Energieeffiziente Küchengeräte: was das Label sagt

Energieeffizienz in der Küche: Label A–G, Kühlschrank als Dauerläufer, Geschirrspüler, Induktion, Backofen – wo sich Effizienz lohnt, ohne Zahlenspiele.

Geräte & Technik · Einbauküchen-Wissen · Stand 2026-11-05

Kurz gesagt: Am meisten Strom verbraucht im Küchenalltag nicht das Gerät mit der größten Leistung, sondern das, das nie ausgeht: der Kühl- und Gefrierschrank. Danach kommen Geschirrspüler und Backofen, die zwar kurz viel Leistung ziehen, aber nur stundenweise laufen; Induktionskochfelder sind bei gleicher Kochleistung sparsamer als Strahlungsfelder. Energieeffiziente Küchengeräte erkennt man am EU-Label mit der Skala A bis G – wichtiger als der Buchstabe ist aber die richtige Größe des Geräts für den Haushalt, und darauf achten wir in Münchendorf bei jeder Planung.

Beim Vor-Ort-Termin in Wiener Neustadt legte der Hausherr als Erstes die Stromrechnung auf den Tisch, noch bevor wir über Fronten oder die Küchenform gesprochen hatten. Die Küche war zwanzig Jahre alt, der Kühlschrank genauso, und er wollte wissen, welche Geräte in der neuen Küche „wirklich was bringen“ – und welche Effizienzklassen er sich schlicht sparen kann. Eine gute Frage, auf die das Energielabel allein keine Antwort gibt, denn ein großer Kühlschrank in Klasse C kann mehr verbrauchen als ein kleiner in Klasse E. Auf dieser Seite erklären wir, was das neue EU-Label seit 2021 sagt und was nicht, welche Küchengeräte im Alltag die großen Verbraucher sind, wo sich Effizienz lohnt und wo nicht – und wie die Küche in Wiener Neustadt am Ende ausgestattet wurde.

Was das EU-Energielabel seit 2021 wirklich sagt

Seit März 2021 tragen Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Weinlagerschränke das neue EU-Label mit der Skala von A bis G, ohne Plus-Klassen. Die Klassen wurden bewusst streng gesetzt: Die obersten Stufen waren zu Beginn nahezu leer, damit die Hersteller über Jahre hinweg Luft nach oben haben. Ein Gerät, das heute in Klasse C oder D steht, ist deshalb oft dasselbe, das vor der Umstellung A++ trug. Für Backöfen und Dunstabzugshauben gilt die neue Skala noch nicht flächendeckend; dort begegnet man weiterhin den alten Plus-Klassen. Wer Buchstaben vergleicht, muss also wissen, auf welcher Skala sie stehen.

Wichtiger als der Buchstabe ist, was darunter steht. Beim Kühlgerät der Jahresverbrauch in Kilowattstunden und das Nutzvolumen, beim Geschirrspüler der Verbrauch pro hundert Spülgänge im Eco-Programm, der Wasserverbrauch und die Lautstärke in Dezibel. Dazu kommt ein QR-Code, der zur europäischen Produktdatenbank führt, in der das vollständige Datenblatt liegt. In Wiener Neustadt haben wir die Datenblätter der drei Kühlschränke, die in Frage kamen, nebeneinander gelegt – und der mit dem besseren Buchstaben war nicht der mit dem niedrigsten Verbrauch, weil er größer war.

Der Kühlschrank: der Dauerläufer in der Küche

Jedes andere Gerät in der Küche läuft stundenweise; der Kühl- und Gefrierschrank läuft seit dem Tag der Montage. Nach den üblichen Haushaltsstatistiken entfällt auf Kühlen und Gefrieren rund ein Zehntel des gesamten Stromverbrauchs eines Haushalts – mehr als auf Kochen und Backen zusammen. Deshalb ist der Kühlschrank das Gerät, bei dem die Effizienzklasse am stärksten durchschlägt, und das Gerät, bei dem die Größe am meisten Unterschied macht: Jeder Liter Nutzvolumen will gekühlt werden, ob er voll ist oder leer.

In der Praxis sehen wir häufig zu große Kühlschränke. Ein Zwei-Personen-Haushalt mit einer 180 cm hohen Kühl-Gefrier-Kombination nutzt das Gefrierteil zu einem Drittel und kühlt den Rest leer mit. Beim Vor-Ort-Termin fragen wir deshalb, was heute im Kühlschrank liegt, wie oft eingekauft wird und ob eine Gefriertruhe im Keller steht. Daraus ergibt sich das Volumen, und aus dem Volumen die Nische in der Hochschrankwand. Ein integrierter Kühlschrank braucht außerdem Luft: Ohne Lüftungsquerschnitt im Sockel und oben am Schrank arbeitet der Kompressor gegen seine eigene Abwärme, und das kostet Strom, das kein Label abbildet.

Geschirrspüler: das Eco-Programm und die Wasserfrage

Der Geschirrspüler ist nach dem Kühlschrank der zweitgrößte Stromverbraucher der Küche, aber aus einem anderen Grund: Er heizt Wasser. Der größte Teil der Energie eines Spülgangs geht in das Erwärmen, nicht in die Pumpe. Deshalb ist das Eco-Programm so viel sparsamer als das Automatikprogramm – es arbeitet mit niedrigerer Temperatur und längerer Laufzeit, oft über drei Stunden. Das Label bezieht sich ausschließlich auf dieses Programm; wer immer das Schnellprogramm nutzt, bekommt die Effizienz des Labels nie zu sehen.

Dazu kommt der Wasserverbrauch, der auf dem Label in Litern pro Spülgang steht. Moderne Geräte brauchen weniger Wasser als das Vorspülen von Hand unter dem laufenden Hahn – ein Grund mehr, das Vorspülen zu lassen. Ein Anschluss an Warmwasser kann sinnvoll sein, wenn das Warmwasser im Haus mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe erzeugt wird; das prüfen wir beim Vor-Ort-Termin mit einem Blick auf den Anschluss. In Wiener Neustadt lag ein Warmwasseranschluss in Reichweite, also haben wir ihn genutzt.

Induktion, Backofen, Dampfgarer: Kochen braucht weniger, als man denkt

Kochen und Backen ziehen kurz viel Leistung, laufen aber nur Minuten bis Stunden pro Tag. Deshalb sind sie im Jahresverbrauch kleiner als das Kühlen – und deshalb ist die Effizienzklasse beim Backofen weniger entscheidend als beim Kühlschrank. Trotzdem gibt es Unterschiede, die sich täglich summieren. Das Induktionskochfeld erhitzt den Topfboden direkt im Magnetfeld, statt eine Glasfläche zu erwärmen, die dann den Topf wärmt; es verliert weniger Energie an die Umgebung und ist schneller. Für ein Kochfeld gibt es kein EU-Label, der Vorteil ergibt sich aus der Technik.

Beim Backofen zählen Dämmung, Türglas mit mehreren Scheiben und Umluft, die bei niedrigerer Temperatur dasselbe Ergebnis bringt wie Ober- und Unterhitze. Ein Dampfgarer gart Gemüse und Fisch bei 100 Grad statt im 180 Grad heißen Ofen – das ist nicht nur schonender, sondern auch sparsamer. Und ein Gerät, das viele unterschätzen: der Wasserkocher, der für die Nudeln schneller und mit weniger Energie heizt als der Topf auf dem Kochfeld. Wir ordnen die Geräte so an, dass der Dampfgarer tatsächlich genutzt wird – auf Griffhöhe neben dem Backofen, nicht unten im Eck.

Dunstabzug und Beleuchtung: die kleinen Verbraucher mit Nebenwirkungen

Der Dunstabzug steht selten im Verdacht, viel Strom zu brauchen, und das stimmt für den Motor auch: Er läuft beim Kochen und bleibt sonst aus. Aktuelle Geräte mit bürstenlosen Motoren arbeiten effizient und leise, und LED-Beleuchtung hat die Halogenlampen abgelöst. Die eigentliche Energiefrage beim Dunstabzug ist eine andere: Abluft befördert im Winter warme Raumluft nach draußen, die nachgeheizt werden muss. In einem gut gedämmten Neubau mit kontrollierter Wohnraumlüftung kann das Gewicht haben; dort ist Umluft oft die energetisch sinnvollere Lösung, wenn auch mit Filterpflege.

Die Küchenbeleuchtung ist seit LED kein Thema mehr für den Verbrauch, dafür für die Planung: Lichtleisten unter den Oberschränken, in der Nische und in den Laden brauchen Trafos, die auch im Standby etwas ziehen. Wir setzen schaltbare Netzteile und Bewegungssensoren in Laden ein, damit das Licht nur dann brennt, wenn jemand hineinschaut. Das sind kleine Posten, aber sie zeigen, worum es bei Effizienz in der Küche geht: um viele kleine Entscheidungen in der Elektroplanung, nicht um einen einzelnen Buchstaben.

Aus der Werkstatt: die Küche in Wiener Neustadt und ihre Stromrechnung

Zurück zu dem Haus in Wiener Neustadt. Die alte Küche hatte eine freistehende Kühl-Gefrier-Kombination aus dem Jahr der Hochzeit, ein Strahlungskochfeld, einen Backofen ohne Umluft und einen Geschirrspüler, der laut Hausherr „jeden Tag dreieinhalb Stunden brummt“. Drei Personen im Haushalt, viel selbst gekocht, eine Gefriertruhe im Keller für die Ernte aus dem Garten.

Die Entscheidungen: Ein integrierter Kühlschrank mit kleinem Gefrierfach statt der großen Kombination, weil die Truhe im Keller das Gefrieren übernimmt – weniger Volumen, weniger Verbrauch, und in der Hochschrankwand blieb Platz für einen Dampfgarer. Induktion statt Strahlung, ein Backofen mit Umluft und gut gedämmter Tür, ein Geschirrspüler der ruhigeren Serie mit Warmwasseranschluss, weil das Haus eine Solaranlage auf dem Dach hat. Beim Dunstabzug blieb es bei Abluft, da die Küche einen bestehenden Mauerkasten hatte und das Haus nicht luftdicht gebaut ist.

Ein Jahr später rief der Hausherr an, um einen Termin für einen Einbauschrank im Vorzimmer auszumachen, und erwähnte nebenbei, dass die Stromrechnung spürbar gesunken sei. Wie viel genau, sagen wir hier bewusst nicht – es hängt vom Haushalt ab, und wir versprechen keine Zahlen. Was wir sagen können: Der größte Hebel war nicht der beste Buchstabe, sondern der kleinere Kühlschrank.

Wo sich Effizienz lohnt und wo nicht: Größe, Nutzung, Lebensdauer

Die ehrliche Reihenfolge für Haushalte, die sparen wollen: zuerst das richtige Volumen beim Kühlgerät, dann die Effizienzklasse beim Kühlgerät, dann der Geschirrspüler mit Eco-Programm und Warmwasseranschluss, dann Induktion. Beim Backofen und Dunstabzug sind die Unterschiede zwischen guten Geräten klein; dort entscheiden eher Bedienung, Reinigung und Lautstärke. Und ein teures Gerät in der höchsten Klasse lohnt sich nur, wenn es tatsächlich viel läuft – der Weinklimaschrank in Klasse G, der dreimal im Jahr geöffnet wird, ist kein Problem, der Kühlschrank in Klasse F schon.

Dazu kommt die Lebensdauer. Ein funktionierendes Gerät nur wegen eines besseren Labels zu tauschen, ist selten sinnvoll: Die Herstellung eines neuen Geräts kostet Energie, und die Ersparnis im Betrieb braucht Jahre, um das auszugleichen. Bei der Küchenrevitalisierung, bei der wir Fronten, Arbeitsplatte und Beschläge erneuern und den Korpus behalten, prüfen wir deshalb jedes Gerät einzeln: Der zwanzig Jahre alte Kühlschrank wird getauscht, der fünf Jahre alte Backofen bleibt. Das Angebot zeigt beides getrennt, als Fixpreis vor Auftrag.

Wie wir energieeffiziente Küchengeräte in die Planung einbauen

Geräte stehen bei uns fest, bevor der Korpus gezeichnet wird, und die Effizienz ist dabei ein Kriterium neben Größe, Nische, Bedienung und Lautstärke. Im Schauraum in Münchendorf und in Wien legen wir die Datenblätter der Geräte nebeneinander, die in Frage kommen, und übersetzen die Kennzahlen auf Ihren Haushalt: Wie viele Personen, wie oft wird gespült, wie viel Gefriergut. Daraus ergibt sich eine Empfehlung, die nicht automatisch das Gerät mit dem besten Buchstaben ist, sondern das mit dem niedrigsten Verbrauch für Ihre Nutzung.

Die Elektroplanung übernimmt den Rest: Lüftungsquerschnitte für den integrierten Kühlschrank, ein Warmwasseranschluss für den Geschirrspüler, wo es sinnvoll ist, schaltbare Netzteile für die Beleuchtung, eine Steckdose, an der der Kaffeevollautomat nicht dauerhaft im Standby hängt. Für ein erstes Gespräch reichen eine Liste Ihrer heutigen Geräte mit Alter und ein Foto der Küche – wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, wo wir die großen Hebel sehen.

Sie wollen wissen, welche Geräte in Ihrer Küche wirklich Strom kosten? Beim Vor-Ort-Termin schauen wir uns Ihre heutigen Geräte an und übersetzen die Energielabels der neuen auf Ihren Haushalt. Das Ergebnis ist eine Geräteliste mit nachvollziehbarer Begründung – und ein Angebot zum Fixpreis vor Auftrag. Kostenlos anfragen

Das Wichtigste in Kürze

  1. Der Kühl- und Gefrierschrank ist der Dauerläufer: Volumen und Effizienzklasse zählen hier am meisten.
  2. Das EU-Label A bis G gilt seit 2021 für Kühlgeräte und Geschirrspüler; Backöfen und Hauben tragen teils noch die alten Plus-Klassen.
  3. Der Geschirrspüler spart im Eco-Programm und ohne Vorspülen – das Label bezieht sich nur auf dieses Programm.
  4. Induktion, Umluft und Dampfgarer brauchen weniger Energie als Strahlungsfeld und Ober-/Unterhitze.
  5. Ein funktionierendes Gerät nur wegen des Labels zu tauschen, lohnt sich selten – bei der Revitalisierung prüfen wir jedes Gerät einzeln.

Häufige Fragen

Welches Küchengerät verbraucht am meisten Strom?

Der Kühl- und Gefrierschrank, weil er rund um die Uhr läuft – auf Kühlen und Gefrieren entfällt in einem durchschnittlichen Haushalt rund ein Zehntel des Stromverbrauchs. Danach folgen Geschirrspüler und Backofen, die nur stundenweise laufen.

Was bedeutet das neue Energielabel A bis G bei Küchengeräten?

Seit März 2021 gilt für Kühlgeräte, Geschirrspüler und Weinlagerschränke eine strengere Skala ohne Plus-Klassen. Ein Gerät, das früher A++ trug, steht heute oft in C oder D. Entscheidend sind die Kennzahlen darunter: Jahresverbrauch, Volumen, Wasser und Lautstärke.

Ist Induktion sparsamer als ein Glaskeramikkochfeld?

Ja. Induktion erhitzt den Topfboden direkt im Magnetfeld und verliert weniger Wärme an die Glasfläche und die Umgebung. Dazu ist sie schneller, was die Kochzeit verkürzt. Ein EU-Label gibt es für Kochfelder nicht.

Lohnt sich ein Kühlschrank mit Energieeffizienzklasse A?

Nur, wenn das Volumen zum Haushalt passt. Ein großer Kühlschrank in Klasse A kann mehr verbrauchen als ein kleinerer in Klasse D. Wir vergleichen den Jahresverbrauch in Kilowattstunden, nicht den Buchstaben.

Sollte man alte Küchengeräte wegen des Stromverbrauchs tauschen?

Einen sehr alten Kühlschrank meist ja, weil er dauerhaft läuft. Einen funktionierenden Backofen oder Geschirrspüler mittleren Alters eher nicht, weil die Herstellung eines neuen Geräts selbst Energie kostet. Bei der Küchenrevitalisierung prüfen wir jedes Gerät einzeln.

Wie bekomme ich eine Einschätzung, welche Geräte in meiner Küche die großen Verbraucher sind?

Schicken Sie uns eine Liste Ihrer Geräte mit ungefährem Alter und ein Foto der Küche. Wir antworten innerhalb von 24 Stunden und zeigen Ihnen im Schauraum die Datenblätter der Geräte, die für Ihre neue Küche in Frage kommen.

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