Mikrowelle einbauen: Hochschrank, Oberschrank oder Kombigerät

Einbau-Mikrowelle: im Hochschrank über dem Backofen, als Kompaktgerät mit Grill, als Kombi mit Heißluft, Nischenmaße 38/45 cm – oder bewusst weglassen.

Geräte & Technik · Einbauküchen-Wissen · Stand 2026-11-05

Kurz gesagt: Die Einbau-Mikrowelle gehört in der neuen Küche in den Hochschrank, in Brust- bis Augenhöhe über oder neben dem Backofen – dort ist sie bequem bedienbar und verschwindet hinter einer Front in der Flucht. Wer Platz sparen will, wählt ein Kombigerät mit Heißluft für eine 45 cm hohe Nische; eine reine Mikrowelle braucht 38 cm. Wir in Münchendorf fragen vorher ehrlich, wie oft das Gerät tatsächlich läuft – manche Küchen kommen ohne aus, und der Platz ist für Stauraum besser genutzt.

Die alte Mikrowelle in der Wohnung in Wien-Favoriten stand auf dem Kühlschrank, mit einer Verlängerungsschnur hinter dem Gerät und einem Stapel Kochbücher obendrauf. Beim Vor-Ort-Termin war das Paar fast verlegen deswegen: Man hatte sie vor Jahren gekauft, um Milch für den Kaffee zu wärmen und Reste aufzuwärmen, und nie einen Platz dafür gefunden. Jetzt sollte die neue Küche einen haben – nur wo? Auf dieser Seite zeigen wir, welche Plätze in der Maßküche für die Mikrowelle in Frage kommen, welche Nischenmaße gelten, wann ein Kombigerät die bessere Wahl ist und wann man das Gerät bewusst weglässt. Und wir erzählen, wo die Mikrowelle in Favoriten am Ende gelandet ist.

Wo gehört die Mikrowelle in der neuen Küche hin?

Die Mikrowelle ist das Gerät mit den kürzesten Einsätzen: eine Minute für die Milch, drei Minuten für die Reste, dreißig Sekunden für die Butter. Genau deshalb muss sie bequem erreichbar sein – nicht in der Hocke, nicht über Kopf. Die beste Position liegt zwischen Brust- und Augenhöhe, also mit der Unterkante des Geräts etwa 100 bis 130 cm über dem Boden. Dort öffnet man die Tür, sieht hinein, stellt den Teller ab, ohne sich zu bücken oder zu strecken.

In der Maßküche ist der Hochschrank der natürliche Ort: über dem Backofen, neben dem Dampfgarer oder als eigenes Gerät mit Stauraum darüber und darunter. Die Front läuft in einer Flucht mit den anderen Schränken, und die Mikrowelle fällt optisch nicht mehr auf als eine Lade. Das ist der Unterschied zu einem Gerät, das auf der Arbeitsplatte oder auf dem Kühlschrank steht und dort Platz, Steckdose und Ruhe wegnimmt.

Was gegen die Mikrowelle im Unterschrank spricht: Man bückt sich mit einem heißen Teller in der Hand, und Kinder stehen genau auf Augenhöhe mit der Tür. Was gegen den Oberschrank spricht: Bei der üblichen Oberschrankhöhe landet die Tür bei 140 bis 150 cm, und wer kleiner ist, hebt den heißen Teller über Kopf heraus. Beides lösen wir in der Planung, indem wir den Platz nach der Körpergröße festlegen, nicht nach dem Raster.

Mikrowelle im Hochschrank: über dem Backofen oder daneben?

Die häufigste Kombination ist Backofen unten, Mikrowelle darüber. Ein Backofen mit 60 cm Nischenhöhe, darüber ein Gerät mit 38 oder 45 cm – das ergibt einen Geräteblock von rund einem Meter, der in Arbeitshöhe beginnt und in Augenhöhe endet. Die Mikrowelle sitzt damit genau richtig, der Backofen ebenfalls, und über beiden bleibt Platz für Bleche und Vorräte.

Wenn die Hochschrankwand breit genug ist, stellen wir die Geräte auch nebeneinander: Backofen und Dampfgarer in einem Schrank, die Mikrowelle im Nachbarschrank in derselben Höhe wie der Dampfgarer. Dann ergibt sich eine ruhige Linie aus Gerätefronten, und darunter bleiben beide Schränke für Laden frei. Das ist die Lösung für Küchen, in denen Stauraum knapper ist als Wandfläche.

Was wir vermeiden: die Mikrowelle über dem Kühlschrank. Das war im Serienraster lange üblich, weil der Kühlschrank bei 178 cm endet und die Lücke zur Decke gefüllt werden wollte. Die Tür landet dann bei 180 cm, und niemand bedient ein Gerät gern über Kopf. Wir nutzen den Raum über dem Kühlschrank lieber für einen Vorratsschrank.

Nischenmaße: 38 cm für die reine Mikrowelle, 45 cm für das Kombigerät

Einbau-Mikrowellen gibt es in zwei Nischenhöhen. Rund 38 cm braucht das reine Mikrowellengerät, oft mit Grill. Rund 45 cm braucht das Kompaktgerät, das Mikrowelle und Heißluft verbindet und damit ein kleiner Backofen ist. Die Nischenbreite liegt bei beiden meist um 56 cm für den 60 cm breiten Schrank; einige Hersteller bieten auch Geräte für 50 cm breite Nischen. Die Tiefe ist mit rund 55 cm unkritisch, aber die Belüftung im Korpus schreibt der Hersteller vor – dahinter und darüber muss Luft zirkulieren können.

Die genauen Maße unterscheiden sich von Gerät zu Gerät um einige Millimeter. Ein Gerät mit 38,2 cm Außenhöhe verlangt vielleicht eine Nische von 36,2 bis 36,5 cm, weil der Rahmen über den Korpus greift. Deshalb schneiden wir die Nische erst, wenn das Modell feststeht, und bauen den Hochschrank in der Werkstatt um das Datenblatt. Wer später ein anderes Gerät kauft, bleibt mit 38 und 45 cm aber bei den gängigen Höhen und findet Ersatz.

Ein Detail, das in Serienküchen oft stört: die Lücke zwischen Gerät und Front, wenn das Raster nicht passt. Bei uns schließt die Front bündig an, weil der Korpus nach Maß gefertigt wird – ob die Nische 36,4 oder 45,2 cm hoch ist, spielt für die Werkstatt keine Rolle.

Kombigerät mit Heißluft oder reine Mikrowelle?

Das Kombigerät ist in den letzten Jahren die häufigere Wahl geworden, und das aus gutem Grund. Es wärmt wie eine Mikrowelle, bäckt wie ein kleiner Heißluftofen und kann beides gleichzeitig – ein Gratin wird innen heiß und außen braun, ein Gebäck wird warm und bleibt knusprig. In Haushalten mit zwei Personen ersetzt es an vielen Tagen den großen Backofen, der für eine Portion nicht aufgeheizt werden muss. Es braucht 45 cm Nische und ist damit kaum größer als die reine Mikrowelle.

Die reine Mikrowelle bleibt die richtige Wahl, wenn sie wirklich nur zum Erwärmen dient und der Platz knapp ist – 38 cm Nische statt 45 cm bringen eine zusätzliche Lade oder ein Fach im Hochschrank. Außerdem ist sie in der Bedienung einfacher: Zeit, Leistung, Start. Für ältere Menschen oder für die Küche in der Einliegerwohnung ist das ein Argument.

Was wir im Schauraum oft erleben: Wer mit dem Wunsch nach einer reinen Mikrowelle kommt und das Kombigerät offen sieht, entscheidet sich häufig um – nicht wegen der Technik, sondern weil der Garraum größer ist und ein normaler Teller mit Rand hineinpasst. Es lohnt sich, beide nebeneinander zu sehen.

Aus der Werkstatt: die Mikrowelle in Favoriten

Zurück in die Wohnung mit dem Gerät auf dem Kühlschrank. Die Küche war L-förmig, mit einem Fenster am kurzen Schenkel und einer Wand mit 2,40 m Länge für eine Hochschrankwand. Das Paar kocht viel, bäckt selten groß und wärmt täglich auf. Im Erstgespräch war klar: Ein Kombigerät würde den Backofen an vielen Tagen ersetzen – aber auf den großen Backofen wollten beide trotzdem nicht verzichten, wegen der Gäste an Sonntagen.

Wir haben die Hochschrankwand mit drei Schränken geplant: links der Kühlschrank mit Vorratsschrank darüber, in der Mitte der Backofen mit dem Kombigerät darüber, rechts ein Apothekerauszug und darüber Fächer für selten Gebrauchtes. Die Unterkante des Kombigeräts liegt bei 112 cm – die Hauptköchin ist 1,68 m groß und wollte den Teller ohne Strecken herausheben können. Daneben, am Übergang zum Apothekerschrank, blieb eine schmale Nische für die Abstellfläche, die wir mit Dekton ausgekleidet haben.

Die Steckdose für das Gerät sitzt im Korpus dahinter, der Elektriker hat sie nach unserem Plan gesetzt. Die Verlängerungsschnur ist weg, die Kochbücher stehen jetzt in einem offenen Regal am Ende der Zeile, und auf dem Kühlschrank liegt nichts mehr – weil es dort keinen Kühlschrank mehr gibt, sondern eine geschlossene Front.

Mikrowelle bewusst weglassen: wann das die richtige Entscheidung ist

Nicht jede Küche braucht eine Mikrowelle. Wer einen Dampfgarer plant, wärmt Reste dort oft besser auf – ohne trockene Ränder, ohne kalte Mitte. Wer selten aufwärmt und die Milch im Topf heiß macht, nutzt das Gerät vielleicht dreimal im Monat. Dann sind 38 oder 45 cm Nische im Hochschrank wertvoller als Stauraum: ein Fach für Bleche, eine Lade für Gewürze, ein offenes Regal für den Kaffee.

Wir fragen deshalb im Erstgespräch, wofür die Mikrowelle heute genutzt wird. „Für die Milch“ ist eine andere Antwort als „für das Mittagessen der Kinder, jeden Tag“. Im ersten Fall schlagen wir manchmal vor, das Gerät wegzulassen und die Nische offen zu halten; wer sich später umentscheidet, kann ein kompaktes Gerät nachrüsten, wenn wir die Nische und die Steckdose vorbereitet haben. Das ist eine kleine Vorsorge ohne Kosten im Alltag.

Was wir nicht empfehlen: die Mikrowelle aus Gewohnheit einzuplanen und dann an einen Ort zu setzen, an dem sie stört. Ein Gerät, das selten läuft, aber auf der Arbeitsplatte steht, nimmt jeden Tag 50 cm Fläche weg. Besser ehrlich weglassen oder richtig einbauen.

Front, Griff und Bedienung: wie die Mikrowelle in der Flucht verschwindet

Einbau-Mikrowellen haben eine eigene Gerätefront aus Glas oder Edelstahl, die sich nicht hinter einer Holzfront verstecken lässt – anders als beim Kühlschrank oder Geschirrspüler. Deshalb achten wir darauf, dass Backofen, Dampfgarer und Mikrowelle aus derselben Geräteserie kommen: gleiche Rahmenbreite, gleiche Glasfarbe, gleiche Griffleiste oder gleiche Versenkung. Drei Geräte aus drei Serien übereinander wirken unruhig, auch wenn jedes für sich gut ist.

Bei grifflosen Küchen kommen Geräte mit versenkbarem Griff oder mit Tip-to-open-Tür in Frage, bei Küchen mit Griffen stimmen wir die Griffleiste des Geräts auf die Griffe der Fronten ab – Schwarz zu Schwarz, Edelstahl zu Edelstahl, Messing in der Regel zu schwarzen Gerätefronten. Das sind Details, die im Schauraum in zwei Minuten entschieden sind, auf dem Datenblatt aber kaum zu erkennen.

Die Tür selbst öffnet bei Einbau-Mikrowellen meist nach links oder nach unten. Nach unten ist bequemer, wenn das Gerät in Augenhöhe sitzt und die Tür als Ablage dient; nach links braucht Platz zum Öffnen, wenn das Gerät am Ende der Hochschrankwand steht und daneben eine Wand liegt. Auch das prüfen wir beim Vor-Ort-Termin.

So planen wir den Platz für die Mikrowelle

Beim Erstgespräch klären wir, ob und wie oft das Gerät genutzt wird und ob ein Kombigerät den Backofen entlasten soll. Beim Vor-Ort-Termin messen wir Raumhöhe, Wandlängen und die Körpergröße der Person, die am häufigsten in der Küche steht – daraus ergibt sich die Einbauhöhe. Im Schauraum in Münchendorf oder Wien stehen die Geräte offen, mit Teller im Garraum; dort entscheidet sich 38 oder 45 cm.

In der Planung sitzt die Mikrowelle dann an der Stelle in der Hochschrankwand, an der sie bequem ist und das Bild nicht stört, mit Steckdose im Korpus und Belüftung nach Herstellerangabe. Das transparente Angebot nennt Gerät, Korpus und Montage als eigene Positionen – der Preis steht fest, bevor Sie beauftragen. Die Fertigung in unserer Werkstatt dauert meist fünf bis sechs Wochen, die Montage mit dem eigenen Team wenige Tage.

Und wenn Sie das Gerät weglassen wollen, planen wir die Nische trotzdem vor – mit einer Front davor, die man später gegen das Gerät tauschen kann. So bleibt die Entscheidung offen, ohne dass Sie heute etwas bezahlen, was Sie vielleicht nie brauchen.

Steht Ihre Mikrowelle auch noch auf dem Kühlschrank? In der neuen Küche bekommt sie einen Platz, der bequem ist und nicht stört – oder gar keinen, wenn Sie sie nicht brauchen. Ein kurzes Gespräch klärt das, und der Fixpreis steht, bevor Sie beauftragen. Kostenlos anfragen

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Mikrowelle gehört in Brust- bis Augenhöhe, Unterkante etwa 100 bis 130 cm – im Hochschrank, nicht auf dem Kühlschrank.
  2. Reine Mikrowelle: 38 cm Nische. Kombigerät mit Heißluft: 45 cm Nische – meist die bessere Wahl.
  3. Backofen unten, Mikrowelle darüber ergibt einen Geräteblock, der in Arbeitshöhe beginnt und in Augenhöhe endet.
  4. Geräte aus einer Serie wählen, damit Rahmen, Glas und Griffe übereinander ein ruhiges Bild ergeben.
  5. Wer selten aufwärmt, lässt das Gerät weg und bereitet nur Nische und Steckdose vor.

Häufige Fragen

In welcher Höhe sollte eine Einbau-Mikrowelle eingebaut werden?

Mit der Unterkante etwa 100 bis 130 cm über dem Boden, also zwischen Brust- und Augenhöhe. Dort sieht man hinein und hebt den heißen Teller weder aus der Hocke noch über Kopf heraus. Die genaue Höhe legen wir nach der Körpergröße fest.

Welche Nischenmaße hat eine Einbau-Mikrowelle?

Rund 38 cm Höhe für reine Mikrowellen, rund 45 cm für Kombigeräte mit Heißluft, jeweils bei etwa 56 cm Breite und 55 cm Tiefe. Die Millimeter unterscheiden sich je nach Modell – wir fertigen den Korpus nach dem Datenblatt des gewählten Geräts.

Kann man die Mikrowelle über dem Backofen einbauen?

Ja, das ist die häufigste und meist beste Lösung. Backofen mit 60 cm Nische unten, Mikrowelle mit 38 oder 45 cm darüber ergibt einen Geräteblock in Arbeits- bis Augenhöhe. Die Belüftung zwischen den Geräten planen wir nach Herstellerangabe.

Ist eine Mikrowelle mit Heißluft sinnvoll?

Für die meisten Haushalte ja. Das Kombigerät wärmt, bäckt und kann beides gleichzeitig; für kleine Portionen ersetzt es den großen Backofen. Es braucht 45 cm statt 38 cm Nische – der Unterschied ist gering, der Nutzen groß.

Kann man eine Mikrowelle hinter einer Möbelfront verstecken?

Einbau-Mikrowellen haben eine eigene Gerätefront aus Glas oder Edelstahl, die sichtbar bleibt. Ruhig wirkt das Bild, wenn Backofen, Dampfgarer und Mikrowelle aus einer Serie stammen. Wer das Gerät ganz verstecken will, kann es in einen Schrank mit Pocket-Türen setzen – das kostet Platz.

Wie starte ich die Planung, wenn ich noch nicht weiß, ob ich eine Mikrowelle brauche?

Schicken Sie uns ein Foto der Küche und zwei Sätze dazu, wofür Sie die Mikrowelle heute nutzen. Wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, ob ein Kombigerät, eine reine Mikrowelle oder eine vorbereitete Nische sinnvoll ist – und planen den Platz beim Vor-Ort-Termin nach Ihrer Körpergröße.

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