Küche beim Hausbau: wann bestellen?

Küche beim Hausbau: Planung vor Elektro und Installation, Bestellung rechtzeitig vor Einzug, Montage nach Boden und Malerei – der Zeitplan.

Kosten, Ablauf & Entscheidung · Einbauküchen-Wissen · Stand 2026-11-05

Die geschilderten Situationen und Werkstatt-Beispiele sind typische, frei erzählte Fälle zur Veranschaulichung – keine Berichte über bestimmte Kundenprojekte.

Kurz gesagt: Beim Hausbau wird die Küche in drei Schritten terminisiert: geplant, bevor Elektriker und Installateur ihre Leitungen legen – also spätestens zur Rohinstallation; bestellt, sobald Putz und Estrich fertig sind und das Naturmaß genommen werden kann, mindestens 5 bis 6 Wochen Fertigung plus Puffer vor dem Einzug; montiert, wenn Böden verlegt, Wände gestrichen und Strom und Wasser angeschlossen sind. Wir in Münchendorf arbeiten dafür mit zwei Terminen – Vorplanung nach Bauplan, Naturmaß nach dem Verputzen – damit die Küche am Ende auf das gebaute Haus passt, nicht auf die Zeichnung.

Der Anruf kam an einem Donnerstag im März, aus Tulln: „Der Rohbau steht, nächste Woche kommt der Elektriker, und wir haben noch keine Küche. Ist es schon zu spät?“ Die Bauherrin klang, als hätte sie schon mehrere Nächte darüber nachgedacht. Es war nicht zu spät – aber es war der letzte gute Moment. Denn die Küche beim Hausbau hat ein merkwürdiges Timing: Sie wird als Letztes eingebaut und muss trotzdem als eine der Ersten geplant werden, weil Abflüsse, Starkstrom und Steckdosen dort sitzen müssen, wo später Spüle, Kochfeld und Geräte stehen. Auf dieser Seite gehen wir den Zeitplan einmal rückwärts vom Einzug bis zum Rohbau durch, erklären, warum „planen“ und „bestellen“ zwei verschiedene Termine sind, was fertig sein muss, bevor unser Montageteam kommt – und wie es in Tulln am Ende ausgegangen ist.

Die kurze Antwort: früh planen, mittel bestellen, spät montieren

Die Frage „Wann bestellt man die Küche beim Hausbau?“ hat drei Antworten, weil sie eigentlich drei Fragen sind. Geplant wird die Küche, bevor die Rohinstallation beginnt – also bevor der Elektriker Leerrohre und Dosen setzt und der Installateur Wasser und Abfluss legt. Zu diesem Zeitpunkt muss feststehen, wo Spüle, Geschirrspüler, Kochfeld, Backofen, Kühlschrank und Abzug sitzen, ob eine Insel kommt und wie das Licht geschaltet wird. Ohne diesen Plan setzt der Elektriker die Dosen nach Gefühl, und das Gefühl eines Elektrikers ist selten das einer Köchin.

Bestellt – im Sinn von „Auftrag freigegeben, Fertigung läuft“ – wird die Küche, wenn die Wände verputzt und der Estrich eingebracht sind. Erst dann lässt sich das Naturmaß nehmen, und erst mit dem Naturmaß fertigen wir Korpusse, Fronten und Arbeitsplatte millimetergenau. Montiert wird die Küche ganz am Ende, wenn der Boden liegt, die Wände gestrichen sind und Strom und Wasser freigegeben sind.

Wer diese drei Termine auseinanderhält, hat beim Hausbau selten Stress mit der Küche. Wer sie zusammenlegt – „wir kümmern uns um die Küche, wenn das Haus fertig ist“ –, wohnt die ersten Wochen mit einer Kochplatte auf dem Fensterbrett. Beim Erstgespräch fragen wir deshalb zuerst nach dem Bauzeitplan, nicht nach der Küche.

Schritt 1: Küche planen, bevor Elektriker und Installateur kommen

Die Rohinstallation ist der Moment, in dem die Küche zum ersten Mal verbindlich wird. Alles, was danach geändert wird, kostet Stemmarbeiten, Zeit und Diskussionen mit der Baufirma. Deshalb erstellen wir in dieser Phase eine Planung, die noch nicht in jedem Detail endgültig sein muss, aber alle Positionen festlegt, die mit Leitungen zu tun haben: die Spülenachse, den Geschirrspüler daneben, das Kochfeld mit Starkstrom und Abzug, die Gerätewand mit Kühlschrank, Backofen und Dampfgarer, die Steckdosen in der Nische, das Licht unter den Oberschränken, Sockellicht, gegebenenfalls den Bodentank für die Insel.

Diese Planung geht als Installationsplan an Baufirma, Elektriker und Installateur. Wir zeichnen ihn so, wie Handwerker ihn lesen: Achsmaße ab Rohbauwand, Höhen ab Fertigfußboden, Angabe, welche Dose wofür ist. In Tulln war das der Plan, den die Bauherrin eine Woche nach dem Anruf in der Hand hatte – der Elektriker hat seine Leerrohre danach gelegt, und wir haben bis zum Verputzen keine einzige Position mehr geändert.

Wichtig: In dieser Phase muss noch keine Farbe und kein Griff feststehen. Fronten, Platte, Beleuchtung und Beschläge kann man in Ruhe im Schauraum entscheiden, während das Haus trocknet. Was feststehen muss, sind Grundriss, Gerätepositionen und Anschlüsse. Darum beginnt die Küche beim Hausbau mit einem Vor-Ort-Termin auf der Baustelle – auch wenn dort noch nichts steht außer Mauern.

Schritt 2: Bestellen – vom Einzugstermin zurückrechnen

Für den Bestellzeitpunkt rechnen wir vom geplanten Einzug zurück. Unsere Fertigung dauert ab Freigabe meist 5 bis 6 Wochen; dazu kommen wenige Tage Montage und ein Puffer, den jede Baustelle braucht. Vor der Freigabe liegen das Naturmaß und die letzte Abstimmung von Plan und Material. Das Naturmaß ist beim Hausbau erst sinnvoll, wenn die Wände verputzt und der Estrich eingebracht sind – vorher gibt es keine fertigen Oberflächen, an denen man messen könnte. Rechnet man zurück, sollte das Naturmaß also rund zwei Monate vor der Küchenmontage stattfinden.

Dazu kommen die Geräte. Markengeräte haben eigene Lieferzeiten, die je nach Modell und Saison deutlich schwanken. Wir bestellen sie mit der Küche, damit sie zur Montage da sind – wer sie selbst besorgt, sollte das mit uns abstimmen, damit Nischenmaße und Liefertermin zusammenpassen. Ein Backofen, der zwei Wochen nach der Montage kommt, ist ein Loch in der Hochschrankwand.

Das Bestellen selbst ist bei uns ein klarer Moment: Sie erhalten ein Angebot mit allen Positionen, der Preis steht fest, bevor Sie beauftragen. Beim Hausbau ist das besonders wertvoll, weil sich auf einer Baustelle sonst alles bewegt. Die Küche ist dann einer der wenigen Posten, bei dem Sie wissen, was er kostet und wann er fertig ist.

Was fertig sein muss, bevor die Küche montiert wird

Die Küchenmontage ist beim Hausbau einer der letzten Arbeitsschritte, und das aus gutem Grund: Alles, was danach noch gemacht würde, gefährdet die Küche. Fertig sein müssen der Fußboden – Parkett, Fliesen oder Vinyl, verlegt und begehbar, inklusive des Bereichs unter der Küche –, die Wände gestrichen oder tapeziert, auch hinter den Hochschränken, die Fenster und Türen eingebaut, die Decke fertig, falls Spots eingebaut werden, und Strom und Wasser angeschlossen und freigegeben. Die Fliesen an der Küchenwand dagegen sind heute oft überflüssig, weil die Rückwand aus Dekton oder Glas direkt an die verputzte Wand kommt.

Ein Thema, das Bauherren unterschätzen, ist die Feuchte. Ein frischer Estrich gibt wochenlang Wasser ab, ein frisch verputztes Haus ebenso. Wird die Küche in ein noch feuchtes Haus gestellt, können Holzwerkstoffe aufquellen, Fronten sich leicht verziehen und Furniere arbeiten. Wir bauen deshalb erst ein, wenn der Boden verlegt ist – der Bodenleger hat vorher die Restfeuchte gemessen, und das ist für uns das beste Zeichen, dass das Haus trocken genug ist.

Und die Baustelle sollte sauber sein. Unser Montageteam bringt Schutzabdeckungen für den Boden mit, aber ein Haus, in dem gleichzeitig noch geschliffen oder gespachtelt wird, staubt jede Lade ein, bevor sie je benutzt wurde. Zwei, drei Tage nur für die Küche sind die beste Investition in diesem Zeitplan.

Zwei Termine statt einem: Vorplanung nach Bauplan, Naturmaß nach dem Putz

Viele Küchenanbieter messen beim Hausbau einmal, und zwar aus dem Bauplan. Das Problem: Ein Bauplan zeigt Rohbaumaße, das fertige Haus hat Putz, Estrich und Toleranzen. Eine Küche, die nach Plan 4,20 m lang ist, trifft auf eine Wand, die 4,17 m hergibt – und dann rettet eine Passleiste die Situation. Oder die Wand ist 4,24 m lang, und am Ende klafft ein Spalt.

Wir arbeiten deshalb mit zwei Terminen. Der erste ist die Vorplanung nach Bauplan, aus der der Installationsplan entsteht. Der zweite ist das Naturmaß durch einen Tischlermeister, wenn die Wände verputzt und der Estrich eingebracht sind: Länge an mehreren Höhen, Winkel in den Ecken, Höhe des fertigen Fußbodens, Position jeder Dose und jedes Anschlusses im Vergleich zum Plan. Erst nach diesem Termin geben wir die Fertigung frei. Was der Elektriker fünf Zentimeter versetzt hat, holen wir in der Küche auf – vorausgesetzt, wir wissen es vor der Fertigung.

Dieser zweite Termin ist auch der Moment, in dem sich die letzten Entscheidungen setzen: die Front, die Sie im Schauraum in Münchendorf oder Wien gewählt haben, die Dekton-Platte, das Licht. Beides zusammen – Installationsplan früh, Naturmaß spät – ist der Grund, warum unsere Küchen in Neubauten ohne Passleisten auskommen.

Wenn das Haus später fertig wird: Bauverzug und Küche

Kaum ein Hausbau endet am geplanten Tag. Der Estrich braucht länger, der Bodenleger verschiebt sich, der Installateur hat Lieferprobleme. Für die Küche bedeutet das: Der Montagetermin wandert. Weil wir in der eigenen Werkstatt fertigen und mit dem eigenen Team montieren, können wir das in den meisten Fällen abfangen – eine fertige Küche wartet bei uns einige Wochen, bis das Haus bereit ist, ohne dass jemand umdisponieren muss.

Was wir nicht empfehlen, ist, die Küche vor dem Boden zu montieren, um Zeit zu sparen. Dann liegt die Küche auf dem Estrich, der Boden endet später an den Sockeln, und ein Bodentausch in zwanzig Jahren wird zum Problem. Besser ist es, den Boden durchgehend zu verlegen und die Küche darauf zu setzen. Das kostet ein paar Quadratmeter Parkett unter den Schränken und spart später jede Diskussion.

Umgekehrt kann die Küche beim Hausbau auch zu früh fertig sein, wenn der Bau schneller läuft als gedacht – das kommt vor, ist aber das kleinere Problem. In beiden Fällen hilft ein kurzer Anruf, und wir passen den Termin an. Der Fixpreis bleibt davon unberührt.

Aus der Werkstatt: der Rohbau in Tulln

Zurück zu dem Anruf im März. Das Haus: ein Einfamilienhaus mit offenem Wohn-Ess-Kochbereich, rund 45 Quadratmeter, geplanter Einzug im Oktober. Die Ausgangslage: Rohbau fertig, Fenster eingebaut, Elektriker für die kommende Woche angekündigt, Küche noch nicht einmal in Gedanken fertig. Die Bauherrin hatte Fotos von Küchen mit Insel gesammelt, mehr nicht.

Die Entscheidung: Wir waren drei Tage später auf der Baustelle, mit Bauplan und Laser. In einem Gespräch von zwei Stunden entstanden Grundriss und Gerätepositionen – eine Zeile an der Wand mit Spüle und Geschirrspüler, eine Hochschrankwand mit Kühlschrank, Backofen und Dampfgarer, eine Insel mit Kochfeld und Muldenlüfter, der einen Bodentank braucht. Der Installationsplan ging noch in derselben Woche an die Baufirma. Der Elektriker legte die Leerrohre danach, der Installateur den Abfluss für die Insel vor dem Estrich. Im Juni, nach dem Verputzen, kam das Naturmaß: die Wand war 3 cm kürzer als im Plan, eine Steckdose 6 cm versetzt. Beides floss in die Fertigung ein. Fronten und Dekton wurden im Juli im Schauraum entschieden, Freigabe Anfang August.

Das Ergebnis: Montage in der zweiten Oktoberwoche in drei Tagen, auf verlegtem Parkett, in einem gestrichenen Haus, zwei Wochen vor dem Einzug. Keine Passleiste, kein Loch in der Hochschrankwand, kein Gerät, das nachgeliefert wurde. Die Bauherrin sagte bei der Übergabe, die Küche sei das Einzige am Haus gewesen, das pünktlich war. Das lag nicht an uns allein – es lag an dem Anruf im März.

Ihr Haus wächst, und die Küche ist noch nicht geplant? Schicken Sie uns Bauplan und Bauzeitplan. Wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, welcher Schritt jetzt ansteht – Installationsplan, Naturmaß oder Freigabe – und sorgen dafür, dass die Küche pünktlich zum Einzug steht, zum Fixpreis. Kostenlos anfragen

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Küche wird beim Hausbau als Letztes montiert, aber vor der Rohinstallation geplant – Anschlüsse müssen vor Elektriker und Installateur feststehen.
  2. Bestellt wird nach dem Naturmaß, also wenn Putz und Estrich fertig sind: rund zwei Monate vor der Montage bei 5 bis 6 Wochen Fertigung.
  3. Vor der Montage müssen Boden, Malerei, Fenster, Strom und Wasser fertig sein – und das Haus trocken.
  4. Zwei Termine – Installationsplan nach Bauplan, Naturmaß nach dem Verputzen – ersparen Passleisten und Spalten.
  5. Bauverzug ist normal: Eine Küche aus der eigenen Werkstatt wartet, der Fixpreis bleibt.

Häufige Fragen

Wann muss ich beim Hausbau mit der Küchenplanung beginnen?

Spätestens vor der Rohinstallation, also bevor Elektriker und Installateur Leerrohre, Dosen, Wasser und Abfluss legen. Zu diesem Zeitpunkt müssen Grundriss, Gerätepositionen und Anschlüsse feststehen – Fronten und Farben können später entschieden werden.

Wann sollte ich die Küche beim Hausbau bestellen?

Sobald Wände verputzt und Estrich eingebracht sind und das Naturmaß genommen wurde. Von der Freigabe bis zur Montage rechnen Sie mit 5 bis 6 Wochen Fertigung plus Puffer – das Naturmaß sollte daher etwa zwei Monate vor dem gewünschten Montagetermin stattfinden.

Muss der Boden vor der Küche verlegt sein?

Ja, wir empfehlen den Boden durchgehend zu verlegen, auch unter der Küche, und die Küche darauf zu setzen. So ist das Haus trocken genug, die Küche steht auf fertigem Niveau und ein späterer Bodentausch bleibt möglich.

Was passiert, wenn sich der Hausbau verzögert?

Dann verschiebt sich der Montagetermin. Weil wir in der eigenen Werkstatt fertigen und mit dem eigenen Team montieren, können wir eine fertige Küche einige Wochen zurückhalten. Ein kurzer Anruf reicht, der Fixpreis ändert sich nicht.

Braucht die Baufirma einen Küchenplan?

Ja – einen Installationsplan mit Achsmaßen, Höhen und Zuordnung jeder Dose und jedes Anschlusses. Wir zeichnen ihn so, dass Elektriker und Installateur direkt danach arbeiten können, und stimmen uns bei Fragen mit der Baufirma ab.

Ist es zu spät, wenn der Elektriker schon da war?

Meist nicht. Wir planen die Küche dann um die vorhandenen Anschlüsse herum oder lassen einzelne Dosen versetzen, solange noch nicht verputzt ist. Je früher Sie anrufen, desto weniger muss geändert werden.

Wie starte ich die Küchenplanung für mein Haus?

Mit Bauplan und Bauzeitplan. Schicken Sie uns beides oder beschreiben Sie, wo der Bau gerade steht – wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, welcher Schritt jetzt dran ist, und kommen zum Vor-Ort-Termin auf die Baustelle.

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