °C, konstant über das Jahr. Das erreicht man durch die Lage: an einer Außenwand, am besten nach Norden oder Osten, ohne Fenster nach Süden, ohne Heizkörper und ohne Fußbodenheizung im Raum. Die Wand zur Küche sollte nicht die Wand sein, an der Backofen oder Kühlschrank stehen – deren Abwärme heizt die Kammer von hinten. Beim Hausbau ist das eine Frage des Grundrisses, die wir mit den Bauherren vor dem Einreichplan besprechen, wenn sie früh genug zu uns kommen.
Trocken und gelüftet: Vorräte geben Feuchtigkeit ab, Obst und Gemüse atmen, und eine dichte Kammer ohne Luftwechsel riecht nach einem Winter muffig und zieht Schimmel an. Eine Lüftungsöffnung nach außen mit Insektengitter und Klappe, ein Lüftungsschlitz in der Tür oder der Anschluss an die Wohnraumlüftung sorgen für den Luftwechsel. Verbindliche Vorgaben für private Vorratsräume gibt es in der Regel nicht – die Praxis zeigt aber, dass eine Kammer ohne Lüftung die erste Stelle im Haus ist, an der Schimmel auftaucht.
Und die Geräte: Ein zweiter Kühlschrank oder ein Gefrierschrank in der Kammer ist praktisch, heizt den Raum aber auf. Wenn er hinein soll, dann mit Lüftung und möglichst weit vom Vorratsregal entfernt – oder die Kammer wird bewusst als Lagerraum mit Zimmertemperatur geplant und nicht als kühler Vorrat.
Tür, Licht und Strom: die Details, die die Kammer bequem machen
Die Tür ist in kleinen Kammern das größte Möbel. Eine Drehtür, die nach innen aufgeht, kostet 80 cm Regalwand; nach außen schlägt sie in die Küche, wo sie im Weg sein kann. Die Schiebetür vor der Wand oder in der Wandtasche löst beides, braucht aber die Wandfläche daneben. Eine Pocket-Lösung mit zwei schmalen Flügeln passt, wenn die Kammer an der Küchenzeile liegt und die Tür in der Front der Hochschränke verschwinden soll – dann sieht man von der Küche aus eine Schrankwand, hinter der ein Raum liegt.
Licht mit Bewegungssensor: Wer mit zwei Einkaufstaschen die Kammer betritt, hat keine Hand für den Schalter. Ein Sensor an der Tür schaltet eine Deckenleuchte oder LED-Profile in den Regalen ein; neutralweißes Licht um 3 500 bis 4 000 Kelvin zeigt, ob das Brot noch gut ist. Und mindestens eine Steckdose – für die Vakuumiermaschine, den Gefrierschrank, das Ladegerät des Staubsaugers, der in vielen Kammern mitwohnt.
Der Boden: fliesenbar oder versiegelt, mit einer Schwelle, die so niedrig ist, dass man die Getränkekiste hineinschieben kann. Diese Punkte gehören in die Bauplanung, bevor der Elektriker kommt – wir liefern den Plan mit Licht, Sensor und Steckdosen zusammen mit der Regalplanung.
Aus der Werkstatt: die 2,8 Quadratmeter bei St. Pölten
Zurück zum Einreichplan. Die Familie: zwei Erwachsene, zwei Kinder, ein großer Garten mit Obstbäumen, Großeinkauf alle zwei Wochen, eine Gefriertruhe im Keller. Die Kammer: 1,40 × 2,00 m, an der Nordwand des Hauses, Tür von der Küche aus, kein Fenster. Die Küche selbst: eine L-Form mit Insel, geplant ohne Oberschränke. Damit war die Antwort klar: Die Kammer blieb, weil sie den Stauraum ersetzte, den die Oberschränke nicht lieferten.
Unsere Planung: Regale an beiden Längswänden und an der Stirnwand, 35 cm tief, mit verstellbaren Böden – unten Vollauszüge mit 45 cm Tiefe für Erdäpfel, Zwiebeln und Getränke, in Hüfthöhe eine 40 cm tiefe Ablage zum Auspacken, darüber Böden mit Fachhöhen von 25 und 35 cm für die Einkochgläser. Die Tür wurde eine Schiebetür vor der Küchenwand, als Front in demselben Eichenfurnier wie die Hochschränke, sodass sie von der Küche aus wie ein Schrankelement wirkt. Lüftungsöffnung in der Außenwand mit Klappe, kein Heizkörper, Fußbodenheizung in diesem Raum ausgespart – das wurde noch vor dem Estrich mit dem Baumeister abgestimmt.
LED-Profile in den Regalkanten mit Sensor an der Tür, zwei Steckdosen. Die Regale fertigten wir in Münchendorf aus hell beschichteter Platte mit Eichenkanten, Montage an einem halben Tag. Die Kammer bleibt im Sommer rund fünf Grad unter der Küche – gemessen von den Bauherren, die den Garten jetzt in Gläsern lagern, statt ihn zu verschenken.
Speisekammer und Küche gemeinsam planen
Die Kammer ist nur so gut wie ihr Verhältnis zur Küche. Liegt sie neben dem Kühlschrank und der Vorratszone, geht man mit einem Schritt hinein; liegt sie hinter dem Esstisch, trägt man jede Packung durch den Raum. Wir planen deshalb die Küchenzonen und die Kammer gemeinsam: Was täglich gebraucht wird – Öl, Gewürze, Nudeln, Kaffee – bleibt in der Küche im Vorratsauszug; was wöchentlich oder seltener gebraucht wird, kommt in die Kammer. Die Kammer entlastet die Küche, ersetzt sie aber nicht.
Beim Hausbau lohnt es sich, früh zu uns zu kommen: Lage der Kammer, Tür, Lüftung, Heizungsaussparung und Elektro entscheiden sich im Einreichplan, nicht bei der Möbelmontage. Für eine erste Einschätzung genügen uns der Grundriss der Küche mit der Kammer und die Antwort auf die Frage, wie Sie einkaufen. Innerhalb von 24 Stunden sagen wir Ihnen, ob die Kammer in dieser Größe sinnvoll ist oder ob ein Vorratsschrank in der Küche mehr bringt. Regale wie Schrank stehen als eigene Positionen im Angebot – der Preis steht fest, bevor Sie beauftragen.
Auf Ihrem Plan steht „SPK“ – und Sie wissen nicht, ob Sie den Raum brauchen? Schicken Sie uns den Grundriss und zwei Sätze dazu, wie Sie einkaufen – wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, ob die Kammer in dieser Größe sinnvoll ist, und planen Regale, Tür und Lüftung gleich mit der Küche. Kostenlos anfragen
Das Wichtigste in Kürze
- Speisekammer ab etwa 1,20 × 1,50 m, darunter ist ein Vorratsschrank mit Innenauszügen in der Küche die bessere Lösung.
- Regale 30 bis 40 cm tief, Fachhöhen nach Inhalt, Gang 80 cm, unten Vollauszüge für Kisten, in Hüfthöhe eine Ablage zum Auspacken.
- Kühl und trocken: Außen- oder Nordwand, keine Heizung, keine Geräteabwärme von der Küchenseite, Lüftungsöffnung nach außen.
- Tür nach außen oder als Schiebetür, Licht mit Bewegungssensor, mindestens eine Steckdose, niedrige Schwelle.
- Kammer und Küche gemeinsam planen: Tägliches bleibt im Vorratsauszug der Küche, Wöchentliches geht in die Kammer.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Speisekammer?
Ja, wenn Sie vorrätig einkaufen, einkochen, einen Garten haben oder die Küche ohne Oberschränke planen. Wer mehrmals die Woche frisch einkauft, ist mit einem Vorratsschrank mit Innenauszügen in der Küche meist besser bedient.
Wie groß muss eine Speisekammer mindestens sein?
Etwa 1,20 × 1,50 m, damit man hineintreten und an einem Regal arbeiten kann. Für Regale an beiden Längswänden braucht es 1,50 bis 1,60 m Breite, für drei Wände eine Grundfläche ab 1,60 × 1,60 m. Darunter ist ein Vorratsschrank sinnvoller.
Wie tief sollten die Regale in der Speisekammer sein?
30 bis 40 cm – für Gläser und Konserven in zwei Reihen 30 cm, für Küchenmaschinen und Flaschen 40 cm. Bodennahe Auszüge für Kisten dürfen 45 bis 50 cm tief sein. Fachhöhen zwischen 20 und 45 cm je nach Inhalt, verstellbar.
Braucht eine Speisekammer eine Lüftung?
Ja, sonst wird sie muffig und schimmelanfällig. Eine Lüftungsöffnung nach außen mit Klappe und Insektengitter, ein Lüftungsschlitz in der Tür oder der Anschluss an die Wohnraumlüftung reichen in der Regel. Fensterlose Kammern ohne Luftwechsel sind die erste Schimmelstelle im Haus.
Welche Tür ist für eine Speisekammer am besten?
Eine Schiebetür vor der Wand oder in der Wandtasche, weil sie keinen Regalplatz kostet; sonst eine Drehtür, die nach außen aufgeht. Liegt die Kammer an der Küchenzeile, kann die Tür als Front in Hochschrankoptik ausgeführt werden.
Wie starte ich die Planung meiner Speisekammer?
Mit dem Grundriss der Küche samt Kammer und der Antwort, wie Sie einkaufen. Wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, ob die Kammer sinnvoll ist oder ein Vorratsschrank mehr bringt, und planen beim Vor-Ort-Termin Regale, Tür, Licht und Lüftung gemeinsam mit der Küche – mit Angebot zum Fixpreis.
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