Der Vor-Ort-Termin: was wir anschauen und messen
Vor-Ort-Termin: Naturmaß, Anschlüsse, Wände, Boden, Wünsche, Muster, Dauer, Vorbereitung – der wichtigste Termin vor der neuen Küche.
Kosten, Ablauf & Entscheidung · Einbauküchen-Wissen · Stand 2026-11-05
Die geschilderten Situationen und Werkstatt-Beispiele sind typische, frei erzählte Fälle zur Veranschaulichung – keine Berichte über bestimmte Kundenprojekte.
Kurz gesagt: Beim Vor-Ort-Termin kommt ein Tischlermeister zu Ihnen nach Hause, nimmt das Naturmaß des Raumes – Wände, Winkel, Boden, Decke, Fenster, Türen, alle Anschlüsse – und bespricht mit Ihnen, wie Sie kochen, einkaufen und leben. Der Termin dauert meist ein bis zwei Stunden und ist bei Tischlerkultur kostenlos. Aus ihm entstehen Planung, Visualisierung und das Angebot mit Fixpreis; deshalb ist er der wichtigste Termin auf dem Weg zur neuen Küche.
Dienstag, neun Uhr, eine Wohnung im dritten Stock in Perchtoldsdorf. Der Tischlermeister stellt die Tasche mit Laser, Zollstock, Wasserwaage und einem Dutzend Materialmustern auf den Boden und fragt als Erstes nicht nach Maßen, sondern wo heute die Töpfe stehen. Die Kundin lacht – sie hatte eine Vermessung erwartet und bekommt zuerst ein Gespräch. Beides gehört zum Vor-Ort-Termin, und beides ist gleich wichtig: Zahlen ohne Alltag ergeben eine Küche, die passt, aber nicht funktioniert; Alltag ohne Zahlen ergibt eine Küche, die funktioniert, aber nicht passt. Diese Seite beschreibt den Termin von der Türklingel bis zum Abschied: was wir messen, was wir fragen, was Sie vorbereiten können und was danach passiert.
Wer kommt, wie lange dauert es, was kostet es
Zum Vor-Ort-Termin kommt bei uns ein Tischlermeister – nicht ein Verkäufer mit Tablet, sondern jemand, der weiß, wie die Küche später gebaut wird und wo im Raum die Schwierigkeiten liegen. Das ist kein Detail: Wer misst, muss wissen, worauf es beim Fertigen ankommt. Ein Meister sieht am Fensterbrett, ob die Arbeitsplatte darunter oder davor endet, am Türstock, ob eine Lade frei aufgeht, am Boden, ob der Sockel ausgeglichen werden muss.
Der Termin dauert in der Regel ein bis zwei Stunden, je nach Raum und Gesprächsbedarf. Eine kleine Zeile in einer Neubauwohnung ist schneller aufgenommen als ein verwinkelter Altbau mit Nische, Erker und drei Wandvorsprüngen. Rechnen Sie lieber mit zwei Stunden und freuen Sie sich, wenn es kürzer geht. Was Sie dafür brauchen, ist Zeit und Zugang zur Küche – mehr nicht.
Der Termin ist kostenlos und unverbindlich. Wir fahren von Münchendorf nach Wien und in ganz Niederösterreich, ohne dass daraus eine Verpflichtung entsteht. Wenn Sie sich nach Angebot und Planung für einen anderen Weg entscheiden, ist das in Ordnung. Wir wollen den Termin, weil er die Grundlage für ein ehrliches Angebot ist – nicht, um einen Fuß in der Tür zu haben.
Das Naturmaß: was wir im Raum tatsächlich messen
Naturmaß heißt: Wir messen den Raum, wie er ist, nicht wie er auf dem Plan steht. Pläne lügen nicht absichtlich, aber sie zeigen Rohbaumaße, Soll-Werte und gerade Linien, und die Wirklichkeit hat Putz, Fliesen, Fensterbänke und Wände, die einen Zentimeter aus dem Lot stehen. Der Laser gibt die Raumlängen auf den Millimeter, der Zollstock prüft Nischen und Vorsprünge, die Wasserwaage sagt uns, ob der Boden fällt und in welche Richtung.
Wir messen jede Wand an mehreren Stellen – unten, in Arbeitsplattenhöhe, oben –, weil Wände selten überall gleich lang sind. Wir messen die Raumhöhe an den Ecken und in der Mitte, denn eine Hochschrankwand bis zur Decke braucht die kleinste Höhe, nicht die größte. Wir prüfen die Winkel in den Ecken, in denen Arbeitsplatten zusammentreffen; neunzig Grad sind die Ausnahme, nicht die Regel, und eine Dekton-Platte verzeiht keinen falschen Winkel.
Dazu kommen Fenster und Türen: Höhe der Fensterbank, Tiefe der Leibung, Öffnungsrichtung der Flügel, Türstock und Anschlag, Heizkörper mit Ventil. Alles wird in eine Skizze eingetragen, die später zur Grundlage der Fertigungspläne wird. In Perchtoldsdorf stellte sich dabei heraus, dass die Fensterbank fünf Zentimeter tiefer lag als die geplante Arbeitsplatte – ein Detail, das man auf keinem Grundriss sieht und das die ganze Spülenseite bestimmt.
- Wandlängen an mehreren Höhen, Raumhöhe an Ecken und Mitte
- Winkel der Ecken, Lot der Wände, Gefälle des Bodens
- Fenster: Bankhöhe, Leibungstiefe, Öffnungsrichtung; Türen: Stock, Anschlag, Schwenkbereich
- Heizkörper, Vorsprünge, Nischen, Installationsschächte
Anschlüsse und Technik: Wasser, Strom, Abluft, Heizung
Die Küche hängt an Leitungen, und die liegen dort, wo sie liegen. Wir nehmen die Position von Kalt- und Warmwasser, Abfluss, Starkstrom für das Kochfeld, Steckdosen und Lichtauslässen auf, prüfen, ob ein Abluftkanal nach außen existiert oder ob der Dunstabzug im Umluftbetrieb laufen wird, und schauen, ob ein Gasanschluss vorhanden ist. Jeder dieser Punkte hat Folgen für die Planung: Ein Abfluss, der zu hoch aus der Wand kommt, braucht einen anderen Unterschrank; ein fehlender Starkstromanschluss muss vom Elektriker gelegt werden, bevor die Küche kommt.
Wir fragen auch nach dem, was man nicht sieht: Fußbodenheizung, die das Bohren in den Boden verbietet; Leitungen in der Wand, die beim Verdübeln der Hochschränke im Weg sind; alte Bleirohre, die der Installateur ohnehin tauschen sollte, solange die Küche draußen ist. Wenn eine alte Küche noch steht, sehen wir nicht alles – dann fragen wir nach Fotos vom Einbau oder öffnen vorsichtig einen Sockel.
Das Ergebnis ist eine Liste dessen, was vor der Montage von anderen Gewerken zu tun ist, mit Positionen und Höhen. Diese Liste bekommen Sie nach der Planung als Anschlussplan, mit dem Elektriker und Installateur arbeiten können, ohne dass sie uns fragen müssen. So entstehen keine Überraschungen am Montagetag – und keine Nachträge.
Die Fragen, die wir stellen – und warum sie wichtiger sind als Maße
Wo stehen heute die Töpfe, und ärgert Sie das? Wer kocht, und kochen Sie zu zweit? Sind Sie Rechts- oder Linkshänder? Wie oft kaufen Sie ein – täglich ein Sackerl oder einmal pro Woche den Kofferraum voll? Wo frühstücken Sie? Welches Gerät nutzen Sie jeden Tag, welches nie? Solche Fragen klingen nach Smalltalk, aber sie entscheiden die Planung: Die Antwort auf die Einkaufsfrage bestimmt die Größe von Vorratsschrank und Kühlschrank; die Frage nach dem Frühstück entscheidet, ob eine Theke sinnvoll ist oder ein Tisch.
Wir fragen auch nach dem, was Sie an Ihrer jetzigen Küche mögen. Oft ist das aufschlussreicher als die Mängelliste: Wer die Fensterspüle liebt, will sie wieder; wer die tiefe Lade für Pfannen schätzt, braucht davon zwei. Und wir fragen nach der Zukunft – Kinder, die kommen oder gehen, ein Elternteil, der einzieht, ein Umzug in fünf Jahren. Eine Küche hält Jahrzehnte, also planen wir nicht nur für heute.
Schließlich geht es um Geschmack. Wir bringen Muster mit – Fronten, Dekton, Furniere – und legen sie in Ihrem Licht an Ihre Wand. Was im Schauraum unter Kunstlicht gut aussah, kann in einer Nordküche in Wien-Döbling ganz anders wirken. Diese halbe Stunde mit den Mustern ist oft der Moment, in dem die Richtung klar wird.
Was Sie für den Vor-Ort-Termin vorbereiten sollten
Viel brauchen Sie nicht, aber ein paar Dinge machen den Termin besser. Ein Grundriss, falls vorhanden – auch ein alter Einreichplan hilft, weil er Leitungsschächte und tragende Wände zeigt. Bilder von Küchen, die Ihnen gefallen, auch wenn Sie nicht sagen können, warum; wir erkennen darin meist das Muster. Eine Liste der Geräte, die Sie behalten wollen, mit Typenbezeichnung, und eine Vorstellung davon, was neu werden soll.
Hilfreich ist auch, wenn alle, die mitentscheiden, da sind. Die Küche, die der eine am Vormittag plant und die andere am Abend verwirft, kostet Zeit. Wenn das nicht geht, machen wir einen zweiten Termin im Schauraum, bei dem wir Plan und Muster gemeinsam durchgehen. Und: Räumen Sie die Küche nicht auf. Wir wollen sehen, wo die Dinge wirklich stehen – der Kaffeeautomat auf der Arbeitsfläche, der Mistkübel neben der Tür, der Hocker, auf dem die Kinder frühstücken.
Wenn Sie Budgetvorstellungen haben, nennen Sie sie. Nicht, damit wir das Angebot danach ausrichten, sondern damit die Planung von Anfang an in einen realistischen Rahmen passt. Es hilft niemandem, eine Küche zu planen, die am Ende nicht sein kann.
Aus der Werkstatt: der Termin in Perchtoldsdorf und das Fenster
Zurück zu der Wohnung im dritten Stock. Die Kundin wollte eine L-Küche mit der Spüle unter dem Fenster, so wie sie es aus der alten Küche kannte – nur dass die alte Spüle wegen der tiefen Fensterbank schon immer unangenehm niedrig saß. Der Grundriss hätte das nicht verraten; erst die Messung vor Ort zeigte, dass eine Arbeitsplatte in bequemer Höhe fünf Zentimeter über die Fensterbank ragen würde und der Fensterflügel nicht mehr aufginge.
Die Lösung entstand am Küchentisch, noch während des Termins: eine Fensterbank aus demselben Dekton wie die Arbeitsplatte, die als durchgehende Fläche in die Fensternische hineinläuft, dazu ein Fensterflügel, der nach innen kippt statt zu schwenken – eine Sache für den Fensterbauer, die wir in die Gewerkeliste aufgenommen haben. Die Spüle kam auf die richtige Höhe, das Fenster blieb nutzbar, und die Kundin bekam ihren Blick nach draußen.
Bei der Montage, Monate später, passte die Dekton-Platte in die Nische wie gezeichnet, weil die Nische beim Vor-Ort-Termin an drei Stellen gemessen worden war und an keiner gleich breit. Das ist der Grund, warum wir diesen Termin nicht an jemanden delegieren, der nur Zahlen notiert.
Vor-Ort-Termin im Rohbau und Neubau: was anders ist
Im Neubau gibt es den Raum noch nicht fertig, aber die Küche soll trotzdem früh geplant werden, damit Elektriker und Installateur die Anschlüsse an die richtigen Stellen legen. Deshalb kommen wir gern zweimal: einmal früh, wenn die Wände stehen, aber Putz und Estrich fehlen – dann planen wir nach den Rohbaumaßen und geben den Anschlussplan heraus –, und ein zweites Mal für das endgültige Naturmaß, wenn Estrich, Putz und idealerweise der Boden fertig sind. Erst dieses zweite Maß wird zum Fertigungsmaß.
Beim ersten Termin geht es um Entscheidungen, die den Rohbau betreffen: Wo kommt der Abluftkanal durch die Wand? Braucht die Insel einen Bodenanschluss für Strom und Wasser, der vor dem Estrich gelegt werden muss? Wie hoch wird der Boden am Ende, mit Dämmung, Estrich und Belag? Diese Fragen kann man nach dem Estrich nicht mehr korrigieren, und sie entscheiden, ob die Insel ein Kochfeld bekommen kann.
Wer baut, sollte uns deshalb anrufen, sobald der Grundriss steht – nicht erst, wenn die Maler da waren. Eine Küche, die früh im Bauablauf mitgedacht wird, braucht später keine Kompromisse.
Was nach dem Vor-Ort-Termin passiert
Mit den Maßen, Fotos und Ihren Antworten fahren wir zurück nach Münchendorf und beginnen zu planen. Daraus entstehen ein Grundriss mit allen Schränken und Geräten, Ansichten der Wände und eine Visualisierung, die zeigt, wie die Küche in Ihrem Raum wirkt. Parallel klären wir die Verfügbarkeit der Geräte und Materialien, damit später keine Lieferzeit überrascht.
Die Planung besprechen wir im Schauraum oder, wenn Sie möchten, bei Ihnen zu Hause. Dort legen wir die Muster endgültig fest – Fronten, Arbeitsplatte, Griffe, Beschläge – und Sie sehen die Küche, die wir gebaut haben, im Original. Danach kommt das Angebot: jede Position einzeln, mit Fixpreis vor Auftrag. Erst wenn Sie das freigeben, beginnt die Fertigung, in der Regel fünf bis sechs Wochen.
Der Vor-Ort-Termin ist damit der Anfang einer Kette, in der jeder Schritt auf dem vorigen aufbaut. Wer ihn gründlich macht, braucht später keine Überraschungen zu fürchten – und bekommt ein Angebot, das hält. Das ist das, was die Kundin aus Perchtoldsdorf an jenem Dienstag erlebt hat, zwischen Töpfen, Laser und Mustern am Küchentisch.
Soll ein Tischlermeister Ihre Küche anschauen, bevor Sie planen? Ein Foto und zwei Maße reichen für den Anfang. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden und kommen zum kostenlosen Vor-Ort-Termin mit Naturmaß – damit das Angebot danach hält. Kostenlos anfragen
Das Wichtigste in Kürze
- Zum Vor-Ort-Termin kommt ein Tischlermeister, der weiß, wie die Küche später gebaut wird – kostenlos, ein bis zwei Stunden.
- Naturmaß heißt: Wände an mehreren Höhen, Winkel, Lot, Bodengefälle, Fenster, Türen und alle Anschlüsse im Ist-Zustand.
- Die Fragen nach Ihrem Alltag – Kochen, Einkaufen, Frühstück – bestimmen die Planung genauso wie die Maße.
- Vorbereiten: Grundriss, Bilder von Küchen, die gefallen, Geräteliste, alle Entscheider dabei – und die Küche nicht aufräumen.
- Im Neubau zweimal: früh für den Anschlussplan, später für das endgültige Fertigungsmaß nach Estrich und Putz.
Häufige Fragen
Was passiert beim Vor-Ort-Termin für die Küche?
Ein Tischlermeister nimmt das Naturmaß des Raumes – Wände, Winkel, Boden, Decke, Fenster, Türen, Anschlüsse –, bespricht mit Ihnen Ihren Küchenalltag und legt erste Materialmuster in Ihrem Licht an. Daraus entstehen Planung, Visualisierung und das Angebot mit Fixpreis.
Wie lange dauert der Vor-Ort-Termin?
In der Regel ein bis zwei Stunden, je nach Raum und Gesprächsbedarf. Verwinkelte Altbauten und große Wohnküchen brauchen etwas länger als eine Zeile in der Neubauwohnung.
Kostet der Vor-Ort-Termin mit dem Tischler etwas?
Nein, der Termin ist kostenlos und unverbindlich – in Wien und in ganz Niederösterreich. Eine Verpflichtung entsteht erst, wenn Sie das Angebot freigeben.
Was soll ich für den Vor-Ort-Termin vorbereiten?
Einen Grundriss, falls vorhanden, Bilder von Küchen, die Ihnen gefallen, eine Liste der Geräte, die bleiben oder neu werden sollen, und möglichst alle, die mitentscheiden. Die Küche müssen Sie nicht aufräumen – wir wollen sehen, wie sie benutzt wird.
Muss die alte Küche beim Vor-Ort-Termin schon ausgebaut sein?
Nein. Wir messen auch mit stehender Küche und schauen in Sockel und Schränke, um die Anschlüsse zu finden. Nur Leitungen, die hinter den Schränken verlaufen, sehen wir erst beim Abbau – darauf stellen wir uns ein.
Wann sollte der Vor-Ort-Termin im Neubau stattfinden?
Ein erster Termin, sobald die Wände stehen, damit der Anschlussplan vor Elektrik und Estrich vorliegt; ein zweiter für das endgültige Fertigungsmaß, wenn Putz, Estrich und Boden fertig sind.
Wie vereinbare ich einen Vor-Ort-Termin?
Schicken Sie uns ein Foto und die groben Maße oder rufen Sie an. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden und vereinbaren einen Termin, zu dem ein Tischlermeister zu Ihnen kommt.
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